Tick Tick

Nachrichtenticker. Heute ist Australia Day – Nationalfeiertag. Mir ist der Tag ziemlich piep und manch einer findet ihn ohnehin kontrovers und nennt ihn Invasion Day. Nicht schwer zu erraten, welche Gruppe das sein könnte.

Heiß soll es diese Woche werden. Gleich vier Tage hintereinander Mitte bis Ende 30 Grad und an einem Tag um die 40 Grad. Man darf sich jetzt schon auf die Nächte freuen.

Die empfohlene Menge an Wasserverbrauch pro Familie pro Tag ist 155 Liter. Gestern ist eine Hauptleitung irgendwo in Melbourne geplatzt und hat 12 Stunden lang munter Trinkwasser in die Gegend geschleudert. Die Anwohner haben sich gefreut und ihre Eimer und Mülleimer gefüllt und mit dem kostbaren Gut Gärten gewässert und Autos gewaschen. Ich kann dieses ganze Wasserspargelabere nicht mehr hören.

Harry Nicolaides, ein australischer Autor (oder möchtegern Autor), wurde in Thailand zu 3 Jahren Haft verurteilt, weil er in seinem Buch – das sich weniger als 10 x verkauft hat – einen thailändischen Monarchen beleidigt hat. Jetzt kann ihn nur noch die Begnadigung durch König Bhumibol Adulyadej aus dieser misslichen Lage holen. Fat chance, wenn bei denen auf Majestätsbeleidigung Gefängnisstrafe steht. Was ist das überhaupt für ein bescheuerter  Name?

Sehe ich ein Bild von Brad Pitt auf einer Nachrichtenwebseite. Mit diesem albernen Käppie und dem noch ätzenderen Bleistiftschnurbart, sieht der Mann echt bekloppt aus.  Erinnert mich an Heinz Becker. Irgendwie. Und überhaupt passt das Outfit doch gar nicht zu seiner Tattoo-Tusse. Als ich dann aber noch ein Bild von Gottschalk und Schleimer Cruise mit seinem eingemeisseltem Lachen gesehen habe, musste ich auf das Kreuz oben rechts klicken. Aber natürlich nicht bevor mir klar geworden ist, das dank Gottschalk halb Deutschland über Scheiße diskutiert. Gut so. Dieses ewige Finanzkrisengejammere ging mir eh schon auf den Nerv.

Renovierung II

Zwei Wochen hats gedauert und gestern haben wir endlich wieder unsere Möbel einräumen können. Bis nach 22 Uhr, danach Drinks gemixt und halbtot abgehangen. Der Anblick meines shiny brand new Holzbodens entschädigt mich für die Qual der vergangenen Tage. Zwar muss jetzt noch das letzte Drittel im Haus gemacht werden, aber das ist weitaus weniger Schlepperei, weil spärlich möbliert.

luv it

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Die Wohlfühlindustrie

ist ein Multimillionendollargeschäft und das zu Recht. Zumindest wenn es um Massagen und Gesichtsbehandlungen bei einer Kosmetikerin geht. Ich weiß das, ich komme gerade daher. 1.5 Stunden pure Entspannung. Hatte ja noch den Gutschein von John, den ich zu Weihnachten bekommen hatte. Gut, ich mein ich sehe jetzt mal von der nervigen Entspannungsmusik ab und der Tatsache, dass, sobald ich auch nur 10 Minuten auf der Liege liege, sich meine Blase meldet. Das tut sie auch immer, wenn ich am Flughafen bin. Zuhause noch mal schnell, bei Ankunft auf dem Flughafen, dann noch mal, wenn man zum Wartebereich geht und ich würde ja gerne behaupten, zum letzten Mal dann im Wartebereich – aber nein. Nicht ich! Wer eiert zur Toilette, sobald wir Reisehöhe erlangt haben? Und alles für einen halben Tropfen Pipi.

