Nehmt die Doofen den Computer wech

My my warum muss ich  mich mit “die Doofen” herumschlagen? Meine Antwort an  Werner  (Maul auf und Dampf ablassen) hatte ich umgehend geschrieben. Sie sollte dieses Mal öffentlich sein. Text an Barbara geschickt, Text wieder zurückgezogen, weil ich mir dachte, ach herrje, ist es einfach nicht wert, mich darauf einzulassen. Jetzt habe ich mich dazu entschieden den Text doch so veröffentlichen zu lassen. Aus einem einfachen Grund. Dummheit muss nicht ohne Manieren durchs Leben gehen. Ich pöbel auch keine fremden Menschen an. Wie lange wollen wir Blogger aus dem Ausland uns eigentlich noch Pöbeltöne, beknackte Kritik von Leuten die nicht nur alles besser wissen, nein, die auch alles besser können (wo bitte darf ich deren Blogs lesen?), Themenvorschläge und was deren Tastaturen in der Anonymität ihres kleingeistigen Lebens noch an geistigem Dünnschiss hergibt, durchlesen?

Gudrun Lahm, die auf der Sternwebseite über Australien berichtete, Cornelia Fuchs, die aus London für den Sternblog berichtet, sind da nur zwei Beispiele von Bloggern, die sich mit solchen Arschgeigen auseinandersetzen müssen. Ich finde es abartig Menschen derart anzugreifen. Man fragt sich, würden diese Luschen sich auch trauen, wenn sie einem gegenüber stehen? Cornelia Fuchs ist zeitweise sogar dazu übergegangen die Kommentarfunktion zu ihrem Blog zu sperren. Persönlich finde ich ihren Blog sehr lesenswert und freue mich immer, wenn ein neuer Artikel erscheint. Aber vielleicht kann man das nur nachvollziehen, wenn man selbst im Ausland lebt. Ich weiß es nicht, aber ich habe keine Lust mein Mund zu halten, wenn die Werners dieser Welt ihre Backen aufreißen.

Hier also ein Teil meiner Antwort an jemanden, der offensichtlich nicht lesen kann:

Das Schöne an geschriebenen Wörtern ist ja, dass man sie sich immer wieder durchlesen kann, bis man sie letztendlich verstanden hat. Hier also eine kleine Anleitung:

Weblog-Lesen für Anfänger

Es ist möglich, dass Menschen über Erlebnisse und Emotionen schreiben, die sie gar nicht erlebt haben. Das nennt man im allgemeinen Sprachgebrauch „Fiktion“ oder „Belletristik“. Schlichtere Gemüter mögen es auch „Bücher schreiben“ nennen und darin kann man dann lesen, was Tante Trude erlebte, obwohl der Autor gar keine Tante Trude hat.  Wenn aber zu einem Weblog geschrieben steht, dass über Familie berichtet wird, dann ist auch Familie drin. Das ist nicht so wie in der Werbung für Putzmittel – garantiert streifenfrei – und hinterher findet man die Streifen, die angeblich gar nicht drin sind, auf den Badezimmerfliesen.

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An der Linie trennen und an den Bildschirm tackern.

Pech gehabt!?

Eine Australierin hatte das Urteil (lebenslange Haft wegen Drogenschmuggels von 1.55 kg Heroin in Vietnam) angefochten. Nun hat man sie zum Tode durch Erschießen verurteilt.

Mmh ist nicht die erste Person und  wird auch nicht die letzte Person sein, die wegen Drogenschmuggels in Asien zum Tode verurteilt wird. Im Artikel stand, dass Vietnam bislang immer davon abgesehen hatte, Australier zum Tode zu verurteilen, um die Geschäftsbeziehungen nach Oz nicht zu stören. Andere asiatische Länder kümmert das wenig, da werden nach wie vor Todesurteile verhängt und ausgeführt.

Scharpelle Corby sitzt seit einigen Jahren in Indonesien für 20 Jahre im Knast, weil sie 4 kg Marihuana nach Indonesien geschmuggelt hat.  Auch sie hatte das Urteil angefochten, am Ende war es von 15 Jahre auf 20 Jahre erhöht worden.

