2.015 cm horizontale Position diverser Linien

Einmal sogar 2.95 cm. Kam mir vor wie der Typ in Tommy Jauds Buch Vollidiot, der den Standort des Ikeasessels oder Regals oder was der sich noch gekauft hatte, nicht mehr aus dem Kopf bekam – C30 – war es glaube ich.

Ja, hatte heute einen Probedruck im Printshop von meinem Kalender machen lassen. Konnte und wollte nicht warten. Da gab es noch so einige Pixel zu verschieben, Seitenränder zu vergrößern und was nicht noch. Hab jetzt stundenlang alles gefixt und träume heute Nacht bestimmt von Pixeln. Grausam – meinen Lebensunterhalt könnte ich mit so einer Fummelarbeit nicht verdienen. Die junge Tusse im Laden machte auf mich den Eindruck, als wäre sie lieber ganz woanders. Da war die Astrid aber viel freundlicher, aber die war am Nachmittag leider nicht da. Man ist hier ja schon ganz verwöhnt, was den Kundenservice angeht und wenn dann so eine Verdrießliche bedient, könnte man glatt auch verdrießlich werden. Ein Wort, dass ich schon ewig weder geschrieben, noch laut ausgesprochen habe. Hört sich ein wenig fremd an – verdrießlich – muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen…

Ich war ganz aufgeregt ihn endlich zu sehen und auch, ob die Farben gut rauskommen. Ja, finde ich schon. Die hatten das Probeexemplar auch nicht richtig spiralgebunden. Als die Verdrießliche umblätterte, lößte sich ein Blatt. Da wurde sie noch griesgrämiger. I hate this, sagte sie und ich denke, sie kann froh sein, dass ihre Chefin nicht da war. Was für eine Trulla. Soll sich doch einen anderen Job suchen, wenn ihr dieser zu viel ist. Leute gibts….

Es regnet und ist kalt. Naja, kühler sollte ich wohl sagen. Heute Mittag waren wir lecker essen und ich denke nächste Woche gehen wir auch  noch mal mit Freunden. Nächste Woche Freitag düsen Jaime und ich ja schon los, bin zwischendurch deswegen etwas nervös und hoffe, dass ich nichts Wichtiges vergesse.

Morgen früh gehts zum Queen Victoria Market, hoffe es regnet dann nicht. Wäre schade, man kann da schon stundenlang stöbern. Ich war schon einige Jahre nicht mehr dort, aber großartig verändert wird sich nichts haben.

In Australien spricht man Englisch ;-)

Haben 1960 noch 40 % der Abiturienten wenigstens eine Fremdsprache gelernt, fällt der Anteil heute rapide. Nur noch 13 % der Schüler machen sich die Mühe, eine Fremdsprache zu lernen. Angeblich wird von Berufsberatern und Lehrer abgeraten. Wozu soll man eine Fremdsprache lernen? Weiß nicht, ob bei denen die Betonung auf Fremd liegt. Seltsame Einstellung. Das ist jetzt der Regierung aufgefallen und nun wird geschaut, wie man das ändern kann. Australische Schüler und Studenten sollen jetzt globalisiert werden – sozusagen. Das hat aber lange gedauert, bis es jemandem aufgefallen ist, dass die meisten Aussies nur Englisch sprechen.

Es kann einem allerdings passieren, dass einem ein völlig Fremder, wenn er erfährt, dass man Deutsche ist plötzlich 99 Luuftballuuns ins Ohr trällert oder auch schon mal ein Ik liiiebe disch um die Ohren haut.

Die fünft meist gelehrten Fremdsprachen an öffentlichen Schulen hier sind japanisch, italienisch, indonesisch, französisch und deutsch. 

Marco hatte in der Highschool bis zum Abitur Deutsch belegt. Einmal mussten sie einen Text übersetzen. Darin kam das Wort Kippe vor. Aus dem Zusammenhang ging ganz klar hervor, dass es sich hier um die Zigarettenkippe handelte. Seine Lehrerin bestand allerdings drauf, dass es sich um die Müllkippe handelt – was völlig kontextfrei gewesen wäre – sie hat nicht nachgegeben. Auch nicht, als ein serbischen Mädel, das noch nicht lange in Australien war, aber fünf Jahre in Deutschland gelebt hatte, meinte, dass Marco Recht hat. Da fragt man sich doch, wo die Lehrerin ihre Deutschkenntnisse her hatte :-)

Beim Elternsprechtag stellte sich dann viel später heraus, dass sie zwar deutscher Abstammung war, aber in Australien aufgewachsen. Aha. Die wollte mit mir nämlich nicht Deutsch sprechen. Nein, das könne sie nicht so gut und laberte auf Englisch weiter.

