Schwarz-Weiß – no shades of grey

In der Spur neben uns fuhr gerade eben ein Kombi mit Reklame für irgendein Handwerksbetrieb an den Seiten. Am Rückfenster klebte ein Aufkleber mit der australischen Flagge und dem Satz: If you don’t like it here – leave! Wenn es dir hier nicht gefällt – dann geh (doch).

John meint, er hätte so einen Aufkleber schon häufiger gesehen und schüttelt nur den Kopf über so viel Tunnelblick-Mentalität seiner fellow Aussies. Ich finde solche Aufkleber peinlich für den Besitzer. So einen Handwerksbetrieb würde ich bestimmt nicht anrufen und auch noch Geld in den Rachen werfen für unverhohlenen Rassismus, der unter dem Deckmantel der freien Meinungsäußerung fällt.

Immer wieder interessant finde ich solche Ansichten, die ja auch in Deutschland und ganz sicher überall auf der Welt vertreten sind. Wie einfach zu sagen Dann hau doch ab, geh doch dahin, wo du hergekommen bist! Dann muss man sich eben nicht mit der Politik und der eigenen Kultur auseinandersetzten und kann weiterhin den Kopf in den Sand stecken.

Auch interessant finde ich, dass wir Deutschen uns seit Addi keinen Nationalstolz erlauben dürfen. Wir buckeln lieber durch die Gegend. Das ist mir erst klar geworden, als ich ins Ausland gezogen bin. Hier gibt es einen gewissen Nationalstolz, aber auch die liebevolle Art, sich über Land und Leute lustig zu machen. Das macht sie so sympathisch die Aussies. Und zum Glück haben die Rednecks nichts zu sagen und beschränken sich vermutlich jeden Morgen aufs Fahne hissen am hauseigenen Flaggenmast, Hand aufs Herz, ein bisschen Nationalhymne singen – fertig – der Tag kann beginnen. Vielleicht sogar mit einem importiertem “leckeren” Frühstück beim goldenen Bogen?

Den Australiern ein bisschen weniger Nationalstolz und den Deutschen ein bisschen mehr – das würde ich mir wünschen. Zu meiner Stimmung, als ich den Aukleber gelesen hatte passt Not happy Jan, auch wenn die Thematik eine andere ist. Seitdem aber diese Werbung vor Jahren im TV lief, ist der Satz in den allgemeinen Sprachgebrauch – zurecht wie ich meine – eingegangen.