Haribo macht Expats froh…

...nur diese mag ich nicht

...nur diese mag ich nicht

Meine Küchentheke ist übrigens nicht mörder-braun, sondern aubergine-schön.

Viele australische Expats around the world lechzen nach Vegemite. Ein kackbrauner Brotaufstrich aus Hefeextrakt – schmeckt beefy. Lecker – Rindfleischgeschmack auf Toast. Wohl bekommts. Marcos Freundin schwört auf Vegemite als Katerkiller und hat nun auch ihn angesteckt. Ich habe einen geschmacksneutraleren Vorschlag. Weniger saufen wirkt Wunder.

Gestern waren wir bei Aldi. Ich habe auch Toffeefees gekauft und die Packung zu Hause gierig aufgerissen noch bevor der Einkauf in die Schränke sortiert wurde. John wollte auch mal probieren. Meinte ich, du hast doch immer gesagt, die magst du nicht. Fragte er mich, was denn drin sei. Und da habe ich leider Tränentier-langsam reagiert und die Wahrheit gesprochen. Jetzt mag er sie auch, seitdem er weiß, dass sie nicht gefüllt sind. Dumm gelaufen.

Meine Lieblingskartoffelchips sind sourcreme-onion (Sauercreme und Zwiebelgschmack) und Cornchips, genauer Doritos. Was man sich alles an künstlichen Geschmack durch den Magen pfeifft – puh – merkt man auch nur, wenn man drüber schreibt. Trotzdem lecker :-)

Bringt mich jetzt zu gestern, als Jaime meinte, mein Kartoffelsalat würde gaaanz ekelig sein. Abgesehen davon, dass da nix künstliches drin ist, hat er noch nie probiert. Jedes Mal, wenn ich Kartoffelsalat mache – hin und wieder halt zum Sommer hin – muss ich an den Salat meiner Oma denken. Die hat den besten gemacht und immer einen großen Pott voll. Weil wir alle bei ihr aufschlugen und es niemanden von uns gab, der ihn nicht gemocht hätte. Überhaupt schmeckt das Abendbrot in großer Gesellschaft bzw. woanders immer besser, als zu Hause. Wie oft ich bei meinen Großeltern am Abendbrottisch saß…man könnte meinen, ich hätt mir kein Essen leisten können ;-)

 Marco, der 10 Jahre deutsche Kultur durchlaufen hat, mag zum Glück Kartoffelsalat und auch Rotkohl. Damit kann ich weder John, noch Jaime an den Tisch locken und dementsprechend selten gibt es das bei uns. Wo ich gerade über Essen schreibe – eine Nürnberger Bratwurst käme jetzt ganz gut oder ne Currywurst. Mir schmecken die Würstchen hier nicht, auch nicht, wenn auf deutsch Bratwurst draufsteht. Da ist niemals Deutsch drin.

Nach Hause telefonieren

As ich nach Oz gezogen bin, kostete mich eine halbe Stunde nach Deutschland telefonieren 15 Dollar. Und das war ein Angebot! Wenn das Gespräch nicht penibel von mir getimed wurde und wir 2 Minuten länger telefoniert haben, wurden noch mal 15 $ fällig. Was natürlich ärgerlich war, schließlich war das nicht nur sauteuer, man hätte auch noch 28 Minuten länger telefonieren können.

Seitdem hat sich sehr viel getan. Seit Jahren benutze ich eine Telefonkarte. Soweit ich informiert bin, funktionieren diese Art Karten nur im Metrobereich. Die Landeier sind vermutlich mit skype und dergleichen besser, aber auch teurer bedient. Die Karte kann man telefonisch oder übers Internet per Kreditkarte aufladen. Seit Jahren bezahle ich jetzt 0.05 Cents pro Minute. Mag sein, dass es inzwischen geringfügig teurer geworden ist, aber um ein paar Cents muss ich nicht feilschen. Das Lästige an der Karte ist, dass ich die Nummer, die ich wählen möchte nicht einspeichern kann. Man muss nämlich erst eine bestimmte Nummer wählen, dann bekommt man eine Ansage in Englisch und wenn man nicht schnell genug die 1 drückt, auch Ansagen in sämtlichen asiatischen Sprachen. Auch schön so eine Hörprobe zu bekommen. Danach gibt man seine PIN ein. Dann wählt man die Ländervorwahl, Vorwahl der Stadt und logisch – die Nummer, die man erreichen will. So hab gerade mal gezählt. Ich muss 33 Nummern wählen – stramme Leistung. Man benötigt beinahe ein Telefon-Diplom. Besonders ärgerlich ist es, wenn man sich verwählt hat.

Habe mal schnell nachgesehen. Nö, zahle immer noch diese geringe Summe. Würde ich nach East Timor anrufen wollen, müsste ich stolze 3.99 $ pro Minute bezahlen. Verstehe ich nicht. Deutschland ist ne Ecke weiter entfernt, als East Timor. Beim schnellen nachsehen stelle ich fest, Call Mama bietet ein Deutschlandgespräch für nur 0.02 Cents pro Minute an. East Timor kostet bei denen allerdings 7.41 $. Vergleichen lohnt sich also, auch wenn man niemanden in Timor kennt. Lustige Namen haben die Kartenanbieter…Happy Calling, INtouch, gotalk, day break blabla. Wer in Oz ist und ne Karte braucht, hier der Link zum Vergleichen.

Gestern bin ich angerufen worden. Das hat mir den Telefon-Daumen erspart. Die Leitung ist leider seit einigen Jahren dermaßen bescheiden geworden, dass ich manches Mal vom Lärm in der Leitung Gefahr laufe einen Hörsturz zu bekommen. Zunächst dachten wir, es könnte an unserem Telefon liegen, also kauften wir nach Jahren ein Luxus Bluetooth Modell. Aber nein, es hat sich nichts geändert. Am Filter liegts auch nicht. Vielleicht liegt es an den alten Leitungen. Die will die Telefongesellschaft aber nicht auf ihre Kosten erneuern. Ja, sollen wir jetzt dafür aufkommen? Die spinnen wohl. Ich wollte immer mal von anderen Leuten, die im Neubaugebiet wohnen, aus mit meiner Karte telefonieren. Nur um zu checken, ob ich diese Kreisch- und Piepgeräusche dann auch bekomme. Nicht immer sind sie zu hören, manchmal erst nach einer Stunde Telefonat, manchmal von Anfang an. Und auch nicht nur bei Auslandsgesprächen.

PS Störgeräusche hin oder her – ich bin immer dankbare Abnehmerin von Telefongesprächen aus Deutschland. Nur der Zeitunterschied nervt.