und ich durfte dieses historische Ereignis miterleben – 46.4 Grad. Damals, als die Mauer gefallen ist und meine Klassenkameraden gerade zufällig in Berlin auf Klassenfahrt waren, war ich leider nicht dabei gewesen. Da bin ich jetzt froh, dass ich auch mal Geschichte miterleben darf.
Ich war heute Mittag nur kurz unterwegs, da waren es erst Mitte Dreißig Grad. Den Rest des Tages habe ich auf dem Bett unterm Ventilator zugebracht. Halb nackig – war nämlich alleine. Geschwitzt habe ich trotzdem, das Einzige, was mich wirklich aufrecht gehalten und getröstet hatte, war die Tatsache, dass es am frühen Abend gleich um 16 Grad und das innerhalb von einer Stunde, abkühlen sollte. Hat es auch getan, ist aber dennoch warm im Haus.
Außerdem riecht es nach Feuer, am Himmel sind viele Rauchwolken – um uns herum brennts. Für uns besteht so keine Gefahr. Öhm – bis jetzt – so wie ich das sehe. Den ganzen Tag über war es extrem windig, was natürlich die Bushfeuer angetrieben hat. Das gefährlich daran ist dann immer, wenn sich der Wind dreht. Dann hat man plötzlich eine zig Meter hohe Feuerwand.
Hier kann man sehen, wie so ein Feuer aussieht.
Falls überhaupt noch möglich, ist unser Garten noch trockener geworden. Ich weiß, ich habs schon erwähnt, aber es sieht aus wie im Herbst. Überall braune Blätter und auch meine Magnolie, die sich bislang reichlich tapfer ohne Wasser geschlagen hatte, hat heute verbrannte Blätter.
Schrecklich! Auf solches Miterleben kann ich getrost verzichten. Die Fotos sind fürchterlich – ich denke auch an die armen Tiere, die sich nicht retten können.
Wenn ein Teil der Brände auf Brandstiftung zurückzuführen ist, was ist denn der Grund? Sind das “einfach nur” Pyromanen oder sind das Grundstücksspekulanten?
Die Tiere können sich eher retten, als manches Mal die Menschen. Denn viele bleiben bis zum letzten Moment, um ihre Häuser zu retten. Manchmal ist es dann zu spät, dann gibts keinen Weg mehr raus. Viele Häuser sind heute verbrannt. Und auch einige Menschen umgekommen. Durch den starken Wind, den wir hatten, gab es auch viel Funkenflug. 13 km von hier, war der Highway gesperrt, weil das Feuer tatsächlich von einer Seite des Highways auf die andere Seite übergesprungen ist – und das bei einer vierspurigen Straße.
Was die Brandstifter angeht, manchmal sind es Leute, die bei der Feuerwehr arbeiten. Die wollen gerne mal wieder löschen. Dass sind dann eher die Neuen, die es nicht abwarten können. Alle anderen Brandstifter sind “einfach” nur krank.
Nein, Grundstücksspkulanten, so wie man es aus Frankreich kennt, legen hier kein Feuer. Das ist ja alles Bushland, das kann so gar nicht verbaut werden. Die Häuser die dort stehen, stehen oft tatsächlich mitten im Busch. Sieht zwar schön aus, wenn man dort entlang fährt, aber wegen der Feuergefahr würde ich da nie leben wollen. Selbst wenn alles gebrannt hat, die Bäume erholen sich manchmal nach ein paar Jahren wieder oder es wird aufgeforstet. Sie brennen auch nicht nur deswegen so extrem, weils es so fürchterlich trocken hier ist, sondern auch wegen dem Eukalyptusöl.
Danke für die Aufklärung. Ich ahnte ja schon immer, daß Lesen bildet. Bei Wikipedia habe ich mich nun über Eukalyptus belesen. Hochinteresssant; ich betrachte im Nachhinein die einzigen Eukalyptusbäume, die ich je gesehen habe (bei unserem Hotel in Südfrankreich) mit ganz anderen Augen und auch die gefährlichen (?) Em-eukal-Bonschen.