Konsumenten-Ärger

Als wäre die Sache mit der zerbrochenen Autoscheibe gestern nicht genug gewesen, fiel mein Blick auf unsere Telefonrechnung. Aha denke ich, dreh doch mal um und schau dir mal die gelisteten Gespräche an. Und was sehe ich? Nicht nur zahlen wir seit Monaten eine 2 $ Gebühr dafür, dass wir keine Einzugsermächtigung unterschrieben haben, sondern jetzt auch eine 2 $ Gebühr für die Ehre eine Rechnung geschickt zu bekommen.

Nachdem meine Schnapp-Atmung sich wieder normalisiert hatte, habe ich ein giftiges Email an die Telefongesellschaft abgefeuert. Hallo? Gehört es nicht zu einer Geschäftsbeziehung Rechnungen zu schreiben? Mir ist das scheißegal, ob wir die in Papierform oder Emailform bekommen, ob man sie uns per Morsezeichen übermittelt oder Telepathie – ich kann nicht einsehen, dass es so richtig sein soll, dass uns niemand informiert hat, dass Rechnungen in Papierform in Zukunft berechnet werden würden. Die können sich ihre 2 $ Gebühr für ihre Papierrechnung dahin schieben, wo die Sonne nicht scheint, erspart mir auch das Zerschreddern.

Das der Konsument jetzt auch noch bestraft wird, weil er nicht jedem Hinz und Kunz Zugang zu seinem Bankkonto gewährt, ist seit über einem Jahr üblich. Auch hier ist diese besagte Gebühr klammheimlich erhoben worden. Wir hatten deshalb seinerzeit den Anbieter gewechselt, aber kurz darauf erhob auch der neue Anbieter diese Gebühr. Ich weiß, dass sich viele Leute darüber aufgeregt hatten, aber Consumer Watch Dog hat wohl nichts dagegen unternommen oder unternehmen können.

Wie dem auch sei, wagen die es mir keine Alternative zur Papierform anzubieten, bin ich dort die letzte Zeit Kunde gewesen.

Scheinbar beschäftigen solche Firmen Angestellte, die den ganzen Tag nix anderes machen, als sich zu überlegen, welche ominösen Gebühren man erfinden kann, um an das Geld anderer Leute zu kommen. Natürlich sind es Kleckerbeträge – aber inzwischen kleckert sich das hier auf 4 $ – die habe ich lieber in meinem Portemonnaie.

Ich weiß was, was du nicht weißt

Hola – heute hatte ich einen Link im Kasten zu einem Australienbuch – so ein Handbuch für Auswanderer – da gabs eine Leseprobe. Dass jemand die meisten Informationen über das Bundesland besitzt in dem er/sie/es/wir/ihr/sie leben, ist verständlich. Aber bitte – es schadet einem Sachbuch nicht, wenn Informationen aus dem eigenen Bundesland richtig sind. Mir ist es völlig schleierhaft, wie jemand schreiben kann, dass Kinder mit vier Jahren zur Vorschule gehen und mit fünf Jahren in die erste Klasse eingeschult werden.

Mit vier Jahren können sie in den Kindergarten gehen (sie müssen nicht), der nicht so wie in Deutschland, täglich stattfindet, sondern nur bis zu, ich glaube, 15 Stunden wöchentlich. Man kann dieses Jahr durchaus mit dem letzten Kindergartenjahr in Deutschland vergleichen, denn in dieser Zeit wird ein bisschen auf die Schule vorbereitet. Und auch hier geben die Kindergärtnerinnen Empfehlungen für die Schule, sprich sie schreiben einen Bericht über die Kinder. Ich war sehr beeindruckt seinerzeit von der Kompetenz und der guten Zusammenarbeit der Kindergärtnerinnen mit uns Eltern. Übrigens können sie auch mit drei Jahren in den Kindergarten gehen, aber wenn mich mein Gedächtnis hier nicht trügt, waren das damals für Jaime öhm 5 Std. die Woche haha.

Wer seine Kinder unterbringen muss, weil er arbeitet, muss sich auf Tagesmütter oder Kinderkrippen verlassen.

Die Kinder werden mit fünf Jahren eingeschult, das ist soweit richtig. Aber sie kommen nicht in die erste Klasse, sondern ins Prepjahr. In diesem Jahr, was ein ganz normales Schuljahr für sie ist, lernen sie lesen, rechnen, schreiben. Alles ist ein wenig lockerer, sie dürfen sich auch noch mal ausruhen, wenn sie müde sind. Die Grundschule dauert hier dadurch 7 Jahre und ab der 7. Klasse geht man zur Highschool.

Ferner steht in der Leseprobe, dass man die Kosten für ein Studium selbst tragen muss bzw. unter bestimmten Umständen später vom Gehalt zurückzahlen muss. Aha! Warum muss man Geld zurückzahlen (an wen überhaupt und von welchen Umständen wird hier gesprochen?), wenn man die Kosten ohnehin selbst tragen muss? Was für eine schräge Information.

Für alle, die es interessiert. Wer nur permanent residency besitzt und nicht die australische Staatsangehörigkeit, der hat höhere Studiengebühren aus eigener Tasche zu zahlen. Den Rest kann man durch ein staatliches Darlehen finanzieren, welches sobald man im Berufsleben steht, genauso wie in Deutschland auch (Bafög) in Raten zurückgezahlt werden muss. Wer australischer Staatsbürger ist, bekommt sein gesamtes Studium über das Darlehen finanziert.

Nun, wie erfährt der Staat, wann und wieviel Geld man verdient? Ganz einfach – über das Finanzamt. Man kann auch, wenn man hier und da mal in der Lage ist, eine größere Summe auf einmal zurückzuzahlen, einen Nachlass bekommen.

Ein bisschen erinnert mich das jetzt an das Auswandervideo über Familie – whatever their name is – die sich über die hohen Lebensmittelkosten hier gewundert hat. Wo doch Frau Whateverhernameis einmal vor fünf Jahren in Oz war und die Lebensmittel so billig fand.

Ich weiß schon, warum ich diese Art Buch nie schreiben würde. Das einzige Buch, das ich zum Thema Australien schreiben würde, wäre eine Art gesammeltes Kolumnen-Buch mit etwas ausführlicheren Artikeln.

500 $ thanks

Yep 500 Schleifen dürfen wir für die neue Autoscheibe bezahlen. Eigentlich kostet sie 550 $, aber 50 werden von der Versicherung übernommen. Unsere Selbstbeteiligung beträgt eben genau 500 feine Dollar. Welch ein Hohn. Morgen kommt jemand nach Hause und baut sie ein.

Was ich für so viel Geld alles hätte kaufen können…ausgerechnet so kurz vor dem Urlaub…ich ärgere mich.