Ich habe auch eine Arm und Handmassage bekommen. Zusätzlich zur Rücken, Schulter und Nackenmassage. Und natürlich später noch die Gesichtsmassage. Man siehts meiner Haut an, dass sie top gepflegt wurde, fühle mich gleich ein paar Jährchen jünger. Wie ich so da liege und Dee den heißen Wachs unter meinen Augenbrauen abzieht und ich wieder denken kann, nachdem der Schmerz und das Prickeln nachgelassen hatten, denk ich mir so…mh..ob ich mir ein erschummeltes Lidlifting machen lassen kann, indem ich mir die Augenbraue piercen lasse?

Zuhause habe ich dann mit Daumen und Zeigefinger etwas die Haut am Augenlid Richtung Augenbraue gezogen – glatte 3 Jahre off my age – aber dann habe ich realisiert, ich müsste mir die gesamte Augenbraue piercen lassen, um einen Lidstraffungseffekt zu erreichen. Und das, meine Lieben, käme am Flughafen, wenn die Blase drückt und ich durch die Sicherheitsschleuse gehen muss, eher ungünstig. Die verstehen da ja überhaupt keinen  Spaß, wenns piept.

Meinen Schnäuzer habe ich mir wachsen lassen. Also jetzt nicht länger, sondern entfernen lassen. Zum ersten Mal. War auch schön, als der Schmerz wieder nachgelassen hatte und das Auge aufgehört zu tränen. Eigentlich habe ich ja gar keinen gehabt. Die zwei Haare  links und rechts Richtung Mundwinkel, ach göttchen, die kann man sich ja wohl selbst rauszupfen. Die kamen ja auch erst, um den vierzigsten Geburtstag herum. Tolles Geschenk! Hab mich richtig gefreut. Als ich kürzlich vom Zahnarzt kam und mein halbes Gesicht betäubt war, was glaubt ihr, was ich gemacht hatte? Genau! Pinzette genommen und gezupft. Auch dieses hartnäckige Nasenhaar. Sonst sticht es einem ja in der Nase und die Augen treten einem fast vor Schmerz aus den Höhlen, wenn man das ohne Betäubung macht. Ist jetzt aber für mich auch kein Grund deshalb alle paar Wochen zum Zahnarzt zu eilen.

John meinte jedenfalls, ich hätte überhaupt keinen Schnäuzer. Das hat mich natürlich gefreut. Ja-ha! Der weiß ja auch nicht, dass ich immer zupfe, sobald sich was blicken lässt. Ich war vor einigen Monaten in einem Massagekurs. Und die Anne, die ich im Gesicht massieren musste, also die Anne…wie soll ichs sagen? Die hätte einem Walross tatsächlich Konkurrenz machen können. Seitdem ich immer an diesen Walross-Schnäuzer denken muss, betrachte ich mich im Spiegel noch intensiver aus  allen möglichen Winkeln unter besonderer Berücksichtigung des Lichteinfalls. Man hat ja sonst nix zu tun.

Unsere Untermieter rausgeschmissen

Am Sonntag sind wir endlich dahinter gekommen, wo unsere Kakerlaken gehaust haben, wenn sie uns nicht im Haus besucht haben. John hatte die Weinranke abgeschnitten und völlig entsorgt, die an der Veranda gewachsen ist. Eigentlich wollte ich das gemacht haben, aber der Mann braucht immer was zu tun und während ich mich für diesen Gartenakt noch schnell vorher unter die Dusche gestellt habe, mich geschminkt und gestylt habe, war er dann schon fertig, als ich aus dem Bad kam.

Erzählte mir, drei Vogelnester (leer), ein fetter Huntsman und haufenweise Kakerlaken hätte er drin gefunden. Einige gehen jetzt zur Beerdigung.  Ich kann euch gar nicht sagen, wie froh ich war, dass ich das nicht gemacht habe. Man hätte mich in der Tat kreischend durch den Garten rennen sehen können. Grad so wie in dem Film Funny Farm. Da hat sich bei der  Frau ein Eichhörnchen, Waschbär oder sonstwas für ein Pelztier am Körper geklammert und sie rennt schreiend mit dem Tier auf dem Buckel durchs Haus.

Ich werde jetzt schwer im Auge behalten, ob sich noch was ins Haus traut. Wenn nicht, habe ich mir den Kammerjäger gespart. Mmh…was mach ich mit dem gespartem Geld?