Ich weiß bis heute nicht, ob die Frau tatsächlich die Sprache mal so ein klitzekleines bisschen studiert hat oder einfach nur ihre Deutschkenntnisse von Omma und Oppa hat. Sie fährt aber jedes Jahr auf Klassenfahrt nach Deutschland. Hoffen wir für die nächste Schülergeneration, dass sie auf einen ihrer vielen Trips mal den Unterschied zwischen Kippe und Kippe lernt ;-)

Das Elektriker sein so gefährlich sein kann

und das nix mit Elektrizität zu tun hat…wer hätte das gedacht? Die Männer dürfen jetzt nicht mehr ohne Security Guards bestimmte Hochhäuser aufsuchen, um Reparaturarbeiten an den Fahrstühlen durchzuführen oder Menschen in steckengebliebenen Aufzügen zu befreien. Letzte Woche kam einer der Monteure in so ein Hochhaus, rief zu den im Fahrstuhl festsitzenden Leuten, er würde sie in wenigen Minuten rausholen und die hatten nichts besseres zu tun, als zu pöbeln und ihm Schläge anzudrohen. Und das ist nicht das erste Mal. Jedenfalls war der Mann so clever und hat noch aus dem Aufzugsmotorraum, in dem auch eine Sprechanlage ist, die Sicherheitsleute gerufen. Die haben gleich die Polizei angerufen. Dann ist der Monteur, mit Polizeischutz durch den Mob, der unten im Foyer tatsächlich auf ihn gewartet hatte, geführt worden.

Manche Leute haben keine Manieren, dass wissen wir ja. Aber das ein Mann bedroht wird, der zur Hilfe eilt, lässt mich am Verstand dieser Leute zweifeln. Zuviel gesoffen, gedrückt, geschnupft, geraucht? Zu viele Pillen reingepfiffen?

In Zukunft dürfen die Männer nur zu zweit dort aufschlagen und werden von Sicherheitsleuten begleitet. Das Problem dabei ist, dass die sich eh schon die Hacken wund rennen, um überhaupt mit den ganzen eingehenden Anrufen Schritt zu halten und somit ja jetzt immer ein Mann gerade irgendwo fehlt. Mein Vorschlag: Aufzüge still legen – lasst die Ärsche doch Treppen laufen. Problem dabei, es wohnen auch normale Menschen in diesen Ghettos und die können ja auch nichts dafür.

Der Besitzer eines Wohnhauses fragt ständig die gleiche Frage…Ich verstehe nicht, warum der Lift so häufig den Geist aufgibt. Woran liegt das? Immer noch daran, dass er Baujahr 1920 ist, es im Motorraum über 50 Grad sind, weil keine Ventilation eingebaut wird und daran wird sich auch nichts ändern, wenn Sie weiterhin so ein Pfennigfuchser sind!

Das bringt mich jetzt zum alten Myer (Kaufhauskette) Gebäude in Melbourne. Myer ist irgendwann um 1911 gegründet worden. Ob das Gebäude auch schon so alt ist oder noch älter weiß ich so aus dem Stehgreif nicht. Jedenfalls ist dort noch alles aus Holz – ein Albtraum, wenn mal ein Feuer ausbrechen sollte. In Tasmanien ist im letzten Jahr so ein Myer Gebäude niedergebrannt. Im Gebäude in Melbourne gibt es auch einige Aufzüge, die tatsächlich von einem Aufzugsfahrer(in) bedient werden. Da steht dann so ein armes Schwein stundenlang und bedient einen Hebel. Wie man das aus amerikanischen Filmen kennt. In roter Uniform. Ja und was soll ich sagen, nicht nur kommt man sich dabei als Kunde deppenhaft vor, nein vor Monaten las ich auch mal einen Artikel über einen Fahrstuhlführer, der jetzt in Rente gegangen ist – ähm nach 25 Jahren Fahrstuhl bedienen. Und der Mann hatte seinen Job geliebt!

Hier habe ich einen Link zu einem Forum gefunden, in dem sehr schöne historische und neue Aufnahmen des Gebäudes gepostet wurden. Wenn ihr Lust habt, schaut mal vorbei. Ich finde es lohnt sich, sich die Aufnahmen anzusehen. Auf dem schwarzweiß Foto, das wo die Meute vor der Tür steht, kann man sehr gut sehen, wie es auch heute noch aussieht, wenn Myer Sommer- oder Winterschlussverkauf macht. Da stellen sich die Menschen im Morgengrauen an, manche übernachten sogar auf dem Bürgersteig, um am nächsten Morgen einer der ersten zu sein, die ins Kaufhaus stürzen, wenn die Türen geöffnet werden. Ist jedesmal eine Nachricht im Fernsehen wert – traurig, nicht wahr? – da sieht man dann eine Horde trampelnder wildgewordener Affen. Mir ist nicht bekannt, ob jemals dabei jemand zu Tode gequetscht oder getrampelt wurde.

