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Deutschland schickt mir Angebote per Email, was mich irgendwie nervt. Mal schauen, ob ich das abmelden kann, wüsste nämlich nicht, dass ich mich dafür eingetragen hätte. Die 5x in 10 Jahren, die ich dort bestellt habe…naja heute preisen sie Im Brunnen der Manuskripte von Jasper Fforde an – pfft schon vor einem Jahr im Original gelesen höhö. Mir hatte es ausgezeichnet gefallen, der Mann nimmt in diesem Teil seiner Thursday- Next-Bücher den Literaturbetrieb herrlich auf die Schippe.

Ansonsten kann ich die Nostalgiereihe von Stuart M. Kaminsky empfehlen. Das ist ein amerikanischer Autor, der bereits 1977 sein erstes Buch über Toby Peters, einen Privatdetektiv der 40er Jahre geschrieben hat. Und das nur, weil der Autor so sehr an diese Zeit interessiert ist. Toby hat immer Berühmtheiten aus Hollywood als Klienten. Ich hatte die Teile gelesen in denen Bette Davis, Charlie Chaplin und Cary Grant jeweils als Klienten auftauchen. Mir gefallen sie ausgesprochen gut, es kann natürlich sein, dass sie gar nicht ins Deutsche übersetzt wurden, was wirklich schade wäre. Kaminsky hat auch noch andere Serien, aber diese gefällt mir am besten.

Wer gerne mal einen seichteren Krimi, aber mit ausgesprochen gut ausgearbeiteten Charakteren, nämlich Jude und Carole als Amateurdetektive, lesen möchte, dem empfehle ich den Briten Simon Brett. Hier auf jeden Fall das erste Buch lesen, in dem sich Jude und Carole kennen lernen. Es ist ein reines Vergnügen über die verschiedenen Bücher gerade die Entwicklung von Carol, die völlig zugeknöpft ist, eigentlich keine Freunde hat, immer darauf bedacht ist, niemanden zur Last zu fallen, selbst zu ihrem Sohn ein sehr distanziertes Verhältnis hat, sich fürchterlich langweilig kleidet, obwohl erst Anfang 50 und vom Staatsdienertum frühpensioniert ist, verfolgen zu können. Im übrigen schreibt Simon Brett mit einem sehr feinen Humor, der meiner Meinung nach den Mangel an spannungsgeladenem Mord und Totschlag mehr als wettmachen. Echte whodunnits (wer war’s?) eben. Wer allerdings lieber echte Thriller liest, der ist mit Simon nicht gut beraten.

Ich sehe gerade beim berühmten Onlinehandel nach und siehe da, das erste Buch ist nicht übersetzt worden und für ein anderes Buch gibt es von einem Leser magere 2 Sterne. Mag am Geschmack liegen, mag an der Übersetzung liegen. Kann man nichts drauf geben. Wer selbst schreibt und noch was über Charakterentwicklungen lernen möchte, der ist mit Simon gut bedient.

Autsch

Mein großes “Kind”, der Marco, hat heute alle vier Weisheitszähne herausoperiert bekommen. Zunge und Mund sind total gefühllos und ich hoffe sehr, dass kein Nerv beschädigt worden ist.

Kosten für den Zahnarzt: 1.330 $, angeblich kommt vom Anästhesisten noch eine separate Rechnung und für das Krankenhaus kommt unsere Privatversicherung auf. Von denen bekommen wir dann noch zusätzlich später ca. 500 $ zurück. Dafür, dass wir seit 9 Jahren  zusätzlich privat versichert sind(die staatliche Krankenversicherung zahlt für Zahnbehandlungen nichts) und mittlerweile 180 $ dafür im Monat löhnen, finde ich die Erstattung für Zahnbehandlungen echt mager. Leider kann man da auch nichts aufstocken. Die Privaten zahlen für allen möglichen Kiki, nur nicht genug für den Zahnarzt – dumm das!

Schwarz-Weiß – no shades of grey

In der Spur neben uns fuhr gerade eben ein Kombi mit Reklame für irgendein Handwerksbetrieb an den Seiten. Am Rückfenster klebte ein Aufkleber mit der australischen Flagge und dem Satz: If you don’t like it here – leave! Wenn es dir hier nicht gefällt – dann geh (doch).

