und das nix mit Elektrizität zu tun hat…wer hätte das gedacht? Die Männer dürfen jetzt nicht mehr ohne Security Guards bestimmte Hochhäuser aufsuchen, um Reparaturarbeiten an den Fahrstühlen durchzuführen oder Menschen in steckengebliebenen Aufzügen zu befreien. Letzte Woche kam einer der Monteure in so ein Hochhaus, rief zu den im Fahrstuhl festsitzenden Leuten, er würde sie in wenigen Minuten rausholen und die hatten nichts besseres zu tun, als zu pöbeln und ihm Schläge anzudrohen. Und das ist nicht das erste Mal. Jedenfalls war der Mann so clever und hat noch aus dem Aufzugsmotorraum, in dem auch eine Sprechanlage ist, die Sicherheitsleute gerufen. Die haben gleich die Polizei angerufen. Dann ist der Monteur, mit Polizeischutz durch den Mob, der unten im Foyer tatsächlich auf ihn gewartet hatte, geführt worden.
Manche Leute haben keine Manieren, dass wissen wir ja. Aber das ein Mann bedroht wird, der zur Hilfe eilt, lässt mich am Verstand dieser Leute zweifeln. Zuviel gesoffen, gedrückt, geschnupft, geraucht? Zu viele Pillen reingepfiffen?
In Zukunft dürfen die Männer nur zu zweit dort aufschlagen und werden von Sicherheitsleuten begleitet. Das Problem dabei ist, dass die sich eh schon die Hacken wund rennen, um überhaupt mit den ganzen eingehenden Anrufen Schritt zu halten und somit ja jetzt immer ein Mann gerade irgendwo fehlt. Mein Vorschlag: Aufzüge still legen – lasst die Ärsche doch Treppen laufen. Problem dabei, es wohnen auch normale Menschen in diesen Ghettos und die können ja auch nichts dafür.
Der Besitzer eines Wohnhauses fragt ständig die gleiche Frage…Ich verstehe nicht, warum der Lift so häufig den Geist aufgibt. Woran liegt das? Immer noch daran, dass er Baujahr 1920 ist, es im Motorraum über 50 Grad sind, weil keine Ventilation eingebaut wird und daran wird sich auch nichts ändern, wenn Sie weiterhin so ein Pfennigfuchser sind!
Das bringt mich jetzt zum alten Myer (Kaufhauskette) Gebäude in Melbourne. Myer ist irgendwann um 1911 gegründet worden. Ob das Gebäude auch schon so alt ist oder noch älter weiß ich so aus dem Stehgreif nicht. Jedenfalls ist dort noch alles aus Holz – ein Albtraum, wenn mal ein Feuer ausbrechen sollte. In Tasmanien ist im letzten Jahr so ein Myer Gebäude niedergebrannt. Im Gebäude in Melbourne gibt es auch einige Aufzüge, die tatsächlich von einem Aufzugsfahrer(in) bedient werden. Da steht dann so ein armes Schwein stundenlang und bedient einen Hebel. Wie man das aus amerikanischen Filmen kennt. In roter Uniform. Ja und was soll ich sagen, nicht nur kommt man sich dabei als Kunde deppenhaft vor, nein vor Monaten las ich auch mal einen Artikel über einen Fahrstuhlführer, der jetzt in Rente gegangen ist – ähm nach 25 Jahren Fahrstuhl bedienen. Und der Mann hatte seinen Job geliebt!
Hier habe ich einen Link zu einem Forum gefunden, in dem sehr schöne historische und neue Aufnahmen des Gebäudes gepostet wurden. Wenn ihr Lust habt, schaut mal vorbei. Ich finde es lohnt sich, sich die Aufnahmen anzusehen. Auf dem schwarzweiß Foto, das wo die Meute vor der Tür steht, kann man sehr gut sehen, wie es auch heute noch aussieht, wenn Myer Sommer- oder Winterschlussverkauf macht. Da stellen sich die Menschen im Morgengrauen an, manche übernachten sogar auf dem Bürgersteig, um am nächsten Morgen einer der ersten zu sein, die ins Kaufhaus stürzen, wenn die Türen geöffnet werden. Ist jedesmal eine Nachricht im Fernsehen wert – traurig, nicht wahr? – da sieht man dann eine Horde trampelnder wildgewordener Affen. Mir ist nicht bekannt, ob jemals dabei jemand zu Tode gequetscht oder getrampelt wurde.
Schade eigentlich, dass John kein Interesse am bloggen hat. Die Männer könnten Geschichten erzählen über ihren Job – vor einigen Monaten öffneten ihm “Woody Allen” und “Mortica” (Addams Family – Anjelica Huston) die Tür
Sieht aus, als wär’s noch ein schönes Kaufhaus, bei uns stecken die ja in einer Existenzkrise, denn alles strömt jetzt in “Malls”, also Einkaufszentren. Ich finde letztere aber auch netter.
Als ich hierher zog, dachte ich wie schrecklich diese Einkaufzentren sind. Die meisten haben nichts besonderes zu bieten. Mittlerweile finde ich Shopping Center cool, egal welches Wetter ist, du kannst stundenlang shoppen
In der City gibt es z. B. das Melbourne Central Center. Man hat dort einen Teil der Mauer eines alten Schießturmes stehen lassen, sieht klasse aus. Oder die Royal Arcade. Die ist noch aus dem Jahr 1870 – man fühlt sich glatt in die Vergangenheit versetzt, um so mehr, als das die Architektur völlig anders ist, als ich es aus Deutschland kenne.
Wenn also die modernen Center dem Besucher mehr bieten, als schnöde langweilige Shops, dann sind so Einkaufstempel klasse.