Schade eigentlich, dass John kein Interesse am bloggen hat. Die Männer könnten Geschichten erzählen über ihren Job – vor einigen Monaten öffneten ihm “Woody Allen” und “Mortica” (Addams Family – Anjelica Huston) die Tür ;-)

Ich mag keine kirchlichen Feiertage

Sie können mir gestohlen bleiben. Heute saß ich mit Jaime und mir selbst herum. Andere Leute besuchen ihre Familien oder Freunde, unternehmen etwas gemeinsam…ja ja seit vielen Jahren hocke ich an vielen Feiertagen alleine, weil John dann meistens arbeitet. Meine Schwiegerfamilie mag mich so sehr, dass ich mich vor Anrufen und Besuchen gar nicht retten kann.

Dafür habe ich aber gerade eine Videokonferenz mit meiner Mutter, Tante, Onkel und Cousine gehabt. Die haben mich ganz doll lieb :-)

Ich bin froh, wenn ich bald nach Deutschland fliege und mir eine Portion Familie einverleiben kann.

Wir wandern auch aus

Zur Not mit öffentlichen Verkehrsmitteln – meine Güte – habe ich gelacht. Ich weiß nicht, warum ich mir das manchmal antue, vermutlich kommt die Voyeurin in mir raus, wenn ich mir die Auswandersendungen im Netz anschaue.

Da zieht eine Familie mit vier Kindern nach Sardinien, war noch nicht einmal in Italien und spricht selbstvertändlich keinen Piep italienisch. Vadder ist mit seinem Schwager in Spee mit einem kleinen Umzugswagen vorgefahren, Mutter, Schwester und die Kinder nehmen den Abendbus außerhalb Hamburgs zum Flughafen, weil öhm am frühen Morgen kein Bus fährt und der Flieger um 6 Uhr morgens geht. Das Gepäck bringt am nächsten Tag ein Freund zum Flughafen. Da übernachten diese Menschen mit ihren kleinen Kindern öffentlich, sind um die 30 Stunden unterwegs, haben aber nur eine Flugzeit von 3.5 Stunden. Und alles nur, weil sie sich kein Taxi leisten wollten.

Scharfe Kandidaten für den Deppen-Preis des Monats :-)

Viel Glück Familie XY aus Hamburg, Sie können es sicher gebrauchen - Hauptsache die Sonne scheint häufiger auf Sardinien, als in Deutschland, der Rest findet sich schon.  

Arbeitsfreie Tage gibt es in Oz

nur sehr wenige. Heute ist auch hier Karfreitag, einer der wenigen Tage, an denen auch hier bei uns die Geschäfte geschlossen sind. Außerdem noch am Weihnachtsfeiertag und am Ostersonntag. Ich wüsste jetzt nicht, dass an anderen Feiertagen die Geschäfte komplett geschlossen sind. Entweder sind sie an anderen Feiertagen geöffnet oder stundenweise geöffnet. Das mag in anderen Bundesländer anders sein, ich weiß es nicht wirklich.

Tatsächlich macht es sich bemerkbar, ich höre kaum Autoverkehr, weder vom alten Highway an dem wir wohnen, noch vom Bypass her, einen Zug habe ich auch noch nicht gehört. Auch niemanden, der Rasen mäht. Man wundert sich, dass plötzlich alles so leise ist. Aber das wird sich morgen schon wieder ändern. Da rasen dann alle wieder wie blöde herum, die letzten Einkäufe werden getätigt, dabei ist es dann nur noch der Ostersonntag, an dem man nix kaufen kann. Montag wird wieder alles wie gehabt sein. Ich kenne das ja noch von Deutschland her, dass Horden von Einkäufern die Supermärkte belagern, als gelte es sich für die kommenden Wochen auf eine Naturkatastrophe vorzubereiten.

Mir tut die Ruhe gut – wollte ich nur mal gesagt haben.

Aha – Jodie Foster

hatte ihren Film Nim’s World an der Gold Coast in Queensland, Australien gedreht. Wusste ich nicht, kenne den Kinderfilm auch nicht. Aber Jodie Fosters Filme mag ich gerne. Als ich zum ersten Mal in einem Film ihre Stimme gehört habe, war das richtig komisch. Jahrelang an ihre deutsche Synchronstimme gewöhnt, hatte ihre eigene Stimme schon fast gestört. Mittlerweile hat sich das natürlich geändert, die Frau hat tatsächlich eine sehr angenehme Stimme, sehr einprägsam, eine die man sofort erkennt, wenn man sie nur hört.

Jodie gehört für mich zu den wenigen Schauspielern, die gute Filme machen, nicht ständig durch alberne Verhaltensweisen, acht geschiedenen Hollywood Ehen, seltsamen spirituellen Ritualen und Religionen, von denen vorher noch kein Mensch etwas gehört hat, auf sich aufmerksam macht. Die Frau ist so privat, das mag ich so sehr an ihr. Sie ist keine Schönheit, sie ist aber nicht hässlich, sie ist halt Jodie. Eine reine Wohltat eine natürliche Frau in dieser Industrie zu sehen.

Queensland hat ihr auf jeden Fall gefallen – na, das wird den Australiern doch wieder runter gehen wie Butter.