Und Menschen können doch fliegen…

Was habe ich in der Erziehung falsch gemacht, dass Marco gerne mal einen wingsuit base jump machen möchte? Mir wird ja schon beim zugucken schlecht.

Ich schicke ihm gleich mal den Link des Pechvogel-Falschirmspringers, dessen Schirm sich erst nicht öffnet und der dann zielstrebig in die Stromleitungen segelt. Das war übrigens sein erster und letzter Sprung :-)

 

Wie leiere ich dem Kunden mehr Geld aus der Tasche?

Auf unserer Telefonrechnung steht ja schon seit langem der Posten 2 $ dafür, dass wir der Telefongesellschaft keine Einzugsermächtigung erteilt haben. Nein, meine Lieben, wir möchten auch nicht, dass Hinz und Kunz Zugriff auf unser Konto hat. Wozu? Wir zahlen unsere Rechnungen pünktlich. Jetzt stehen 2 $ zusätzlich drauf, für die Ehre eine Rechnung geschickt zu bekommen. Bislang war ich immer der Meinung, wer Geschäftsbeziehungen pflegt, schreibt Rechnungen, für dessen Aufwand er den Verbraucher nicht finanziell belangt, weil ähm – ja wie soll ich es jetzt sagen – man sonst dem Kunden Geld für das Privileg dafür aus der Tasche leiert, ähm Kunde zu sein. Ja, ich glaube das trifft ganz gut, wie ich es empfinde. Ich muss keine Papierrechnung mit der Post empfangen. Ich möchte aber verdammt noch mal rechtzeitig darüber aufgeklärt werden und eine Wahlmöglichkeit haben und nicht klammheimlich hier 2 $ und da 2 $ mehr berechnet bekommen. Das regt mich total auf. Es regt mich auf, wenn so etwas nicht ganz deutlich in großen Buchstaben auf der letzten Rechnung steht. Ich möchte kein Elektronenrastermikroskop benutzen müssen, um über Änderungen informiert zu werden. Ich fühle mich verarscht.

Immer noch konsumgeil?

John und ich haben eine große Bitte an alle Konsumenten. Bitte hört auf Geld auszugeben, das ihr nicht besitzt. Wir wollen einfach nicht mehr für Leute „bestraft“ werden, die ständig ihre Kreditkarten zücken, aber kein Geld auf dem Konto haben. Oder wie sonst ist die Aussage zu verstehen, dass der Leitzins erhöht werden muss, weil die Australier zu viel Geld ausgeben? Und könnte mal jemand dem Harvey Norman erzählen, niemand braucht Konsumgüter, die er sich nicht leisten kann. Schluss mit der Werbung – Kauf heute – bezahl drei Generationen später!
Auch bei dem Angebot – Kauf 2, ramsch dir das dritte Teil für den halben Preis – spart man nicht wirklich. Logik sagt zwar bei diesem verführerischen Angebot, je mehr Geld man ausgibt, je mehr spart man, aber hey – dem ist nicht so.
Je mehr Geld man ausgibt, je mehr Geld gibt man aus. Da gibt’s kein Drehen und Wenden, wie es gerade dem Konsumentenhirn passt.
Kaufentscheidung treffen, Ware auf Verkaufstresen legen, Geld dem Verkäufer hinlegen, Verkäufer nimmt Geld, Geld wech, knisternde Scheine und klimpernde Münzen auf Konto von Geschäftsinhaber, Geschäftsinhaber auf Weltreise, Konsumenten-Portemonnaie leer – langes Gesicht, Geschäftsinhaber hält sich vor lauter Lachen den Bauch und stopft sich erlesene Speisen in den Rachen, Konsument isst Fish ’n Chips, Konsument fühlt sich schlecht, Konsument geht einkaufen, Inhaber hat Dauergrinsen im Gesicht.

Meine Version von „Volkswirtschaft leicht gemacht“ – gepaart mit Lebenserfahrung. Aber das Schärfste kommt ja noch. Weil in Amerika die Banken zu viel Geld an Menschen verliehen haben, die sich dann wiederum Häuser davon gekauft haben, die sie sich nicht leisten konnten und viele ausländische Banken Geld in diese Hypotheken investiert haben, weil sie dachten – hey geil lass uns mal Milliarden verdienen, indem wir Geld verleihen, was uns gar nicht wirklich gehört (das merkt ja niemand) – steigen bei uns die Zinsen. Oder habe ich das missverstanden? Ich lasse mich gerne aufklären, man will ja keinen Unsinn erzählen.

Jetzt jammert eine große Bank nach der anderen, alle paar Tage kann man lesen, wie viele Millionen Verlust sie gemacht haben. Da sag ich mal, hättet nicht so gierig sein sollen, was natürlich auch auf die Investoren, sprich Aktienbesitzer zutrifft, denn die wollen ja immer höhere Dividenden. Dass deutsche Banken  Otto Normal, der vielleicht gerade einmal weiß, wie Aktie geschrieben wird, heutzutage wenn er/sie/ arbeitslos wird ohne mit der Wimper zu zucken den Dispokredit sperren und gleich das überzogene Konto ausgeglichen haben wollen und somit dem Kunden, den sie sowieso gar nicht haben wollen, noch mehr in die Misere und Schuldenspirale drängen, ist vermutlich vielen Leuten, gar nicht klar. Man muss eben studiert haben, um das Geld anderer Leute verprassen zu dürfen. Kann mal jemand dieses Karussell stoppen? Ich will aussteigen.

Wie Geld funktioniert wird hier in drei Teilen so anschaulich erklärt, dass am Ende nur noch die Frage übrig bleibt „Haben wir alle hochgradig einen an der Klatsche, dass wir es soweit haben kommen lassen?“