Es wurde auch mal wieder Zeit, dass ich ein spannendes Buch in die Finger kriege. Alice in Jeopardy von Ed McBain. Den Autor kannte ich noch nicht. Auf jeden Fall beherrscht er sein Handwerk ausgezeichnet. Nach bereits sehr wenigen Seiten habe ich erraten, was passiert war und hemmungslos meiner Neugierde gefrönt und hinten im Buch nachgelesen, um zu sehen, ob ich richtig lag. Ich habe richtig gelegen, nur einer bestimmten Sache bin ich lange nicht auf die Schliche gekommen. Und deshalb musste ich bis 3 Uhr nachts lesen, damit ich das Buch endlich zur Seite legen konnte. Nun mag der versierte Leser bemerkt haben, dass sich meine Aussage widerspricht – sein Handwerk beherrschen und trotzdem habe ich als Leserin sehr schnell etwas erraten – das tat dem Rest des Buches für mich als Leserin keinen großen Abbruch und hier kommt die Erzählkunst ins Spiel. Den Leser trotzdem bei der Stange halten, alleine durch den besonderen Erzählstil – das ist Handwerk!
Ferner habe ich die Tage ein Buch von dem australischen Schriftsteller Garry Disher – Snapshot – gelesen. Spannend genug, um es zu Ende zu lesen. Hebt sich nun sein Erzählstil wesentlich von anderen guten Autoren ab? Meiner Meinung nach nicht, es gab aber zum Schluss eine nette Überraschung, wer denn nun der Mörder war. Ich hatte eine vage Ahnung, lag aber etwas daneben. Die Gegend in der die Geschichte spielte, hatte für mich einen hohen Wiedererkennungswert – die Mornington Peninsula – dort waren wir gerade erst ein paar Tage im Kurzurlaub und fahren auch sonst immer mal wieder hin.
Eric Claptons Autobiografie habe ich vor einigen Wochen gelesen. Wie das mit Autobiografien so ist, nette Fotos drin, ein sehr ehrlicher Erzählstil, einige neue Informationen – fertig – zugeklappt. Und trotzdem hat es mich nachhaltig berührt, ich glaube es lag daran, dass viele erfolgreiche Artisten zunächst völlig aus der Bahn schlagen, wenn sie plötzlich viel Geld verdienen und von ihren Fans geliebt werden – sich wie Gott höchstpersönlich vorkommen – um sich einige Lebenserfahrungen später in Wohltätigkeit zu üben, bescheiden und wieder normal werden. Im Grunde sehr viel an die Gesellschaft zurückgeben, ohne zu nehmen. Und das macht sie mir sympathisch.