First Australians – SBS Reportage – es bricht einem das Herz

ist zu Ende. Die letzten zwei Sendungen habe ich mir noch nicht ansehen können, weil mich der fünfte Teil wirklich zum Weinen gebracht hat. Darin ging es um den sogenannten Halfcast-Act. Frei nach meiner Erinnerung heißt es da sinngemäß, alle Aboriginalkinder, die einen weißen Elternteil hatten wurden nicht mehr als Aborigines anerkannt, ihren Eltern weggenommen und irgendwohin in der Pampas ohne Liebe und Zuneigung leidlich versorgt und selbstverständlich unter Missionarsleitung “umerzogen” und für niedere Berufe wie Hausangestellte ausgebildet. Moderner Sklavenhandel in meinen Augen. Eltern mussten um Erlaubnis bitten ihre eigenen Kinder sehen zu dürfen. Äußerst selten wurde ihnen diese Erlaubnis erteilt. Aborigines sollten weiß werden. Genozid war das, da gibts ja nichts zu deuteln. Besser bekannt aber als die Stolen Generation.

Die Briten in Australien haben dafür gesorgt, dass Generationen von Aborigines ihr Leben lang traumatisiert wurden. Die haben tatsächlich behauptet und ganz bestimmt auch daran geglaubt, dass die Mütter, denen man die Kinder weggenommen hatte, überhaupt keine oder nur sehr geringe (im Vergleich zur weißen Mutter) Emotionen empfinden würden.

Schlecht ist mir geworden und deshalb war ich noch nicht in der Lage die letzten beiden Episoden anzusehen.

Was mich persönlich wirklich sehr ärgert ist, dass die wenigsten Australier sich jemals mit ihrer Geschichte auseinandergesetzt haben. Allerdings muss man auch sagen, dass das, was in der Schule als Geschichte gelehrt wird ziemlich mager ist. Hoffentlich ändert sich das jetzt mal.

The Backpacker: Travelblog eines Aussies

Ben Groundwater schreibt schon ewig einen Reiseblog, wie ich finde amüsant und sehr lesenswert. Natürlich in Englisch, ist ja ein Australier. Wer lesen will, findet ihn hier.

Gerade lese ich, dass er sinngemäss schreibt, alles wäre schon mal geschrieben worden, nichts wirklich mehr neu und jedes Fleckchen Planet schon irgendwie “abgegrasst” worden ist. Wie gesagt, sinngemäss. So habe ich mich kürzlich gefühlt, als ich ein Buch gelesen habe. An zwei Stellen stockte mir fast der Atem. Zwei Szenen in dem Buch waren den Szenen in meinem Skript ziemlich ähnlich. Ich schwöre, ich hatte von der Autorin (Britin oder Amerikanerin, weiß ich jetzt nicht mehr) noch nie vorher etwas gelesen. Es ist schon so wie Ben sagt, das Rad kann niemand neu erfinden und das beruhigt mich dann wieder – irgendwie.

Flightless: Incridible Journeys without leaving the ground, ein Buch herausgebracht von Lonely Planet, das er in seinem Beitrag erwähnt, werde ich mir auf jeden Fall besorgen. Ein bisschen neidisch bin ich, dass er den Trans-Siberia Trip schon gemacht hat. Wollen wir ja auch noch mal machen. China-Moskau mit dem Zug. Scharf. Übrigens linkt er genau zu der Webseite, die ich vor Monaten entdeckt hatte – www.seat.61 com. – wahnsinnig interessante Seite, wenn man mit dem Zug überall hinfahren will.

Kein Weihnachtsbesuch :-(

Mönsch, hab gerade mit Katharina telefoniert. Carmen und sie fahren heute Nachmittag auf eine Farm, für vier Wochen Äpfel ernten. Anschließend ist es ihnen zu knapp über Weihnachten hierher zu kommen, weil sie um Brisbane herum noch was sehen wollen, bzw. vermutlich dann nach Sydney weiterreisen. Ihr Freund Thomas kann Weihnachten auch nicht frei bekommen und bleibt in Perth.

Wirklich schade, wenn schon Verwandtschaft in Oz ist. Auch Jaime hatte sich gefreut, der ist ohnehin immer für Action.

PS Es sind jetzt 33 Grad und meine Handtücher auf der Wäschleine bestimmt schon knorkehart.