Maulwurfleben

Wegen der Hitze sind alle Vorhänge zugezogen. Draußen hängen an Marcos und Jaimes Fenster und am Arbeitzimmerfenster zusätzlich Bambusvorhänge, um die Sonne halbwegs auszusperren. Dementsprechend dunkel ist es in den letzten Tagen im Haus und ich komme mir vor wie ein Maulwurf. Obwohl die Sonne den lieben langen Tag nichts anderes macht, als zu lachen, muss ich hin und wieder das Licht einschalten, um ausreichend sehen zu können. Komisches Leben hier in OZ.

Bis 2 Uhr nachts haben wir auf der Veranda gesessen, bei immer noch Mitte 30 Grad. Heute sind es 38.8 Grad, sogar heißer, als in Darwin. In Hobart klummern sie jetzt bei lächerliche 15.7 Grad. Morgen soll die Temperatur innerhalb von einer Stunde gleich um 10 Grad sinken. Dieses Land ist so extrem. Wie kann man hier nur leben?

Die Strände in Queensland und auch etliche Strände in New South Wales sind wegen starken Windes und Wellenhöhen von bis zu 6 m geschlossen. Ich habe mal einen Link zu den Surf-Webcams in Australien heraus gesucht. Auch schön mal zu gucken, wie man sich am anderen Ende der Welt vergnügen kann, während in Deutschland Winter ist.

Morgen schicke ich John los, um sich nach Klimaanlagen umzuschauen, die zu unserer Heizung passen. Dann kommt demnächst kalte Luft durch die Öffnungen in der Decke, die uns im Winter warme Luft beschert. Ich will nicht mehr in einem Haus leben, in dem es 30 Grad sind. Jetzt habe ich genug von unserem Geiz. Ich schätze mit ca. 3000 $ sind wir dabei, was natürlich weh tut, wenn man das Geld für etwas anderes eingeplant hat. Aber ich möchte nicht nur mein Maulwurfleben beenden, ich will auch nach dem duschen nicht gleich wieder schwitzen. Ich will mich auch nicht mehr nachts von einer Seite auf die andere Seite werfen und wenn man endlich eingeschlafen ist, kurz darauf schon wieder vom Summen des Deckenventilators wach werden. Außerdem hängt der Ventilator nicht mittig über unserem Bett und für mich heißt das, dass ich weniger Luft abbekomme, als John. So, heute Abend ist erstmal Bett verschieben angesagt.