Preisträger

Sollen sie haben ihre Preise, die Leute. Persönlich ist es mir egal, wer wann wo was für einen Preis bekommt. Nie wieder werde ich jedoch nach einem Buch im Laden greifen, nur weil ein Aufkleber drauf ist “Träger des deutschen Krimipreises” oder was auch immer für ein Preis verliehen wurde.

Die Rede ist nicht von Andrea Schenkel, die, wie ich gestern lesen konnte, zum zweiten Mal und sogar hintereinander den Deutschen Krimipreis gewonnen hat. Ich habe ihre Bücher nicht gelesen und bezweifel auch, dass ich dies tun werde. Zu gut ist mir noch das einzige und letzte Buch, das ich jemals von Norbert Horst gelesen habe, in Erinnerung.

Wenn ich während des Lesens an meiner Intelligenz und schnellen Auffassungsgabe zweifel, weil ich ganze Sätze in diesem Buch nicht kapiere, was an Nobbies extrem abgehackten Schreibstil liegt und doch nicht an meinem Verstand, dann maße ich mir an zu sagen – grottenschlecht – Finger weg, es lohnt sich nicht. Gerne hätte ich es jemanden in der Sitzreiche vor mir hysterisch an den Kopf geschleudert, aber in Flugzeugen muss man sich benehmen und außerdem ist es gar nicht schick, unschuldigen Menschen Bücher an die Köpfe zu werfen.

Jaimes neuer Tick

ist es in Zeitlupe einen Cricketspieler darzustellen, der es gerade noch schafft den Ball mit dem Schläger zu treffen. Szenenwechsel zum Mitspieler, der den Ball fangen muss (Jaime), ihn aber um Millimeter verfehlt und dadurch ins Straucheln gerät. In Zeitlupe wird sich mit erstaunt aufgerissenen Augen und besorgtem Stirnrunzeln um die eigene Achse gedreht, gleichzeitig gefallen, Arme, Beine und Kopf bewegen sich unkoordiniert und sehr langsam. Dann kommt die Wiederholung. Danke Jaime, für eine perfekte Vorstellung.

Gut zu wissen

Wegen der Medikamenteneinnahme und auch weil er sich schwach fühlt, da er nicht ausreichend essen kann, habe ich Marco heute Nachmittag wo hingefahren. Als ich mit ihm dann wieder unsere Auffahrt, die wirklich nur etwas schräg nach oben führt, hochgefahren bin, sagte er zu John, der im Garten rumstand, ich würde wie eine Verrückte fahren. Viel zu schnell. Was gar nicht stimmt, weil die hier horrende Strafen für nur ein paar Stundenkilometern zuviel übers Limit fahren haben. Ich fahre gerne zügig. Manchmal auch zügiger, als andere Fahrer. Jedenfalls hatte John das sogleich bestätigt und hinzugefügt, er würde, wenn ich die Auffahrt hochfahre whiplash bekommen. Ein HWS-Schleudertrauma.

Nettes Wort – eine whip ist eine Peitsche und lash heißt u. a. um sich schlagen. Well, I could lash out when John drives, weil der kann es nicht ausstehen mal ein paar Minuten hinter einem Auto zu fahren, das minimal langsamer fährt als er. Dann changed er immer die lanes, dass mir ganz schwindelig wird und mein Fuß verzweifelt die Bremse  sucht. Und neuerdings kann ich es nicht unterlassen solche doofen Sachen zu rufen wie Watch it! Oder auch scharf die Luft einzusaugen und durch die Nase in kleinen Dampfwolken wieder auszustoßen. Das bringt ihn innerlich auf die Palme, dass kann ich aus dem Augenwinkel sehen – Careful John – Achtung – watch him! Slow down, pass auf!Ich kann mich nicht mehr zurückhalten. Diese zackige Fahrweise kann ich nur ab, wenn ich selbst fahre, weil dann umklammern meine Hände das Lenkrad und man wird nicht so durchs Auto geschleudert. Und jetzt, wo er das mit dem whiplash gesagt hat, habe ich schon mal gar keinen Grund mehr – in Zukunft wird er zusätzlich zu hören bekommen – did you look in the mirror? Hold more distance pleeease!

Careful John :-)

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Fühl mich

um 60 % besser. Die restlichen Prozente werden folgen, da bin ich mir sicher. Marco hat seit gestern leicht geschwollene Wangen, vier Tage sind seit der OP rum, auch hier kann es nur besser werden. Übrigens ist er jetzt Millionär. John hat heute $ in indonesische Rupiah für ihn getauscht und für 300 Aussie-Schleifen Millionen von Rupiah bekommen. Wieviel genau habe ich jetzt vergessen. Auf meinem Schreibtisch liegt zwar ein Wahnsinnshaufen Papier, aber der Zettel von der Bank ist nicht dabei. Was für ein Umtauschkurs! Auch schön, dass dem Marco eingefallen ist, dass für Indonesien Hepatitis A und Typhus Impfungen empfohlen werden. Jess, seine Freundin, hat sich schon vor Wochen impfen lassen, was sehr schlau von ihr war, da eine Impfung 4-6 Wochen vor Reiseantritt empfohlen wird. Bei ihm geht immer alles auf letzte Minute – von mir hat das Kind das nicht! Muss er um 17 Uhr arbeiten, steht er locker noch um 16.43 Uhr unter der Dusche.

Ich kann nicht glauben, dass ich hier sitze und schreibe. Bin gegen 23 Uhr ins Bett gegangen und gegen Mitternacht wieder aufgestanden. Ich kann nicht schlafen. Dabei schlafe ich doch so gerne…