Sonnenuntergang

sunset 

gucken, der gar keiner war. Ich überlege gerade, ob ich jemals einen tollen Sonnenuntergang in Australien gesehen habe. Am Meer jedenfalls nicht. Die Sonne verschwand einfach stiekum hinter ein paar Wolken, die noch nicht einmal rötlich schimmerten. Doof das! Betrug am Touristen. Als ich aber so am Strand saß, ist mir zum ersten Mal bewusst geworden, dass ich am Ende des Kontinents sitze. Am Horizont fuhren immer wieder große Containerschiffe in Richtung Melbourne. Ich stellte mir die Erde vor, wie wir sie aus dem Weltraum sehen, und stellte fest, dass ich und der Pazifik plus Schiffe jetzt eigentlich unten drunter hängen.  Und weil mir diese Gedanken nicht neu sind, aber nach wie vor Angst machen, schiebe ich sie ganz flott wieder zur Seite. Genauso wie die Überlegung, wie tief und bevölkert das Meer ist, obwohl es sich doch so friedlich und scheinbar unendlich vor einem erstreckt.

Am Strand

habe ich einen Mann gesehen, ca. 140 cm groß und 110 cm breit. Eine kleine kompakte Tonne mit Bierwampe. Nun ist mir persönlich schnurz egal, wer oder ob jemand dick ist, aber dieser Mann in seinem Schwimmhöschen und seinem ärmellosen Sportoberteil ist deshalb erwähnenswert, weil sein T-Shirt eine Aufschrift trug.  Athletisch stand drauf. Naja, vielleicht tue ich ihm unrecht und er ist Kugelstoßer. Ich neige aber eher dazu zu behaupten, sein Hobby ist Bierdosen stemmen.

Im Vorbeifahren haben wir an einem anderen Strandabschnitt einen Mann in europäischer, oder sollte ich eher sagen, typisch deutscher Badehose gesehen. Da hier die meisten Männer und Jungs Schwimmshorts tragen und das auch viel ästhetischer aussieht, fällt einem so ein Anblick natürlich sofort auf. Und selbst dem Jaime war er unheimlich. Besagter Mann stand in rotem Badehöschen (dachte die ganze Zeit nur, hoffentlich dreht der sich jetzt nicht um, ich will keinen Mann womöglich in einem String sehen. Aber die sind hier viel zu prüde, das würd sich niemand trauen), mit behaarter Brust und Händen in den Hüften gestemmt einfach nur da. Lächerlicher Anblick, auch wenn der Körperbau ok war. Selbst im Radio macht man sich hier lustig über die Speedos – die knappen Herrenbadehosen. John meint, Speedos should be outlawed – sollten verboten werden. Ich finde sie sollten bleiben, denn sie haben einen nicht zu unterschätzenden Unterhaltungswert.

Erholt?

Nö, ich fühle mich nicht von den paar Tagen Urlaub erholt. Jaime ist gleich heute Mittag für zwei Tage zur Oma gefahren, jetzt können wir uns erholen!

Nachdem wir das übliche Gepäck ausladen bewältigt hatten und nur noch ein paar Teile auf der Rückbank des Autos lagen, ging ich raus zum Auto. Die Heckklappe stand noch offen und wer saß im Kofferraum? Ellie-Pirelli. Dachte wohl, offene Heckklappe bedeutet Gassi gehen, also mal nix wie rein.

Ich habe dann noch das gesamte Haus gestaubsaugt und gewischt. Die Badezimmer sauber gemacht, Staub geputzt (naja – ein bisschen), hier noch mal mit dem Lappen gewischt und da noch mal die Küchenschränke abgescheuert. 3 x Wäsche gewaschen, aufgehängt und wieder zusammengelegt. Zwischendurch noch einen Ast vom Pfirsichbaum abgeschnippelt, denn der hing voller Pfirsiche quer und tief über den Weg, der zur Wäschespinne führt. Schade drum, sie sind noch nicht reif. Vielleicht reifen sie ja in der Küche nach. Dann noch sämtliche Blumenkübel von vertrockneten Sommerpflanzen befreit. Jetzt sieht’s richtig kahl aus. Ich werde aber erst Ende Februar neue Pflanzen kaufen, denn im Sommer vertrocknen sie einfach zu schnell. Ach ja, das Auto habe ich auch noch vom Strandsand befreit. Und heute Abend freue ich mich auf mein eigenes Bett, denn die Matratzen in der Cabin waren bretthart. Einen dicken fetten sauekeligen Huntsman habe ich vorgestern auch in unserem Bad dort entdeckt. Seit Wochen sehe ich so viele Huntsmen, wie in den gesamten neun Jahren davor nicht. John findet, dass das Huntsmen sehen lange nicht so schlimm sein kann, wie das Huntsmen entsorgen müssen.

PS In den ganzen Tagen habe ich weder Internet noch meinen Computer im besonderen vermisst. Das gibt mir zu denken.