Genießen

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Gestern ist Jaime für eine Nacht zur Oma gefahren. Erst konnte er nicht abwarten hinzukommen, heute Nachmittag rief er an und fragte, wann wir ihn abholen. Am liebsten vorläufig nicht, denn wir genießen keine Verpflichtungen zu haben. Tatsächlich ist John aber schon unterwegs, um ihn abzuholen, da wir morgen ein paar Tage Urlaub machen. Gestern Abend sind wir ins Kino gegangen, wollten uns den neuen Film mit Will Smith I am Legend ansehen. Der Kinosaal war proppevoll und wir saßen in der zweiten Reihe. Seit meiner Kindheit habe ich im Kino nicht mehr in eine der vordersten Reihen gesessen. Zunächst kam, wie üblich, Werbung. Ich wusste in dem Moment, in dem meine rechte Hand verzweifelt nach der Maus zum Scrollen gegriffen hat, dass ich in der Sitzreihe nicht alt werde. Wenn man so dicht an einer riesigen Kinoleinwand sitzt, kann man unmöglich das gesamte Geschehen im Blick haben – ergo die instinktive Suche nach der Maus. Vom rumlümmeln am Computer weiß meine Hand nämlich, greifst du nach Computermaus, kannste auch den Rest der Seite sehen! Ja, so…und als mir klar wurde, dass das unmöglich funktionieren kann, bin ich aufgestanden. Gesalzenes Popkorn, das ich gar nicht haben wollte, unterm Arm geklemmt und ab zur Kasse. Da es ohnehin schon die Spätvorstellung war, haben wir uns unser Geld wieder geben lassen. Schade. Gehen wir dann in der nächsten Woche noch mal hin. Im Auto dann hemmungslos Popkorn gegessen. Frage mich warum, da ich es doch überhaupt nicht gekauft habe. Aber so ist das mit dem Zeugs, isst man eins, kommt ganz schnell das zweite dazu. Und dann will man mehr mehr mehr. Geht mir mit Nüssen auch so. Einmal habe ich eine kleine Tüte Cashew Nüsse gefuttert. Hinterher war mir richtig übel!

Heute morgen wollte ich eigentlich ins Fitnessstudio, aber dann riefen Freunde an und fragten, ob wir mit ihnen zum Lunch gehen wollten. Ja, wollten wir. Und es war richtig lecker und gemütlich. Unsere Lunchhour hat sich dann auch bis 14.30 Uhr hingezogen. Die Portionen waren wie immer so groß, dass ich für den Rest des Tages auf jeden Fall mit Null Essen, vielleicht einen Apfel oder Joghurt zum Abend hin, auskommen werde.

Eigentlich wollte ich später noch ins Studio, aber ich zögere es raus und zögere…naja, so ist das mit mir, wenn ich nicht gleich morgens gehe. Gerade eben bin ich allerdings endlich dazu gekommen einen Check-up und Impftermin für meinen Hund zu machen. Da Elli-Pirelli keinen Tierarzt mehr an sich heran lässt, einen Maulkorb für die Untersuchung benötigt und trotzdem noch versucht den Arzt zu beißen, bin ich im letzten Jahr gar nicht erst mit ihr hingegangen. Sie so austicken zu sehen, der Dampf kam schon aus Nase und Ohren, hat selbst mir als ihre Besitzerin Angst gemacht. Dabei ist sie ein wirklich friedliches Tier. Aber seitdem sie vor einigen Jahren von zwei Huskies zusammen gebissen, übel verletzt wurde und eine Nacht beim Tierarzt verbringen musste, ist Schicht im Karton. Nun habe ich gerade zwei Beruhigungstabletten beim Tierarzt gekauft, die ich ihr eine halbe Stunde vor dem Termin verabreichen muss. Hoffentlich hilft das jetzt und hoffentlich kann sie noch selbst gut laufen. Zum Tragen ist sie einfach zu schwer. Bin mal gespannt!

John hat sich heute die erste Cortisonspritze für seine wehe Schulter geben lassen. Hat auch nur 100 $ gekostet. Wobei das Medikament selbst noch aus der Apotheke abgeholt werden musste und nicht mit im Preis enthalten war. Schiss hatte er. Ich kann das gut verstehen, ich ziehe schlagartig blass ab, wenn ich zur Blutabnahme muss. Und ich muss regelmäßig 1x im Jahr hin. Ich muss dann so schlimm aussehen, dass die Krankenschwester mich immer besorgt fragt, ob es auch wirklich noch geht, haha. Ich kann nichts dafür. Nadeln in Armen freaken mich out. Auch wenn in Filmen Fixer gezeigt werden oder so, ich krieg dann ne Krise. Jedenfalls erzählte mir John nach dem Termin, dass er vor lauter Schiss und Nervosität den Arzt hoffnungslos an die Wand gebäbbelt hat. Selbstverständlich hat er auch mal wieder das Hohelied auf uns Frauen gesungen – was wir alles aushalten müssen – und nä Frau könnte er ja nicht sein. Ich weiß John, ich weiß – du nicht – und der Rest der männlichen Bevölkerung auch nicht.