unsichtbar? Ein Trottel, der Geld loswerden oder eine simple Auskunft möchte verdient keine professionelle Freundlichkeit. Der ist lästig der Mensch, der da vor einem steht. Was will der überhaupt hier? Hat der kein Zuhause?
Oberstes Oz-Tusse-Gesetz
- Der Kunde wird zuerst begrüßt – nicht umgekehrt. Stummes anglotzen des Kunden macht Kunden aggressiv.
- Spricht der Dienstleister mit einem Kunden am Telefon und ein neuer Kunde betritt das Büro, ist es oberstes Gebot dem Kunden entweder durch ein kurzes Lächeln, Nicken, Hand heben oder was einem sonst einfallen kann (am Kopf oder Hintern kratzen ist nicht vertrauenseinflössend), zu signalisieren Ich hab’ dich gesehen und kümmere mich gleich um dich. Blickkontakt herzustellen ist entgegen landläufiger Meinung der Dienstleister in Deutschland bei Kunden jedweder Altersklasse nicht verpönt.
- Man sollte in der Gegenwart von Kunden weder über Arbeitskollegen, noch über andere Kunden lästern. Da drängt sich mir jedes mal die Frage auf: Was sagen die über mich, sobald ich meinen Luxuskörper aus der Tür gedreht habe? Zweiter Gedanke – aber den verrate ich nicht – who the fuck cares, was Linda Dauerwelle über mich denkt?
Es ist schon ein Kreuz, was einem alles ins Auge springt, wenn man aus einem servicefreundlichem Land auf Visite in Deutschland ist.
Highlights des gestrigen Tages…
freundlich und professionelle Bedienung im italienischen Restaurant. Dito im Eiscafé. Dito bei der Bootstour. Nur die zwei anderen Paare waren nach über eine Stunde genervt, dass die einstündige Bootsfahrt eine halbe Stunde länger dauerte. Ich frage mich, wie kann man nur genervt sein, wenn man etwas umsonst bekommt? Meine Mutter, mit der ich die Bootstour gemacht hatte rollte auch nur genervt mit den Augen und meinte: “Hooch, dass es auch immer Leute gibt, die nicht zuhören!” Tatsache war, der Bootsführer hatte extra angekündigt, dass unsere Tour ca. eine halbe Stunde länger dauern würde, weil noch eine Horde Kinder dazusteigen würde, die Geburtstag feierten. Die halbe Stunde mehr kam dadurch zu Stande, dass er mit dem Boot und uns als Passagiere noch kurz zur “Insel” fahren musste, um dort den “Piratenschatz” zu vergraben, den die Kinder natürlich zum Ende der Tour hin ausgraben sollten. Dabei war uns freigestellt, am Steg zu warten, es wurde niemand gezwungen vorzeitig aufs Boot zu gehen.
Was total peinlich und für meinen Geschmack mal wieder typisch Deutsch war, war die Tatsache, dass der Bootsführer die wartenden Passagiere “vorgewarnt” hatte. “Es kommen noch 10 Kinder an Bord. Wem das etwas ausmacht, der sollte lieber ein anderes Mal Boot fahren.” Für mich hörte sich das so an wie “Entschuldigung, dieser Planet ist auch von Kindern bevölkert. Wer eine Aversion gegen seine kindlichen Mitbürger hat, sollte tunlichst das Weite suchen.” Ein Paar ist daraufhin tatsächlich gegangen. Zwei andere meinten, nö also wirklich… nö warum sollten denn die Kinder stören? Sind doch auch Menschen. Das waren dann die, die nicht richtig zugehört hatten hehe. Jaime hatte übrigens die Fahrt umsonst bekommen, wobei er eigentlich hätte bezahlen müssen. Zwar nur 3 €, aber ich fands richtig nett und hab mich gefreut.