Wie schön, heute ist Sonntag und wir haben beschlossen in den Bush zu fahren. Vorher hatte ich noch die Idee bei meiner Schwägerin anzurufen, weil ich etwas wissen wollte. Hätte auch warten können, hätte später am Tag oder morgen erledigt werden können. War überhaupt nicht wichtig.
Und so verlief das Gespräch oder Nicht-Gespräch mit meinen Nichten. Zuerst meldete sich Breanna (10 J.)
“Hi Breanna, this is xyz, is Carol home?” Keine Antwort. “Hallo? Breanna? This is blabla…” Keine Antwort. Offensichtlich wird der Hörer weitergereicht, denn jetzt höre ich die Stimme meiner anderen Nichte, Maddison (12! J.). “Hi Maddison, this is xyz, is Carol there?” Keine Antwort, aber atmen, sie lebt also noch. “Maddison? Is your mum home?” “Hello?” “Maddison, is …” Klick. Mein Blutdruck schnellt in die Höhe. Lasse ich denen das jetzt durchgehen? Will ich mich ärgern? Ich ärgere mich schon! So lass ich mich nicht behandeln! Mein Finger drückt hektisch die Wiederwahltaste. Maddison antwortet. “Maddison! This-is-xyz-again-is your mum home?” “Sorry” (fürs nicht kapieren vorher und einfach auflegen. “No ehm, öh…no.” “Is she at work?” Keine Antwort, könnte ja ne Fangfrage sein – warum auch immer. Zum Beispiel könnte ich damit herausfinden, dass Mum tatsächlich arbeitet und dann komme ich blitzschnell angefahren und fresse die Kinder auf. Oder ich habe nur so getan, als sei ich ihre Tante, weil so lumpige Mädchennamen kriegt man ja schnell raus und dann tut die Fremde ihnen was an. Hört man ja ständig drüber in den Nachrichten und so. “Dad home?” “Ehm…öh…yeees.” (Den will ich jetzt aber nicht ans Telefon holen, vielleicht darf ich auch nicht stören.) Hier breche ich meine Berichterstattung ab, sonst steigt mein Blutdruck gleich wieder.
“What the fuck is wrong with this stupid kids, John?” “It’s Carols fault.” Ja, ja, die haben sich aber sonst zumindest noch mal auf Ansprache zusammengerissen. Meine Schwägerin züchtet sich da seit Jahren neurotische und völlig verängstigte Kinder heran. Die kennen mich seit ihrer Geburt, an meinen Akzent sind sie bislang auch nicht zu Grunde gegangen. Ich gebe es endgültig auf diese dämlichen Blagen verstehen zu wollen. Zum Glück habe ich sehr sehr wenig mit denen zu tun und in Zukunft ignoriere ich sie einfach, wie sie mich auch ignorieren, wenn ich sie nicht gerade direkt ansprechen muss (Ausnahme heute – Telefonleitung war übrigens nicht gestört.)
So, sind wir dann aber in den Bush gefahren und der Tag wurde noch richtig schön. Leider kann man auf dem einen Foto, dass ich huiii Straße getauft habe, nicht ganz so gut sehen, wie sie hoch und runter und hoch und runter geht. Ist wie Achterbahnfahren, nur geradeaus. Mehr als 2x halte ich das nicht aus. Und wer findet den Lizzard auf dem Foto? Auf dem Rückweg bin ich gefahren und nur deshalb habe ich die schwarze Schlange mit dem roten Bauch (giftig) nicht gesehen. Als John mich drauf aufmerksam gemacht hatte, war es für ein Foto schon zu spät. Und was wäre Jaime, wenn er nicht mal wieder einen Stock finden und mit nach Hause schleppen würde. Auch in Deutschland hat er bei meiner Mutter etliche dicke Knüppel deponiert. Dass die ja noch da sind, wenn wir das nächste Mal kommen. Das schwarze Ding am Himmel ist übrigens ein Adler.