Sachen gibts…gucke ich ahnungslos in den Himmel, sehe ich mich dort vorbeiziehen.

floating by
Sachen gibts…gucke ich ahnungslos in den Himmel, sehe ich mich dort vorbeiziehen.

floating by
Wo bitte kann ich den abgeben? Aktion und Reaktion oder umgekehrt. Höflich erzogen worden – zu doof gewesen. Zu empathisch, zu verzeihend, zu gutgläubig. Zu jung. Zu unerfahren, zu verletzlich. Die Welt nicht verstehend, immer noch nicht – nicht mehr peinlich berührt sein deswegen – immer noch auf der Suche. Werd mich zum Ende hin finden – so hoffe ich – mich verstehen, im Reinen sein. Mit wem? Mit mir? Meinen Mitmenschen, den Erinnerungen? Gott – Evolution? Zurückkehren? Zu wem? Zu mir? Gott? Sicher nicht. Den habe ich vor beinahe 30 Jahren verloren und finde ihn auch nicht unter Gläubigen wieder. Aber mich, mich gibt es immer noch. Ich weiß, warum ich manchmal so oder so reagiere. Manchmal über, manchmal unter. Man kann mir vieles nachsagen, aber nicht, dass ich nicht reflektiere und nicht gesprächsbereit bin. Manchmal nicht sofort, nicht in dieser Sekunde, aber nicht erst nach Monaten, eher nach Tagen, seltener Wochen.
Wir neigen dazu Warum? zu fragen, wenn etwas passiert. Die doofe Antwort ist: Warum nicht? Die gemäßigte Antwort ist: Wenn du zurückblickst, kannst du die Entwicklung beinahe chronologisch verfolgen. Du musst nur lernen, hinzugucken – was schmerzhaft sein kann – und du lernst. Dinge, die du nicht sehen wolltest, nicht bewusst wahrgenommen hast, anders interpretiert hast – wolltest. Das tut weh. Die Erkenntnis sich selbst zum Narren gehalten zu haben, die ist nicht peinlich, die schmerzt. Sie pocht und sticht und nagt. Sie isst dich förmlich auf – du willst es nicht – es nagt und frisst und verdirbt dir den Tag. Da ist sie wieder – die Warum-Frage – und am Ende stehst du da und hast keine Antwort. Es sei denn die Antwort ist – man hält sich immer an die Menschen, bei denen man sich einbildet, man wäre ihnen überlegen. Und wenn das Schicksal an die Tür klopft und das so mühsam gebastelte Kartenhaus zusammenbricht, verliert man den Boden unter den Füßen. Zack! Plötzlich bist du nur noch du. Und auch die Anderen merken es. Vorbei die Charade. Wie rauskommen, wenn man nicht wirklich im Leben angekommen ist? Indem man etwas tut, von dem man weiß, dass es dem Anderen nicht gut tut – das macht nichts – man kann alles zur eigenen Zufriedenheit erklären – vor sich selbst rechtfertigen. Darin hat man jahrzehntelang Übung.
Lebwohl vierzigjährige Freundschaft, die du so offensichtlich nicht warst. Wish you well.