Dass es Leute gibt, die ihr Haus nicht versichern

mag man beinahe nicht glauben, ist aber traurige Wirklichkeit in Australien. Ungefähr die Hälfte der Hausbesitzer, die während der verherenden Buschbrände ihre Häuser verloren haben, war nicht versichert! Nun wird darüber diskutiert, ob auch diese Leute Entschädigungen aus den Spendengeldern bekommen sollen und ob man nicht zumindest für die Häuser, die im Busch stehen, eine Versicherungspflicht einführt. Ich finde man sollte grundsätzlich eine Versicherungspflicht einführen. Es gibt auch jede Menge Leute, die keine Autoversicherung haben. Ich glaube, aber ich bin da im Moment wirklich überfragt, ist es in einigen Bundesstaaten so, dass man wenigstens eine Versicherung für die Schäden an andere Leute Autos versichert sein muss. Auch hier finde ich, ohne ausreichenden Versicherungsschutz sollte kein Auto registriert werden können.

Wisst ihr was wir nicht haben und was mich die ersten Monate hier fast nur wie auf rohen Eiern hat laufen lassen? Eine Haftpflichtversicherung. Baue ich mit meinem Auto einen Unfall, bin ich ausreichend versichert. Aber sonst nicht. Man kann sich allerdings dran gewöhnen und ich habe eigentlich schon längst vergessen, dass wir keine solche Versicherung haben (die ich in Deutschland all die Jahre hatte). Man kann durchaus glücklich damit leben – passiert ist noch nie was.

Allerdings muss man sich nicht darüber wundern, wenn jemand einen Schaden anrichtet und die Beine in die Hand nimmt, anstatt dazu zu stehen. Manchmal denke ich, dass ist hier noch ein bisschen wilder Westen.

Ein letztes Mal Garten

und dann soll es  auch gut sein. Gestern von morgens bis abends (ungelogen) im Garten geackert. Ausbeute: 2x mit Hänger doch noch zum Abfallplatz, ein leeres Beet an der Haustür, alle abgestorbenen Büsche und Äste niedergemetzelt – wobei eine Taube aus  ihrem wirklich bescheidenem Nest flüchtete und den Jungvogel notgedrungen vorerst zurückließ. Der hatte Glück, das der Ast, auf dem das Nest gebaut worden war, nicht abgestorben war. Naja gut, ich kann Tauben wirklich nicht ausstehen, aber so fies hätte ich auch nicht sein können, dem Vogel das Heim unterm Popo wegzusägen. Erstaunt war ich nur, dass das Nest so richtig popelig war, wenn ich das mit den  Nestern  von den kleineren Vögeln vergleiche, die wir überall haben…Luxuslimo gegen Minicooper, würd ich sagen.

Wir haben jetzt wieder Zugang runds ums Grundstück, sieht trotzdem aus, wie ein battlefield. Meine Arme sind dermaßen zerkratzt, von einer Katze attackiert zu werden, kann auch nicht schlimmer aussehen. Blasen an jedem Daumen und dann habe ich mir zu allem Überfluss trotz Handschuhe ein spitzes  vertrocknetes Stück Holz in den Zeigefinger gerammt, dass ich gestern noch nicht einmal einen Stift damit festhalten konnte. Weitere Ausbeute im Garten, diverse zerkaute Tennisbälle und Knochen. Dass ich in der Graspflanze, die ich versucht habe von vertrockneten Blätter zu befreien, nicht doch noch Leben entdeckt hatte, hat mich überrascht. So buschig und was, also etwas hätte sich bestimmt sehr heimelig darunter einrichten können. Vor Schlangen brauche ich hier wohl eher keine Angst zu haben, aber ganz ehrlich, würden wir ländlicher wohnen, hätte ich bestimmt nicht so neugierig die ganzen Blätter angehoben.

Schultern, Nacken und Oberarme schmerzen, ungefähr so, wie seinerzeit, als ich zum ersten Mal im Fitnessstudio trainiert habe. Wir sind beide völlig erschlagen und wollen von Garten nichts mehr hören oder sehen. Ein letzter Akt dürfte darin bestehen, das leere Beet vorne und das hinten am Zaun mit Plastik abzudecken und im Frühling ein letztes Mal zu säubern und bis dahin habe ich mir bestimmt überlegt, was ich neu pflanzen möchte. Feuerholz für den mexikanischen Ofen auf der Veranda  haben wir jetzt auch wieder reichlich.