In den Tiefen meines Kleiderschranks habe ich eine schöne braune Sommerhose gefunden. Braun? Sommerfarbe? Ja – das geht! Die lag dort schon ein Jahr ungenutzt – jetzt passt sie wieder. Wie man das so macht, wenn man feststellen möchte, ob der Hintern einigermaßen in der Hose aussieht oder man sich doch lieber ein längeres Oberteil anziehen sollte, drehte ich mich vor dem Spiegel halb um. Und was sahen meine müden Augen? Den Rand der Unterhose, der sich an einer Arschbacke durch den Stoff abzeichnete. Wieso eigentlich nicht an der anderen Seite? Habe ich etwa einen asymmetrischen Popo? Blitzschnell habe ich überlegt, ob ich jetzt den nahtlosen Schloggi anziehen soll, der sich laut Werbung theoretisch für genau diese Fälle bestens eignet, sich in der Praxis aber kontinuierlich bei jedem Schritt dem Zentrum des Sitzfleisches nähert. Da ich das Mitführen eines Fremdkörpers im Hintern auf Dauer als unangenehm empfinde, ist auch ein String-Tanga keine wirkliche Alternative.
Und was hat das Ganze jetzt mit Englisch zu tun und gibt es eine Lösung für mein Dilemma?
Hier bei uns gibt es einen Ausdruck, wofür wir Deutschen einen langen Satz sagen müssen. „Ach Mensch noch mal, dauernd zieht sich die Unterhose in den Hintern.“ Hier sagt man einfach nur: I’ve got a wedge (Betonung; wedgi). Also ich sag das nicht, weil ich nur ein begrenztes Bedürfnis verspüre meiner Familie mitzuteilen, wo sich genau meine Unterhose befindet. Der Jaime hat damit weniger Probleme. Eleganter klingt es trotzdem, oder? Ein „wedge“ ist ein Keil bzw. keilförmig, so wie ein Kuchenstück. Welche Lösung bietet sich denn nun für mich an? Hose inne Tonne kloppen? Brasilien Buttlift? Abnehmen? Zunehmen? Keine Unterwäsche tragen? Ich hab’s. Ich tue so, als ob das Problem nicht existieren würde – schließlich kann ich es ja nur sehen, wenn ich vor dem Spiegel stehe und mich umdrehe und was kümmert mich, welchen Anblick fremde Menschen haben?