Die Bali 9 sitzen seit einiger Zeit, weil sie versucht haben etliche kg Heroin nach Australien zu schmuggeln. Sechs von ihnen sind ursprünglich zum Tode verurteilt worden, die anderen zu ewig langer oder gar lebenslanger Haft. Ich habe es nicht weiter verfolgt, ob einige noch der Todesstrafe entkommen konnten oder nicht. Ich frage mich nur immer, wie jemand so extrem doof sein kann, in Asien mit Drogen zu tun haben zu wollen. Hallo? Nix Neues, dass dort die Todesstrafe verhängt wird.

Diese Länder argumentieren damit, dass mit Drogen potentiell getötet werden kann, Menschen in Abhängigkeit geraten, deren Leben und das ihrer Angehörigen zerstört werden. Ja, das ist zwar im Ansatz richtig, aber tatsächlich ist ja noch niemand getötet worden. Scheinbar wird das nicht unterschieden. Schade nur, dass es immer die kleinen doofen Drogenkuriere trifft und nie diejenigen, die die Fäden im Hintergrund ziehen.

Dafür wurde Abu Bakar Bashir, einer der muslimischen geistigen Anstifter der Bombenanschläge auf Bali (Oktober 2002), bei denen unter anderem 88 Australier zu Tode kamen (202 Menschen insgesamt), zu 30 Monaten Haft verurteilt. Öhm und dann hatte er noch ein paar Monate Begnadigung bekommen. Jetzt ist er wieder frei und kann noch ein bisschen weiter plotten.

Ich bin gegen die Todesstrafe. War immer schon so, wird sich auch nichts dran ändern. Auch nicht, wenn meine Kinder ermordet werden sollten (Standardargument der Befürworter).

Aber wenn es in einem Land die Todesstrafe für bestimmte Vergehen gibt, warum wird dann so unterschiedlich geurteilt? Ist ja alles schon alt und nix Neues mehr, weiß ich ja wohl, aber als ich den Artikel über die zum Tode verurteilte Australierin las, kam es mir wieder hoch.

Australians on death row - Human rights Webseite

Flight Centre

hat mich gestern angerufen, ich müsste meine Tickets bezahlen. Wieso? Hab ich doch letzte Woche überwiesen. Es fehlen noch 500 $ für die Reisekostenversicherung. Wieso? Der Endpreis war doch xy. Ja, aber wenn Sie mal richtig auf die Rechnung schauen, dann sind die 500 $ separat aufgeführt. So eine verdammte Scheiße. Noch mehr Geld aus den Rippen schneiden. Im Moment scheint es sich nur um 500 $ Rechnungen bei uns zu handeln – die Kfz-Steuerrechnung liegt auch hier rum und beträgt 532 Schleifen. Gestern noch für die Heckscheibe so viel bezahlt – man ich tu nicht mehr. Meine Reisekasse schrumpft.

Hat jemand einen Job für mich im Urlaub?

In Zukunft werde ich eh direkt bei Emirates buchen, spart ein bisschen Geld und laut Johns Aussage, also nicht meinem, dem Mann von meiner Bekannten Sara, haben sie viel flexiblere Tickets, als ich. Sie wollen im August mit den Kindern für vier Wochen nach Schottland fliegen.

Es soll kühler werden

Ich habe jetzt auch wirklich genug von der herbstlichen Hitze. Bis 00.30 Uhr waren es noch 31 Grad, heute morgen las ich, dass es erst gegen 7.30 Uhr langsam abgekühlt war. Nun sinds nur noch 24, hoffentlich bleibt es so. Die Nacht war schrecklich, niemand von uns konnte so richtig schlafen. Ich hatte in Jaimes Bett geschlafen, weil es in seinem Zimmer noch zu heiß war, als er ins Bett ging. Da er ein Hochbett hat, können wir keinen Deckenventilator installieren. Es steht aber ein Ventilator auf seiner Kommode, der mir die ganze Nacht über Luft ins Gesicht blies. Und endlich klapperte im Morgengrauen das Bambusrollo, das wir von außen angebracht haben in einer ersten leichten Brise.

