Aufgefallen

Ist mir, dass es mehr Männer gibt, die Frauenheilkunde (schönes Wort) praktizieren, als Frauen. Ob es überhaupt Frauen gibt, die Schönheitsoperationen durchführen, weiß ich nicht, ich sehe immer nur Männer im Fernsehen, die meist alt und verrunzelt sind, aber gerne an Frauen herumoperieren. Ferner habe ich noch nie von einer berühmten Chefköchin gehört – auch hier dominieren wieder Männer.

Was mich aber die Tage wirklich erschüttert hat, ist der Blick auf eine Putzmittelflasche gewesen, die im Bad steht. Mr Muscle (Mister Muskel) steht da doch glatt drauf und ich hab mich so richtig darüber geärgert. Habt ihr schon mal einen Mann gesehen, der hingebungsvoll ein Badezimmer schrubbt? Was also hat die männliche Muskelkraft auf einer Putzflasche zu suchen? Allerdings möchte ich da auch keine dümmlich lächelnde Frau mit Putzlappen in der Hand drauf sehen. Habt ihr schon mal bemerkt, wie in der Werbung die Frauen immer beim putzen glücklich lächeln? Geht’s noch, frag ich mich dann jedes Mal. Wenn ich den Lappen schwinge, sind meine Mundwinkel garantiert nach unten gezogen und die Nasenwurzel ziert ne steile Falte. Von dem starren Ich-befinde-mich-jetzt-auf-einer-Südseeinsel-Blick will ich mal gar nicht erst reden.

Die wenigen Male in meinem Leben, in denen ich Gelegenheit hatte peinlich berührt einen Pornofilm zu schauen, hat mich eines gelehrt. Frauen tragen ein typisches Porno-Marie Make-up (ist ok für so ein Filmchen) und Männer einen abgrundtief altmodischen Dödel-Haarschnitt. Und Socken beim Sex. Manchmal stehen sie auch ganz nackig da, mit Socken und Schuhen an den Füßen. Bei so viel Rücksichtslosigkeit auf die weibliche Zuschauerästhetik bleibt mir nichts anderes übrig, als bitterlich zu weinen und das Pornofilmgucken anderen Leuten zu überlassen.

Ich kauf mir was

Gestern Abend bin ich schnell noch ins Einkaufszentrum gefahren und hab auch drei Oberteile und eine Hose gekauft. Drei Sachen hatte ich anprobiert, als ich an der Kasse stand, sah ich noch eine ganz entzückende Bluse, die ich auch noch haben wollte. Dachte mir, die wird schon passen. Naja, sie passt, so lange ich einfach still damit stehe. Mist, jetzt kann ich umtauschen gehen.

Ich habe mir auch zwei Spaghettiträger-Tops gekauft. Man bin ich allmählich angepasst. Spaghettiträger-Tops werden hier zu Hauf getragen. Ich achte halt nur drauf, dass ich nicht diese Titten-Raushäng-Tops erwische, denn die finde ich schrecklich. Selbst damals, als ich noch jung, schön und sagenhaft knackig war, fand ich die schrecklich. Ich wollte nie, dass mir ein Mann ständig in den Ausschnitt glotzt. Ich sehe hier regelmäßig ältere Frauen mit permanent gebräuntem und faltigem Décolleté, die ihre Schwestern herzeigen. Ich fühle mich durch diesen aufgezwungenen tiefen Einblick schon fast belästigt. Die jungen knackigen Dinger, die ich gestern gesehen habe, trugen kurz, kürzer am kürzesten. Kinders, dachte ich so, wenn ihr wüsstet wie billig ihr damit ausseht.

Die T-Shirts-in-die-Hose-Frikkler gibt’s auch immer noch. Meistens tragen diese Leute eine Hose mit Rundumgummizug. Was denken sie sich dabei, frage ich mich und schüttel mich innerlich.

Ich bin froh, dass die Oberteile langsam wieder weiter werden. Mittlerweile bekomme ich wieder Tops, die ab Hüfte weiter ausgestellt sind – hallelujah!

Unsere Mikrowelle hat gestern ihren Geist aufgegeben und vorher noch mächtig Funken gesprüht. Schade. John kam gerade mit einer neuen Mikrowelle wieder. Hatte mich schon gefreut, bis ich kurz nach den Auspackgeräuschen aus der Küche ein lautes Fuck gehört habe. Nein, nein ich muss den alten Kasten nicht ausmessen, ich seh das schon, ob die Neue passt oder nicht. Ratet mal wo John jetzt ist.