Anonyma – eine Frau in Berlin

Wie schön, dass auch The Age über den Film Anonyma berichtet. Wird auch Zeit, dass anerkannt wird, dass nur weil die Deutschen den Krieg angezettelt haben,  deutsche Frauen, junge Mädchen und Kinder auch Opfer waren, die sich erst jetzt trauen über die Vergewaltigungsorgien der Besatzer zu sprechen. Über 60 Jahre lang schweigen (müssen) kann nicht gesund sein.

Monika Gerstendörfers wunderbare Rezension über den Film hier. The Age Artikel hier.

Es gibt mal was umsonst

Vergewaltigungen, Raubüberfälle, Körperverletzungen, Einbrüche und all diese kriminellen Dinge im Leben, die sich meist Männer einfallen lassen, um nicht arbeiten zu müssen, oder um ihre Frauenverachtung ausleben zu können, sind in Victoria um 6 % gestiegen.

Da sagte sich jemand von der Gemeinde – Frauen sollten Selbstverteidigungskurse machen und bietet jetzt zwei Termine für einen Crash-Kurs mit einer Frau die Kampfsport beherrscht und den schwarzen Gürtel hat, für nix an. Ich glaub ich melde mich an.

Reste im Restaurant einpacken lassen

Ja, das geht und wird sogar freiwillig angeboten. Schön. Ist ja nicht so, dass man halb abgenagte Steaks oder so einpacken lässt. Heute Mittag waren John und ich zum Beispiel heimlich schnell im neuen chinesischen Restaurant essen. Der Kleine in der Schule, der Große bei Examensprüfung an der Uni – juhu sagten wir uns, nix wie essen gehen.

Ja und was soll ich sagen, es war von allem so reichlich, dass Marco jetzt auch noch davon essen kann. Und nein, das waren jetzt nicht direkt Reste von unseren Tellern – der Reis war auf einem extra Teller serviert worden und uns dann noch mal in kleine Schüsseln gefüllt worden. Na gut, mein pork sweet sour kam schon von meinem Teller, aber ich schwöre, ich habe nicht damit geschmiert. Außerdem wird alles einzeln eingepackt – fertig. Geld gespart und drei Erwachsene satt geworden. Was will man mehr?

Gibt es das in Deutschland auch oder wird man da angeguckt, als hätte man eine Macke, wenn man fragen würde, ob einem die Reste eingepackt werden können?

Bücherregal radikal aussortiert

Jawoll. Ich. Die sich ungern von Büchern trennt. Zum Schluss hatte ich auf einem Regal sogar doppelte Reihen haben müssen und auf dem anderen Regal lagen Bücher oben auf den anderen Büchern. Ich schätze es sind mindestens 40, wenn nicht mehr. Und das sind nur die englischen Ausgaben. Jetzt will ich den größten Teil meiner deutschen Bücher loswerden und das wird sich schwieriger gestalten. Werde mich mal umhören. Verkaufen kommt nicht in Frage, ich habe Null Bock ein einzelnes Buch einzupacken, zur Post damit zu gehen  und das Ganze noch etliche Male zu wiederholen. Meine deutsche Buchsammlung ist ohnehin schon so alt, die meisten davon habe ich schon 2x gelesen. Die Bücher, die ich mir im letzten Urlaub gekauft habe, habe ich bis auf eins oder zwei alle in Deutschland gelassen, weil ohnehin schon in Windeseile gelesen.

Die englischen Bücher werde ich evtl. an jemandem auf dem Markt verkaufen können. Eine Bekannte wird mir noch Name bzw. Telefonnummer des Mannes geben. Bei uns hier gibt es auf dem Markt einen großen Bücherstand, aber der Mann gibt kein Bargeld, sondern nur einen Gutschein für seinen Laden. Wie in der Regel die meisten second hand book shops. Ich habe das auch früher häufiger in Anspruch genommen, aber ich kaufe kaum noch gebrauchte Bücher, gehe viel zur Bücherei und die, die ich unbedingt haben will, kaufe ich ohnehin neu.

Es ist ein befreiendes Gefühl sich von einigen Dingen, in diesem Fall Bücher zu trennen. Es sind ohnehin Autorinnen darunter, die ich nicht mehr lese – aus gutem Grund – oder die ich trotz regelmäßigen Erscheinen auf den Bestsellerlisten irgendwie alle ähnlich gestrickt fand oder schier dämlich vom Plot her. Mir hatte z. B. jemand ein Buch mit zwei Büchern von Tess Gerritsen geschenkt. Die Geschichten ähnelten sich so sehr, dass ich seitdem nie wieder ein Buch von ihr gelesen habe. Nicci French hatte einmal einen so dämlichen Plot – nie wieder gelesen. Patricia Cornwells letzten drei Bücher (obwohl ich glaube, sie hat mittlerweile doch schon wieder eins für 08 produziert) waren einfach nur noch peinlich und doof.