Sturmböe im Haus

Jetzt geht das wieder los. Will ich die Schlafzimmertür von innen öffnen, muss ich gegen den Sturm im Haus kämpfen und krieg sie nur mit Mühe auf. John hat mal wieder – wie so oft im Sommer – alle Fenster, Türen und Schiebetüren geöffnet. Es weht eine so steife Brise im Haus, dass ich aufpassen muss, dass mir meine Haarsträhnen nicht die Augen auspeitschen.

Warum sagste denn nichts?

Komme ich auf die Veranda, sehe ich unseren Hund ganz hinten in der Ecke stehen und blöd gucken.

“Was machste denn in der hintersten Ecke, Ellie-Pirelli?”  Glaubt ihr, die hätt was geantwortet? Noch nicht mal mit ihrem Schwanz. Als ich näher komme, sehe ich, dass der arme Hund überhaupt keine Wahl hatte, John hatte einige Möbel verrückt und aus Versehen den Hund “eingesperrt.”

Ist schon mal vor Jahren passiert. Schließe ich das Garagentor, komme ca. eine halbe Stunde später doch noch mal raus, höre in der Garage was schnüffeln und schnauben. Hatte ich den Hund eingesperrt. Ob sie was gesagt hätte, wenn ich sie den ganzen Abend über dort drin vergessen hätte?

Langsam nervt es

aber im Rummel zu leben. Am Sonntag kam ein Neuseeländer, um ein bisschen am Holzboden herumzuschleifen. Nach 2 Stdunden – gefühlten 5 Minuten – verschwand der wieder. Am nächsten Tag sollte er wieder kommen. Betonung liegt hier auf sollte. Am Dienstag den Chef angerufen. Der wusste überhaupt nicht, dass hier niemand aufgetaucht war. Es stellte sich dann heraus, dass niemand den Neuseeländer erreichen konnte. Seine Frau hatte auch nix gehört oder gesehen. Kam der Chef gestern persönlich. Und hat ein bisschen geschliffen. Sollten wir ihn heute Morgen anrufen, falls der Mitarbeiter nicht auftaucht. Also ob.

Jetzt ist Chef wieder persönlich am schleifen, angeblich bekommen wir heute noch 2 Lackschichten drauf und morgen die dritte und letzte Schicht. Herausgestellt hat sich, dass der Neuseeländer Eheprobleme hat. Ich schätze mal, das werden nicht seine einzigen Probleme sein, wenn er jetzt keinen Job mehr hat.

Einziger Lichtblick. Der Chef – Rob heißt er – ist ne wahre Augenweide. Und was er für ne Unterhosenmarke trägt, weiß ich jetzt auch. Nee, nee, nicht was ihr denkt…der hatte sich grade gebückt, als ich ins Zimmer kam :-)

Nachtrag, hot gossip: der Neuseeländer hat anger management Probleme und muss zu einem Kurs. Sagte mir Rob später. Ich hoffe nur, der Typ ist kein Frauenschläger – wie hochgradig unsympathisch. Sein Bruder arbeitet auch für Rob, sollte am 14.1. aus dem Urlaub aus Neuseeland wiederkommen, ist auch nicht wieder aufgetaucht, noch hat er sich beim Chef gemeldet. Ob das ein Familienproblem bei denen ist oder man von zwei Kiwis gleich auf die gesamte Nation schließen kann. Meiner Meinung nach wohl kaum.  John behauptet steif und fest, viele sind dafür bekannt. Ich kann dazu nichts sagen, habe ich keine wirkliche Erfahrung mit.

Zwei Schichten sind jetzt drauf, der Gestank im Haus ist nach einigen Stunden erträglicher. Was nur wirklich wirklich nervt, ist das ich durch den Garten zur Haustür gehen muss, wenn ich in mein Arbeitszimmer bzw. in die Kinderzimmer will und das gleiche Spiel zurück, wenn ich in unser kleines Wohnzimmer will bzw. ins Bett. Einen Tag noch. Freitag bzw. Samstag können wir die Möbel wieder einräumen und ich mach drei Kreuze. Der Restholzboden soll ja auch noch gemacht werden, da gibts dann weniger auszuräumen und vor allem können wir den Rest des Hauses problemlos benutzen.