Neues Spiel, neues Glück

Alle gehen feiern, nur John arbeitet. Hab die Bude voller junger Leute, die fahren bald in die City zum Feiern. John sagt, er macht früher Feierabend und wir gehen dann noch zu Freunden. Hätte ich auch eher wissen müssen, würde ich auf dem Kopf nicht so doof aussehen. Egal.

Ich sach ma, das Wetter ist hier angenehmer, als in Deutschland, die Mädels haben sich alle in dünne kurze Kleidchen geschält.

Mein dämlicher Weisheitszahn macht mir wieder zu schaffen. Kein Platz zum Wachsen, hab aber immer noch keinen Termin beim Spezialisten gemacht.

Habe ich Vorsätze fürs neue Jahr? Nö. Hab zwar ein paar Pläne, aber die haben tatsächlich nichts mit dem Jahreswechsel zu tun.

Also – feiert schön. Wir lesen uns im neuen Jahr :-)

Volles Haus

Auch mal wieder schön Besuch zu haben. Vier Backpacker sind gestern gekommen, einer – Robbie aus Kanada – ist heute Morgen wieder zurück nach Melbourne gefahren. Fand ich aber echt nett, dass er die Mädels direkt vor der Tür abgeliefert hat. Naja, dafür hat er ja auch ein Bett für die Nacht von uns bekommen.

Katharina, Carmen und Monika haben nach einigen Monaten in Australien den Bogen raus, wie man Geld spart. Gekauft werden Lebensmittel nur homebrand – das Preisgünstigste, was sie kriegen können und herausgefunden, dass man abends im Supermarkt reduzierte Waren kaufen kann, haben sie auch ziemlich schnell. Da lernt man doch beim backpacking glatt noch wichtige Dinge fürs Leben. Scharf. Ich glaub ich schick Marco auch mal durch Australien – dann kann er sich mal dran gewöhnen, dass es nicht immer Philadelphia Streichkäse sein muss.

Mein holländisches Erbe

ist 42 Jahre lang zu kurz gekommen. Beinahe hatte ich vergessen, dass mein Vater Holländer war – wenn auch nur auf dem Papier. Der sprach so viel holländisch, wie ich dänisch sprechen kann.

In Deutschland geboren und aufgewachsen, bin ich durch und durch Deutsch und kann an mir nix holländisches feststellen. Gut, ich mein Käse esse ich ganz gerne und Lakritz mag ich auch. Holzschuhe, Windmühlen, Dope…naja…Tulpen find ich ganz nett. Fällt mir ein, in Australien leben mehr Holländer, als Deutsche.

Dennoch  meine Lieben, ich probier mich jetzt mal auf holländisch:

Vrolijke Kerstmis en een Gelukkig Nieuwjaar
Falls ich jetzt statt Frohe Weihnachten und ein Frohes Neues Jahr absoluten Käse geschrieben haben sollte, beschwert euch bei Altavist – Babelfish.  Wenn ich mir diese ijk Kombination  so anschaue, denke ich a) die Übersetzung ist auf jeden Fall holländisch und b) ich habe nicht wirklich was verpasst, nicht holländisch gelernt zu haben ;-)
Euch allen ein paar friedliche Tage, ich melde mich erst im neuen Jahr wieder. Auch Oz-Tussen brauchen mal Urlaub von sich.

Wie idiotisch man sich vorkommen kann

wenn man im Ausland lebt und nicht weiß wie bestimmte Dinge funktionieren, fiel mir wieder ein, als ich den Migrantenbeitrag geschrieben hatte.

Vor zehn Jahren begab es sich, dass ich gerade frisch eingewandert und völlig ahnungslos wie man Rechnungen begleicht, wenn man sie nicht gleich an Ort und Stelle bar bezahlt, genau dies tun musste.

“Du musst zur Post gehen und eine Money Order machen”, hatte John zu mir gesagt. “Ja…wie?”, fragte ich. “Du gehst zum Schalter bei der Post und sagst du brauchst ne Money Order. Nimm die Rechung mit, dann wissen die schon Bescheid.”

Oz-Tusse also genötigt zu flüstern, dass sie eine Money Order kaufen brauchen oder was auch immer wolle und schob die Rechnung über den Tresen. Die Postbeamtin füllte dann auch so eine Art Scheck aus, Geld wechselte den Besitzer, sie schob mir dieses Scheck-Ding wieder zurück, ich stiefelte davon. Ungefähr eine Woche später bekam ich einen Anruf besagter Firma. Wir hätten unsere Rechung noch nicht bezahlt. Sagte ich “Moment mal, ich hab die persönlich bezahlt und zwar am…” kramte das Ding aus der Schublade und während ich dem Mann am Telefon das Datum nannte, dämmerte es ein bisschen.