P. D. James, Ruth Rendell/Barbara Vine, Minette Walters (Fox Evil, das dämlichste Buch, was ich von ihr gelesen habe), Grishams Strickmuster Buch, Kellerman – Senior u. Junior, Mankell in beiden Sprachen (Schweden hat sich verändert – Gott wie mich der Satz nervt), Sue Grafton, Val McDermid, Mary Higgins-Clark und wie sie noch alles heißen…sie fliegen raus. Rendell/Vine habe ich ohnehin häufiger in englischer und gleich auch in deutscher Ausgabe. Etliche davon sind Hardcover-Ausgaben. Ach wie konnte ich nur die Bücher von Elizabeth George – die sich zäh wie Kaugummi hinziehen – vergessen. Naja, wenn man jeden einzelnen Knopf an einem Kleidungsstück beschreibt kommen schon mal 500 Manuskriptseiten zusammen. Nö, bei mir werden jetzt weniger bekannte Autoren im entstaubten Regal stehen.

Bleiben werden John Irving, Nick Hornby und ein paar einzelne Autoren zu denen ich mal zufällig gegriffen habe.

Ich hoffe ich werde meine deutschen Bücher auch los – hab kein Problem sie zu verschenken – mmh aber falls nicht…was mach ich dann damit?

Eric Clapton Down Under Tour

Juhu Eric kommt im März wieder nach Melbourne. Ticketvorverkauf fing heute schon an, aber nur für Visacardholder. Hab ich nicht, hab nur ne Masterkarte. Muss ich bis zum 24.10. warten  und hoffen, es sind noch ordentliche Tickets für uns übrig. Bis jetzt steht nur ein Konzerttermin in Melbourne fest…mmh könnte eng werden. Schade eigentlich, dass die Tour in Melbourne endet, da kriegen wird dann einen müden Eric  oder wie? ;-)

 

Tourdaten für Neuseeland und Australien hier.

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Beklopptes Melbourne Wetter

Man, man, man – Samstag 30 Grad, Sonntag mühsam 21 und total bewölkt und heute großartige 17 Grad.

War am Sonntag kurz am See, habe mich dort mit einer Frau über ihr Kajak unterhalten. Ich will auch so eins haben. Schon seit Jahren. Problem ist, hab keinen Anhänger und ein Dachgepäckträger wird mir nicht viel nützen. Mein Auto ist höher, als normale Wagen und wie bitteschön soll ich da alleine ein Kajak aufs Dach und wieder runter bekommen? Ich kann mir doch jetzt nicht gleich ein neues Auto kaufen. Die Frau transportiert ihr Kajak in einem Kombi, passt gerade so rein, meinte sie, aber auch kein Beifahrer mehr.

Es würde mich bestimmt auch ziemlich schnell nerven immer erst mein Kajak transportieren zu müssen, bevor man endlich anfangen kann zu paddeln. Ich muss mal beim Segelclub nachfragen, ob man dort einen Platz mieten kann. Glaube ich aber nicht, irgendwie sind die Australier grundsätzlich auf Anhänger gepolt. Hier wird alles stets und ständig transportiert.

Ich denke, ich werde mir zumindest mal die Spezialanhänger ansehen (lieber Anhänger, als Dachgepäckträger) und dann ist es auch noch eine Kostenfrage, ob ich mir einen anschaffen möchte. Das Kajak wird nur um die 650 $ kosten, das finde ich, geht noch.

Die schlimmsten Verbrechen in australischen Schulen

sind dem Lehrer zu widersprechen (talking back) und die Nationalhymne nicht inbrünstig zu singen.  Jeden Montag versammelt sich die gesamte Schule auf dem Schulhof, Mr Grossek labert ins Mikrofon und weil er sich selbst so gerne reden hört, wiederholt er sich auch gerne. Ist sogar dem Jaime ohne meinen Einfluss aufgefallen. Irgendwann während dieser dreadful halben Stunde für die Schüler wird die Flagge gehiesst oder sie weht schon (keine Ahnung, war schon ewig nicht mehr montags in der Schule) und die Hymne gesungen.

Heute brachte der “schreckliche Wade”, der neben Jaime stand, ihn zum Lachen. Und das während des Singens. Sagte seine Lehrerin zu ihm, nächsten Montag müsste er deswegen nach vorne und die Hymne singen. Alles klar – vor hunderten von Schülern. Nee, sagte ich zu Jaime, wirst du nicht. Dafür werde ich sorgen, keine Angst. Ich werde mich tatsächlich nächsten Montag früher als gewöhnlich aus dem Bett quälen und mit ihm zur Schule gehen.

Ich weiß nicht, was die hier für mittelalterliche Methoden bei der Kindererziehung an den Tag legen. Es kotzt mich mehr und mehr an. Wenn Jaime deswegen bestraft werden soll, dann müssen sie eine andere Lösung finden. Ich werde jedenfalls nicht zusehen, wie eine erwachsene Person mein Kind traumatisiert. Und wenn jetzt jemand denkt, ich übertreibe, kann ich das zwar nicht ändern, aber dann kommt mal hierher und schaut euch den Schulalltag an. Das Mutterland lässt grüßen.