Kurz nach 18 Uhr – gehen oder nicht gehen?

Wo ist Arthur?

Drei Krokodile sind inzwischen gefangen worden und sollen geröngt werden. Man sucht halt immer noch nach dem Vermissten Urlauber, der sehr wahrscheinlich von einem Krokodil verspeist worden ist. Ich weiß jetzt auch nicht, was tragischer ist…nicht zu wissen, was wirklich passiert ist…oder als Tierarzt Röntgenbilder ansehen zu müssen und womöglich einen Finger mit Ehering dran zu entdecken.

Wird Arthur dann heraus operiert?

Ich hatte John ja gesagt, dass ich es wirklich peinlich finden würde, wenn ich Leuten erzählen müsste, mein Mann wäre von einem Krokodil gefressen worden. “Peinlich?”, hatte er gedehnt gefragt. “Ja”, meinte ich, “bei so einer Nachricht weiß ich genau was beim Gegenüber passiert. Geschockter Gesichtsausdruck, Hand vorm halbgeöffnetem Mund – “Nein!” Unsicheres verlegenes Grinsen. “Du veräppelst mich, oder?”

Elli-Pirelli

gräbt dauernd meine Pflanzen aus den Kübeln. Mensch noch mal, die Trine hat den gesamten Garten zum Verbuddeln von Schätzen zur Verfügung. Langsam reicht es mir.

Genauso wie die Rückkehr des Herbstes, obwohl wir Frühling haben. 13 Grad finde ich überhaupt nicht angenehm – kann ich ja gleich wieder nach Deutschland ziehen.

Run Forrest Run

Gekko, der seit Jahren Marathon läuft, hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es noch nicht zu spät ist, sich für das Trans Australia Footrace anzumelden. Wer also gerne mal quer Kontinent und durch Wüsten läuft, bitte, nichts wie anmelden.  Gekko selbst meint es wäre ein bisschen weit von Deutschland aus, ich aber meine…Ausreden, Ausreden, Ausreden…erwartet ja niemand, dass er schon in Deutschland los läuft :-)  Und da der Lauf von Perth nach Melbourne geht, könnte er doch gleich noch ein bisschen weiterrennen und bei uns vorbeischauen.

Spruiker…

…ureigener australischer Ausdruck für Profis, die von Ladenbesitzern angeheuert werden, und mithilfe eines Mikrofons und eines Verstärkers potentielle Kunden im Einkaufszentrum auf die Ware des Shopbesitzers aufmerksam machen.

Erst die Tage hatte ich wieder das Vergnügen in der Nähe eines “Kiosks” zu sitzen, der Nüsse und importierte Bonbons verkauft. Auch Kaffee und überteuerte Riesen-Kekse. Das hörte sich dann ungefähr so an:

“…wunderbare Pistazien, 100 g für nur 3.95 $, ja meine Damen und Herren, dass sind nur 3.95 $ für 100 g Pistazien…” Spruiker läuft dabei an der Auslage entlang (die gucken niemals jemanden direkt an – sonst müssten sie sich vermutlich zu sehr schämen)…”dieses feine Angebot…Nüsse, meine Damen und Herren, sind ja nicht nur lecker, sie sind auch gesund. Kann man mal nicht aufs Klo, was nimmt man da? Nüsse! Walnüsse, Paranüsse, Erdnüsse, Macademia, Cashews, Haselnüsse, Kopfnüsse, das Angebot ist riesig. Dass sind Kopfnüsse, Haselnüsse, Cashews, Macademia, Erdnüsse, Paranüsse, Walnüsse…”

You get the picture. Niemand guckt diese Leute wirklich an und wenn dann nur aus sicherer Entfernung. Ich selbst eile so schnell als möglich an diese Labertaschen Spruiker vorbei. Und ich frage mich ernsthaft, wer da überhaupt zuhört? Und aufgrund der Ansagen in den Laden geht? Kein Schwein möchte ich mal behaupten.

Und damit man sich das ungefähr vorstellen kann, habe ich ein Comedy-Video von “The Chaser’s war on everything” herausgesucht. Echt lustig, besonders der letzte Beitrag vor der Einwanderungsbehörde.