Fieser Opa terrorisiert Kinder

So lautet meine imaginäre Schlagzeile, nachdem sich das wütende Pochen meiner Halsschlagader wieder auf ein Normalherzschlagniveau heruntergepocht hat - nach gefühlten 2 Tagen.

Jaime geht gerne bei uns ums Eck mit den Spielkameraden in den kleinen überschaubaren öffentlichen Wald. Und dann rennen und toben sie, mal auf dem Spielplatz, mal auf den Wegen, prökeln mit Stöckchen, Stöckern und dicken Knüppeln (er hat da schon eine tüchtige Sammlung bei Omma deponiert) im Unterholz herum. Eben so, wie Kinder aufwachsen sollten, wenn sie später nicht zur Ergotherapeutin gehen möchten oder zum Psychologen, um nach 50 Therapiestunden gesagt zu bekommen – Mutti ist an allem Schuld, weil die so klammeraffig war.

Gestern hat er den Schreck seines Lebens bekommen. Ein fieser alter Opa mit hässlichen gelben dicken Zehnägeln schlich sich an ihn und seinen Freund von hinten heran, griff beiden Kindern absichtlich fest und schmerzhaft ans Handgelenk, hielt sie fest und pöbelte sie an. Wegen des Schlagens im Unterholz und weil ihm vermutlich 1933 jemand ins Gehirn geschissen hat. Auch schön, wenn Erwachsene so schwach sind, sich an Kinder zu vergreifen. Das hätte ich sehen müsssen, dem Opa hätten die Ohren noch Stunden später geklingelt. Wenn ich den erwische…

Ich halte nicht grundsätzlich zu meinen Kindern und wenn sie Mist bauen, müssen sie sich auch etwas sagen lassen – aber dass fremde Menschen meine Kinder anfassen, das geht nicht. Im Übrigen habe ich nie verstanden, warum manche Leute meinen mit Kindern könnte man nicht nur so umgehen, nein sie lernen auch fürs Leben, wenn man ihnen weh tut oder Angst einjagd. Ich weiß, was man dadurch fürs Leben lernt – man kriegt einen Ekel an ältere selbstgefällige und selbstgerechte alte Säcke und dieser Ekel legt sich nie, egal wie alt man inzwischen geworden ist.

 

Meine Lieblings Deppen-Deutsche

sind die zwei 18-Jährigen Bubis aus der Sendung Auf und davon (Vox), die für ein Jahr nach Australien gegangen sind. Den einen von ihnen habe ich noch nie lächeln, grinsen oder gar - Gott bewahre – lachen sehen. Aber wenn man von tuten und blasen keine Ahnung hat, hat man auch nix zu lachen. Auch gleich 2x den Zug zu verpassen und jeweils eine Stunde auf den nächsten zu warten, kann einem das Lächeln bereits im Ansatz von den Lippen wischen. Herrlich, ich habe schon so über die beiden gelacht. Gleich geht Benni zum ersten Mal Probearbeiten – es bleibt spannend.

Marco und ich haben auch noch über andere Deppen gelacht, die in Foren nachfragen, wie viel Kohle man so ungefähr für Benzin ausgeben müsste, wenn man von Perth nach Sydney fahren will und ob man etwas zu essen mitnehmen sollte. Nee würde ich nicht tun und Wasser würde ich auf keinen Fall mitnehmen, das ist viel zu schwer oder it weighs you down, wie Marco meint. Ich sag mal so, wer gerne mit einem Trockenpflaumen-Gesicht nach einer ca. 3900 km langen Fahrt in Sydney ankommen möchte – bitte.

Ich finde die Sendung richtig toll. Junge Leute, die sich was trauen, Mönsch, die sollten doch jede Menge andere junge Menschen motivieren mal aus ihrer comfort-zone raus zu kommen.

PS Benni lacht gerade, aber wohl eher aus Verlegenheit – armer Benni.