Das hieß dann auch für mich, dass ich nicht mehr schlafen konnte und um 6 Uhr früh aus dem Bett geklettert war. Im wahrsten Sinne des Wortes. Eines Tages falle ich bestimmt die Leiter herunter. Ich steige sie praktisch vorwärts hinunter, weil irgendwie kein Platz für einen Erwachsenen ist, sich zu drehen. Oder sagen wir einmal so – es sähe höchst bescheuert aus, auf allen Vieren im Bett herumzukrabbeln bis man die richtige Position erreicht hätte, Hintern ausgestreckt, mit dem Fuß vorsichtig Halt suchen - ach nee muss ja nicht sein.  

Wir spielen bei Hitze immer mal wieder – wer schläft wo – manchmal ist Marco nachts nicht zu Hause, dann wird auch noch sein Bett benutzt – von Jaime. Jedenfalls war es noch dunkel, als ich mir den ersten Kaffee machen wollte und Licht einschaltete. Ein griesgrämiger Marco kam aus dem Wohnzimmer – ob ich ihn nicht gesehen hätte auf dem Sofa? Nö, hatte ich nicht.

Um 10 Uhr war ich so müde, dass ich mich aufs Bett geschmissen habe und zwei Stunden halb geschlafen, halb gedöst hatte. Aber was sollen die Leute in Adelaide (Hauptstadt von Südaustralien) sagen? Die hatten 15 Tage hintereinander Mitte bis Ende 30 Grad.

Konsumenten-Ärger

Als wäre die Sache mit der zerbrochenen Autoscheibe gestern nicht genug gewesen, fiel mein Blick auf unsere Telefonrechnung. Aha denke ich, dreh doch mal um und schau dir mal die gelisteten Gespräche an. Und was sehe ich? Nicht nur zahlen wir seit Monaten eine 2 $ Gebühr dafür, dass wir keine Einzugsermächtigung unterschrieben haben, sondern jetzt auch eine 2 $ Gebühr für die Ehre eine Rechnung geschickt zu bekommen.

Nachdem meine Schnapp-Atmung sich wieder normalisiert hatte, habe ich ein giftiges Email an die Telefongesellschaft abgefeuert. Hallo? Gehört es nicht zu einer Geschäftsbeziehung Rechnungen zu schreiben? Mir ist das scheißegal, ob wir die in Papierform oder Emailform bekommen, ob man sie uns per Morsezeichen übermittelt oder Telepathie – ich kann nicht einsehen, dass es so richtig sein soll, dass uns niemand informiert hat, dass Rechnungen in Papierform in Zukunft berechnet werden würden. Die können sich ihre 2 $ Gebühr für ihre Papierrechnung dahin schieben, wo die Sonne nicht scheint, erspart mir auch das Zerschreddern.

Das der Konsument jetzt auch noch bestraft wird, weil er nicht jedem Hinz und Kunz Zugang zu seinem Bankkonto gewährt, ist seit über einem Jahr üblich. Auch hier ist diese besagte Gebühr klammheimlich erhoben worden. Wir hatten deshalb seinerzeit den Anbieter gewechselt, aber kurz darauf erhob auch der neue Anbieter diese Gebühr. Ich weiß, dass sich viele Leute darüber aufgeregt hatten, aber Consumer Watch Dog hat wohl nichts dagegen unternommen oder unternehmen können.

Wie dem auch sei, wagen die es mir keine Alternative zur Papierform anzubieten, bin ich dort die letzte Zeit Kunde gewesen.

Scheinbar beschäftigen solche Firmen Angestellte, die den ganzen Tag nix anderes machen, als sich zu überlegen, welche ominösen Gebühren man erfinden kann, um an das Geld anderer Leute zu kommen. Natürlich sind es Kleckerbeträge – aber inzwischen kleckert sich das hier auf 4 $ – die habe ich lieber in meinem Portemonnaie.

