Eine Australierin hatte das Urteil (lebenslange Haft wegen Drogenschmuggels von 1.55 kg Heroin in Vietnam) angefochten. Nun hat man sie zum Tode durch Erschießen verurteilt.
Mmh ist nicht die erste Person und wird auch nicht die letzte Person sein, die wegen Drogenschmuggels in Asien zum Tode verurteilt wird. Im Artikel stand, dass Vietnam bislang immer davon abgesehen hatte, Australier zum Tode zu verurteilen, um die Geschäftsbeziehungen nach Oz nicht zu stören. Andere asiatische Länder kümmert das wenig, da werden nach wie vor Todesurteile verhängt und ausgeführt.
Scharpelle Corby sitzt seit einigen Jahren in Indonesien für 20 Jahre im Knast, weil sie 4 kg Marihuana nach Indonesien geschmuggelt hat. Auch sie hatte das Urteil angefochten, am Ende war es von 15 Jahre auf 20 Jahre erhöht worden.
Die Bali 9 sitzen seit einiger Zeit, weil sie versucht haben etliche kg Heroin nach Australien zu schmuggeln. Sechs von ihnen sind ursprünglich zum Tode verurteilt worden, die anderen zu ewig langer oder gar lebenslanger Haft. Ich habe es nicht weiter verfolgt, ob einige noch der Todesstrafe entkommen konnten oder nicht. Ich frage mich nur immer, wie jemand so extrem doof sein kann, in Asien mit Drogen zu tun haben zu wollen. Hallo? Nix Neues, dass dort die Todesstrafe verhängt wird.
Diese Länder argumentieren damit, dass mit Drogen potentiell getötet werden kann, Menschen in Abhängigkeit geraten, deren Leben und das ihrer Angehörigen zerstört werden. Ja, das ist zwar im Ansatz richtig, aber tatsächlich ist ja noch niemand getötet worden. Scheinbar wird das nicht unterschieden. Schade nur, dass es immer die kleinen doofen Drogenkuriere trifft und nie diejenigen, die die Fäden im Hintergrund ziehen.
Dafür wurde Abu Bakar Bashir, einer der muslimischen geistigen Anstifter der Bombenanschläge auf Bali (Oktober 2002), bei denen unter anderem 88 Australier zu Tode kamen (202 Menschen insgesamt), zu 30 Monaten Haft verurteilt. Öhm und dann hatte er noch ein paar Monate Begnadigung bekommen. Jetzt ist er wieder frei und kann noch ein bisschen weiter plotten.
Ich bin gegen die Todesstrafe. War immer schon so, wird sich auch nichts dran ändern. Auch nicht, wenn meine Kinder ermordet werden sollten (Standardargument der Befürworter).
Aber wenn es in einem Land die Todesstrafe für bestimmte Vergehen gibt, warum wird dann so unterschiedlich geurteilt? Ist ja alles schon alt und nix Neues mehr, weiß ich ja wohl, aber als ich den Artikel über die zum Tode verurteilte Australierin las, kam es mir wieder hoch.
Australians on death row - Human rights Webseite