John meint, er hätte so einen Aufkleber schon häufiger gesehen und schüttelt nur den Kopf über so viel Tunnelblick-Mentalität seiner fellow Aussies. Ich finde solche Aufkleber peinlich für den Besitzer. So einen Handwerksbetrieb würde ich bestimmt nicht anrufen und auch noch Geld in den Rachen werfen für unverhohlenen Rassismus, der unter dem Deckmantel der freien Meinungsäußerung fällt.

Immer wieder interessant finde ich solche Ansichten, die ja auch in Deutschland und ganz sicher überall auf der Welt vertreten sind. Wie einfach zu sagen Dann hau doch ab, geh doch dahin, wo du hergekommen bist! Dann muss man sich eben nicht mit der Politik und der eigenen Kultur auseinandersetzten und kann weiterhin den Kopf in den Sand stecken.

Auch interessant finde ich, dass wir Deutschen uns seit Addi keinen Nationalstolz erlauben dürfen. Wir buckeln lieber durch die Gegend. Das ist mir erst klar geworden, als ich ins Ausland gezogen bin. Hier gibt es einen gewissen Nationalstolz, aber auch die liebevolle Art, sich über Land und Leute lustig zu machen. Das macht sie so sympathisch die Aussies. Und zum Glück haben die Rednecks nichts zu sagen und beschränken sich vermutlich jeden Morgen aufs Fahne hissen am hauseigenen Flaggenmast, Hand aufs Herz, ein bisschen Nationalhymne singen – fertig – der Tag kann beginnen. Vielleicht sogar mit einem importiertem “leckeren” Frühstück beim goldenen Bogen?

Den Australiern ein bisschen weniger Nationalstolz und den Deutschen ein bisschen mehr – das würde ich mir wünschen. Zu meiner Stimmung, als ich den Aukleber gelesen hatte passt Not happy Jan, auch wenn die Thematik eine andere ist. Seitdem aber diese Werbung vor Jahren im TV lief, ist der Satz in den allgemeinen Sprachgebrauch – zurecht wie ich meine – eingegangen.

Babel?

Laut dem Australian Bureau of Statistics werden in Australien über 200 Sprachen gesprochen. Alleine unter den Aborigines und Torres Strait Islandern gibt es mehr als 60 Sprachen.

Deshalb habe ich damals, vor ca. vier Jahren auch nicht wirklich verstanden, warum der Jaime, damals knapp vier Jahre alt, mir im Supermarkt zuflüsterte: Lass uns mal lieber Englisch sprechen, was sollen denn die Leute von uns denken?! Und ich zurückflüsterte: Mir ist herzlich egal, was andere Menschen über mich denken, und weiterhin auf Deutsch auf ihn einquasselte. Mittlerweile hat sich das etwas geändert. Ich spreche einen Misch-Masch aus Deutsch und Englisch mit ihm. Das kann so aussehen, dass ich einen Satz auf Deutsch anfange, merke dann aber, dass er manches davon nicht versteht und dann Englisch weiter spreche.

Seit unserem letzten längeren Aufenthalt in Deutschland in 2006, hat er Spaß an der deutschen Sprache, auch wenn er sie sehr mangelhaft beherrscht. Die Tage sagte er glatt zu mir, als ich mit ihm zum Supermarkt fuhr: Lass uns mal Deutsch sprechen. Am Ende scheiterte es dann doch an den fehlenden Kenntnissen, aber ich hatte fast Pippi inne Augen, dass mein Kind endlich seine halbe deutsche Kultur akzeptiert. Im übrigen möchte er gerne nach Deutschland ziehen. Kürzlich noch, wenn er 25 Jahre alt ist, neuerdings lieber morgen.

Lustig wird es manches Mal, wenn er ein neues Wort hört. Wie das Wort Puppe. Was das denn wäre? Puupe? Kaputt hat er sich darüber gelacht, weil er meinte, es höre sich an wie pupen. Was ich voll verstehen kann. Denn wenn ich längere Zeit bestimmte Wörter nicht gehört oder gelesen habe und sie dann ausspreche, kommen sie mir auf einmal spanisch vor.