Ich weiß was, was du nicht weißt

Hola – heute hatte ich einen Link im Kasten zu einem Australienbuch – so ein Handbuch für Auswanderer – da gabs eine Leseprobe. Dass jemand die meisten Informationen über das Bundesland besitzt in dem er/sie/es/wir/ihr/sie leben, ist verständlich. Aber bitte – es schadet einem Sachbuch nicht, wenn Informationen aus dem eigenen Bundesland richtig sind. Mir ist es völlig schleierhaft, wie jemand schreiben kann, dass Kinder mit vier Jahren zur Vorschule gehen und mit fünf Jahren in die erste Klasse eingeschult werden.

Mit vier Jahren können sie in den Kindergarten gehen (sie müssen nicht), der nicht so wie in Deutschland, täglich stattfindet, sondern nur bis zu, ich glaube, 15 Stunden wöchentlich. Man kann dieses Jahr durchaus mit dem letzten Kindergartenjahr in Deutschland vergleichen, denn in dieser Zeit wird ein bisschen auf die Schule vorbereitet. Und auch hier geben die Kindergärtnerinnen Empfehlungen für die Schule, sprich sie schreiben einen Bericht über die Kinder. Ich war sehr beeindruckt seinerzeit von der Kompetenz und der guten Zusammenarbeit der Kindergärtnerinnen mit uns Eltern. Übrigens können sie auch mit drei Jahren in den Kindergarten gehen, aber wenn mich mein Gedächtnis hier nicht trügt, waren das damals für Jaime öhm 5 Std. die Woche haha.

Wer seine Kinder unterbringen muss, weil er arbeitet, muss sich auf Tagesmütter oder Kinderkrippen verlassen.

Die Kinder werden mit fünf Jahren eingeschult, das ist soweit richtig. Aber sie kommen nicht in die erste Klasse, sondern ins Prepjahr. In diesem Jahr, was ein ganz normales Schuljahr für sie ist, lernen sie lesen, rechnen, schreiben. Alles ist ein wenig lockerer, sie dürfen sich auch noch mal ausruhen, wenn sie müde sind. Die Grundschule dauert hier dadurch 7 Jahre und ab der 7. Klasse geht man zur Highschool.

Ferner steht in der Leseprobe, dass man die Kosten für ein Studium selbst tragen muss bzw. unter bestimmten Umständen später vom Gehalt zurückzahlen muss. Aha! Warum muss man Geld zurückzahlen (an wen überhaupt und von welchen Umständen wird hier gesprochen?), wenn man die Kosten ohnehin selbst tragen muss? Was für eine schräge Information.

Für alle, die es interessiert. Wer nur permanent residency besitzt und nicht die australische Staatsangehörigkeit, der hat höhere Studiengebühren aus eigener Tasche zu zahlen. Den Rest kann man durch ein staatliches Darlehen finanzieren, welches sobald man im Berufsleben steht, genauso wie in Deutschland auch (Bafög) in Raten zurückgezahlt werden muss. Wer australischer Staatsbürger ist, bekommt sein gesamtes Studium über das Darlehen finanziert.

Nun, wie erfährt der Staat, wann und wieviel Geld man verdient? Ganz einfach – über das Finanzamt. Man kann auch, wenn man hier und da mal in der Lage ist, eine größere Summe auf einmal zurückzuzahlen, einen Nachlass bekommen.

Ein bisschen erinnert mich das jetzt an das Auswandervideo über Familie – whatever their name is – die sich über die hohen Lebensmittelkosten hier gewundert hat. Wo doch Frau Whateverhernameis einmal vor fünf Jahren in Oz war und die Lebensmittel so billig fand.

Ich weiß schon, warum ich diese Art Buch nie schreiben würde. Das einzige Buch, das ich zum Thema Australien schreiben würde, wäre eine Art gesammeltes Kolumnen-Buch mit etwas ausführlicheren Artikeln.