Niemand will mich nackig sehen

ich mich auch nicht. Die Hitze ist unerträglich, gestern 42.9, heute solls auch nicht besser werden. Nachts gabs auch keine Abkühlung und so haben unsere Deckenventilatoren Überstunden machen müssen. Nervig ist nur, dass der Ventilator  in unserem Schlafzimmer, wenn er auf höchste Stufe gestellt wird, klackernde Geräusche macht. An Schlaf war nicht wirklich zu denken. Heute Morgen waren es im Haus schon 31 Grad. Am liebsten wäre ich splitternackt herumgeschlichen, aber den Anblick möchte  ich niemandem zumuten. Schon gar nicht meinen beiden Söhnen.  

Ich warte darauf, dass bei uns der Strom ausfällt. In einigen Städten war dies schon der Fall. Stromnetz total überlastet. Das würd ich nicht überleben, ohne Ventilatoren. Züge fahren zum größten Teil nicht mehr, die Gleise haben sich durch die Hitze verbogen. Die armen Menschen, die zum arbeiten in die City pendeln.

Unser Hund hängt auch ziemlich schlaff im Haus rum. Wenn ich in der Hitze einen Pelzmantel tragen müsste, wäre ich auch nur am hecheln. Vögel sitzen im Garten mit geöffnetem Schnabel, die armen Dinger.

Gestern habe ich ein paar Pfirsiche gepflückt. Endlich bekommen wir auch mal welche und nicht nur die Vögel. Die waren so warm in meiner Hand, als wären sie gekocht worden. Dennoch – blöd wie ich manchmal sein kann – stehe ich in der Küche und beiße herzhaft in einen Pfirsich. Auch ein Erlebnis einen warmen, beinahe heißen Pfirsich zu essen. Bäh! Süß war er aber. Der Rest liegt jetzt im Kühlschrank und will heute verspeist werden.

Selbst der Türknauf unserer Hintertür ist warm. Ich hasse diese Hitze. Südaustralien hat es noch schlimmer getroffen. Die haben seit einer Woche oder was Temperaturen um die 44 Grad.

Man darf gespannt sein, wann es die ersten Buschfeuer gibt. Kann eigentlich nicht lange auf sich warten lassen.

Ich habe das Gefühl, ich kann nicht richtig atmen. Haare föhnen war heute auch ein Erlebnis. Duschen lohnt sich nicht wirklich. Man ist noch nicht ganz fertig mit dem abtrocknen, schon steht einem der Schweiß auf der Stirn. Ekelhaft! Wie ich den heutigen Tag umkriegen soll, weiß der Geier. Es ist erst 11 Uhr morgens und noch so viel Tag übrig.

4 Gedanken zu “Niemand will mich nackig sehen

  1. In Adelaide gibt es beriets Buschfeuer. Hab ich heut morgen in den Nachrichten gesehen.

  2. Oh mein Gott, so etwas kann man sich hier gar nicht vorstellen. Hoffentlich überlebt ihr einigermaßen unbeschadet. Können Buschfeuer für Eure Siedlung zum Problem werden?

  3. Nein, das ist sehr unwahrscheinlich, da wir in einem “normalen” Wohngebiet wohnen. Trotzdem haben wir genug Grün um uns herum, was natürlich brennen könnte, falls ein Haus in der Nachbarschaft abbrennen würde. Heute ist es nämlich auch noch windig und das ist immer schlecht, wenns brennt. Der nächste Bush wäre ca. 10 km entfernt von uns. Aber wenn es in der Nähe brennt, kann man es grundsätzlich riechen, manchmal ist es durch den Rauch auch ganz diesig. Nicht gut für Asthmatiker, Kinder und alte Leute allgemein.

  4. “Tot-stell-modus” sach ich da nur. Hinlegen, sich nicht mehr bewegen und den Puls auf ca. 15 Schläge reduzieren. Tiere können so etwas doch auch – oder umgekehrt beim Winterschlaf z. B.
    Oder wenn sie in Gefahr sind.
    ich habe einmal in meinem Leben eine Affenhitze erlebt. Damals… in Ägypten 48 °C! Niemand hatte mehr Lust sich den Assuan-Staudamm anzusehen. Nur eben aus dem Fenster geschaut und schnell weiter. Fand ich jetzt auch nicht wirklich schlimm, ihn nicht gesehen zu haben.

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