Reisen macht hungrig – Harz I

Am Tag unserer Abreise in den Harz bin ich gegen halb sieben aufgestanden. Wenn ich wach werde, stehe ich auch auf. Seitdem ich in Deutschland bin, bin ich zur Frühaufsteherin mutiert. Wacht meine Schwester auf, dreht sie sich noch mehrmals um und schläft weiter. Wir hatten gesagt, dass wir gegen 10:30 Uhr losfahren, tatsächlich sind wir erst nach 12 Uhr weg gekommen. Dementsprechend hungrig war ich nach einer Stunde Autofahrt. Meine Schwester hatte die weise Voraussicht belegte Brötchen und Kaffee mitzubringen und so schmausten wir gemütlich an einer Raststätte in der Sonne. Bis ein Mann, der hinter uns geparkt hatte, an uns vorbeilief, grinste und meinte: „Weit sind Sie ja noch nicht gekommen.“ Woher wusste er, wie lange wir schon gefahren waren, fragte ich mich mit vollen Backen, bis mein Blick auf sein Kennzeichen fiel. Aha, er kam aus der gleichen Gegend wie wir. „Ich hab’ seit dem Frühstück nix mehr gegessen“, nuschelte ich ihm zu. „Na dann…“ „Erzählen Sie es nicht weiter, dass wir hier schon mampfen.“ „Nö, mach ich nicht.“ Weg war er. Ob der sich dran hält? Immerhin haben wir meinen Schwager, der in seiner Kindheit bei Schulausflügen bereits drei Kilometer nach der Abreise anfing sein Proviantpäckchen zu öffnen und futterte, nicht übertroffen. Es ist schön gemeinsam Spaß zu haben. Als wir wieder losfuhren und ich das nächste Abfahrtsschild sah, kam ich mir dann doch etwas doof vor. Da war mir erst klar geworden, dass wir sozusagen gleich ums Eck schon wieder angehalten hatten. Bis fünf Leute und Picknickkorb wieder im Auto verstaut sind, vergeht ganz schön viel Zeit. Ich fahre nicht gerne auf deutschen Autobahnen. Als Beifahrerin auf dem Rücksitz blieb mir häufig nichts anderes übrig, als die Augen zu schließen und zu hoffen, dass man mich nicht bei einem Unfall vom Sitz kratzen muss. Männer bremsen sehr ungern wie ich finde. Als ob Geschwindigkeit reduzieren ein Zeichen von Schwäche wäre. John macht das genauso, behauptet jedoch steif und fest, dass ich zu schnell fahre, zu spät bremse und überhaupt gerne beim Abbiegen um Straßenecken brause, dass es ihn nur so durchs Auto schleudert. Selbstverständlich mache ich das mit Vergnügen absichtlich. Fahre ich alleine, schnecke ich herum.

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wird Marco am Donnerstag und weil ich dann keine Gelegenheit haben werde anzurufen und auch nicht ins Netz gehen kann, wünsche ich Dir mein Kind, heute schon alles Liebe zum Geburtstag. Ich hoffe meine Post ist doch noch rechtzeitig zugestellt worden, neuerdings ist Post nach Australien ewig unterwegs. Abgeschickt habe ich das Päckchen super pünktlich.

Big hugs & kisses

Deutsche Autoren

stehen auf meiner Liste. Hartnäckig ignoriere ich die englischen Autoren auf den Büchertischen. Zum einen habe ich viele davon schon im original gelesen, zum anderen lechze ich nach deutscher Schreibe. So habe ich auch, obwohl ich es mit nach Hause nehmen wollte, Susanne Mischkes neues Buch Der Tote vom Maschsee in meinem Chaos im unausgepacktem Gepäck wieder hervorgekramt und in wenigen Tagen zu Ende gelesen. Es hat mir sehr gut gefallen. Glaubwürdige und interessante Charaktere, die richtige Mischung aus Story und Humor. Humor muss immer drin sein. Vor wenigen Wochen habe ich doch tatsächlich ein Buch gelesen, in dem nicht ein Fünkchen Humor war – grässlich. Langweilig.

Allerdings stockte mir an einer Stelle fast der Atem, als ich las, dass Fernando eine Leidenschaft hatte, die ich auch für meinen eigenen Charakter in meinem Skript vorgesehen habe. Die Stelle ist ja auch schon lange geschrieben und im ersten Moment dachte ich Mist, jetzt kann ich das ändern, sonst werde ich noch bezichtigt nicht originell genug zu sein – obwohl das natürlich eine Veröffentlichung voraussetzt, die für mich noch völlig in den Sternen steht.

Da aber im gesamten Rest des Buches überhaupt nicht mehr auf diese Leidenschaft eingegangen wurde, werde ich mein Skript nicht ändern. Bei mir wird es etwas mehr ausgeführt und ob diese Leidenschaft noch einen höheren Stellenwert einnehmen wird, hängt davon ab, ob sie sich für Situationskomik eignet bzw. die Geschichte voran bringt.

Verraten möchte ich nicht wirklich worum es sich handelt, nur so viel, Susanne wird den Wink verstehen…einer meiner Charaktere kommt aus Indien.

Tja…

wärmer geworden ist es ja inzwischen und bei mir macht sich Müdigkeit breit. Morgen gehts in den Harz, ich habe, wenn ich intensiver nachdenke Null Bock auf deutschen Autobahnen unterwegs zu sein. Als wir nämlich am Freitagabend aus Düsseldorf kamen, überholte uns ein idiotischer Autofahrer und scherte, obwohl es vom Verkehrsaufkommen überhaupt nicht notwendig war, in einem Affentempo ganz knapp vor uns ein. Schwarze Schrift auf gelben Grund – halte Abstand, bleib gesund. Hatte doch einmal Harald Schmidt vor Jahren von sich gegeben. Wir hätten ja gerne Abstand gehalten – an uns hat es wirklich, ganz ehrlich nicht gelegen. Wegen so einer dummen Sau, so jetzt ist es raus, hätte man uns beinahe von der Straße kratzen können.

War schön in Düsseldorf, leider viel zu kurz.

In den wenigen Wochen, in denen ich hier bin, habe ich schon so viel Geld ausgegeben, dass ich nicht weiter drüber nachdenken möchte, sonst bekomme ich noch schlechte Laune.

Das Ritterfest am vergangenen Samstag war richtig toll. Leider bin ich jetzt zu faul und zu müde, um näheres darüber zu berichten.

Der Gedanke an den Rückflug, Koffer packen, Abschied nehmen…treibt mir schon wieder den Schweiß auf die Stirn. Hier bleiben will ich aber auch nicht, obwohl es so grün hier ist, wie ich es lange nicht gesehen habe. Selbst Jaime ist begeistert von dem satten grün der Wiesen und Rasenflächen. Bei uns ist im Sommer ja alles gelblich vertrocknet.

Ich bin dann erstmal wieder wech. Sagte ich schon, dass Deutschland schön ist? Aber das stumpfe aufdringliche glotzen mancher Mitbürger…tja…daran kann ich mich nicht so richtig gewöhnen…