Fast zwei Tage krank

im Bett gelegen. Geschlafen, gedöst, bei jeder Bewegung gestöhnt wie blöd, weil jede einzelne Haarwurzel und Körperzelle gestochen und gepiekst hatte. Ab und zu, wenn meine dauertränenden Froschaugen es zuließen ein bisschen gelesen – und was für ein fürchterlich langweiliges Buch – mich mit Tabletten und Mittelchen vollgepumpt, bei jedem Hustenanfall gedacht – jetzt platzt er mir – der Schädel. Meine Herren ist das öde, wenn man die meiste Zeit des Tages vor sich hinstiert, weil man einfach nichts anderes machen kann. Und wie ich so dachte, jetzt könnte die Schwellung meiner Klüsen endlich mal nachlassen, kam mir doch die geniale Idee, mir Gurkenscheiben drauf zu legen. Als sie zunächst noch mehr tränten, wollte ich sie mir schon hysterisch runterreißen und aufmampfen, was ich dann kurze Zeit später auch tat, aber scheinbar hatte es geholfen. Dämonenrot sind sie zwar immer noch, aber nicht mehr so unansehlich dick.

Wenn ich wenigstens noch Halluzinationen gehabt hätte, die ich später ein paar gläubigen Anhängern als das Wort hätte verkünden können, hätte sich das ganze krank sein doch noch irgendwie gelohnt. Auch finanziell sach ich mal, es gibt ja immer Menschen, die nach der Wahrheit suchen und willens sind dafür zu bezahlen.

Ich hoffe morgen sehe ich schon menschlicher aus, die Dösigkeit und der Schmerz im Kopf lässt immer mehr nach und wenn ich mir nicht fast meine gesamten Wimpern weggewischt hätte, könnte ich morgen fast zufrieden sein.