Schildbürgerstreich in Oz

Wenn es nicht typisch bürokratisch doof wäre, könnte man glatt drüber lachen. Die Regierung hat den Menschen unbürokratische und schnelle Hilfe versprochen, die vom Buschfeuer betroffen sind. Diese Art finanzielle Hilfe läuft hier grundsätzlich über Centrelink – das ist eine Kombination von Arbeits-,  Sozial-, Renten- und Kindergeldamt. Die Leute, die sich bislang bei Centrelink gemeldet hatten, bekamen dann auch einen schönen Brief von der Behörde. Antrag abgelehnt. Ohne ID kein Geld. Mal abgesehen davon, dass ich mich frage, wohin die Briefe geschickt wurden, wenn Haus, Hof und Briefkasten abgebrannt sind und viele Leute gar nicht mehr in ihre Wohnorte zurückkehren können, finde ich diese Art nicht nachzudenken, dass diese Briefe mehr oder weniger computergeneriert sind – alles natürlich innerhalb der guidelines der Gesetzte und so – wirklich peinlich.

Es fällt mir so schwer zu glauben, dass nicht eine einzige Person bei Centrelink darüber nachgedacht hat, dass dies passieren wird – bevor es passiert ist.  Lesen die ihre eigenen Briefe nicht mehr, bevor sie eingetütet werden? Lassen die ihr Gehirn zu Hause, wenn sie morgens um 8 Uhr angetrottet kommen und um 17 Uhr pünktlich den Griffel fallen lassen?

Selbstverständlich hat man sich entschuldigt und arbeitet fieberhaft daran, den Menschen Geld zukommen zu lassen. Ich kann trotzdem nur mit dem Kopf schütteln.