Es stellte sich heraus, dass ich diese Art “Scheck” an die Firma hätte schicken müssen. Das hatte mir weder John gesagt, noch die Postbeamtin, noch erschien es mir seinerzeit logisch. Ich war es gewohnt, das Überweisungen getätigt werden und sonst nix. Wozu hat man ein Bankkonto?  Nun könnte man argumentieren, mir hätte dann ja auffallen müssen, dass kein Bankkonto der Firma irgendwo auf dem “Scheck” auftauchte. Theoretisch ja, praktisch nein, denn ich war schon beinahe mit dem Gang zur Post überfordert. Fremdsprache! Fremdes Land! Fremde Sitten! Jeder war irgendwie davon ausgegangen, dass ich wüsste was zu tun sei.

Nö, sag ich mal und übrigens hatte ich mich gebührend bei dem Mann am Telefon entschuldigt – sinngemäß sorry wusste nicht wie das hier läuft, kommt nicht wieder vor – tausend Bücklinge gemacht und mich wahnsinnig geärgert.

Ich kann mir vorstellen, dass Ausländer in Deutschland auch nicht wissen, wie der Hase läuft. Zufällig weiß ich auch von jemandem der zwar sein Abo gekündigt hatte, nicht aber seine Einzugsermächtigung. Ja und glaubt ihr vielleicht, bei der Bank hätte ihn jemand drauf aufmerksam gemacht (als er sich beschwerte, dass immer noch abgebucht wurde), dass er in einem Kündigungsschreiben erwähnen muss, er würde auch gleichzeitig die Einzugsermächtigung kündigen? ‘türlich nicht! Man ging halt davon aus, das müsse man doch gefälligst wissen.

Mir kam das damals sehr umständlich und altmodisch vor und heute auch noch. Langsam aber sicher gewöhnen sich einige Leute daran – einige natürlich immer noch nicht – dass man Geld tatsächlich übers Bankkonto überweisen kann. Manche tun heute noch so, als wäre ihre Kontonummer ein Staatsgeheimnis. Hallo? Wenn mir jemand Geld überweisen will, dann rücke ich mit Freude meine Bankverbindung heraus.

Und wann habt ihr einem Ausländer geholfen sich zurecht zu finden, statt genervt zu sein?

Collingwood-Colin

unser Nachbar und football fan, hat Jaime heute ein Lebkuchenhäusken in die Hand gedrückt, weil John ihm gestern unseren Rasenmäher ausgeliehen hat. Welch angenehme Überraschung. Kann’s gar nicht abwarten meine Zähne in das Haus zu schlagen.

PS Heute Abend fahre ich mal durch die Straßen und hoffe ein paar brauchbare Kitschfotos machen zu können. Gestern Abend sind mir nämlich einige beauties ins Auge gesprungen. Tut jetzt noch weh.

knusper knusper Häuschen

knusper knusper Häuschen

Ältere Migranten

machen neuerdings Schlagzeilen. Viele von ihnen, so hieß es in einem Artikel, würden inzwischen in Alten- bzw. Pflegheimen leben und – jetzt kommts – das britsche Essen ekelig finden. Sie würden weder vermanschte Kartoffeln, noch Erbsen mögen. Nur könnten sie das häufig kaum bis gar nicht artikulieren, da sie kein Englisch sprechen würden. Da sag ich mal ganz salopp – selber schuld.

Auch das Pflegepersonal hat seine liebe Mühe. Wie will man kommunizieren, wenn keine Sprachkenntnisse vorhanden sind? Der Ruf nach Übersetzern wird laut. Bullshit! Auf Steuerzahlerkosten?

Gestern waren wir bei Freunden zum Dinner. Anwesend waren u. a. eine Krankenschwester, ein ehemaliger Pfleger, der jetzt als Rettungssanitäter arbeitet und eine junge Ärztin (Radiologin) und alle bestätigten den Kommunikationsstress mit non-englishspeakern.

Mein Tipp: Lauter und langsamer sprechen nützt auch nix, wenn jemand mangelnde Sprachkenntnisse hat. Es sollte sich tatsächlich jeder Migrant gut überlegen, ob er sich in einem Land niederlassen möchte, dessen Kultur und Sprache er im Grunde ablehnt.

Aber eine nette Nachricht gab es auch noch. Ein junger Afghane, der erst vor 5 Jahren nach Australien gekommen war und keinen Piep Englisch sprechen konnte, hat ein saugutes Abitur hingelegt mit 99.7 Prozent. Na also, geht doch.

Sommerferien – Hilfeee

Die Sommerferien beginnen   *aarrgh :-(

Egal, ob man Urlaub im Resort, auf dem Campingplatz oder im Motel macht, die Preise verdoppeln sich jetzt.

Von der Schule gibt es wie immer einen Kalender fuer nix mit Fotos von Schulveranstaltungen und so. Praktisch sind, dass saemtliche Schuldaten vorab eingetragen sind.