Erste Ladung unspektakulärer Fotos von Alice Springs. Berichte folgen . Es ist grad so 3 Uhr nachts, bin zwar nicht müde, aber nicht in Stimmung viel zu schreiben. Außer, dass das Town Centre von Alice leider nicht auf Fotos verewigt wurde und das, wo es teilweise so schön bunt bemalt war. An vielen Ecken gabs Aboriginemalerei. Alice ist klein, bunt, liegt in einem Tal – umrahmt von einigen Hügeln, grüner, als ich mir den Ort vorgestellt hatte, ist aber vor allem heiß. Wenn die 1 Millionen Buschfliegen nicht wären, beinahe lebenswert. Aber gut, die ekeligen Fliegen haben wir auch in Victoria, nur im Outback treten sie noch geballter auf, was einem schon mal das Laufen vermiesen kann. Aber Alice ist irgendwie gemütlich. Zeitdruck schien mir dort niemand zu haben. Dass es dort viele Ureinwohner gibt, ist müßig zu erwähnen, auch wenn Jaime anfangs flüsterte…”Ich hab nen Aborigine gesehen” und ich zurückflüsterte…”Ja, ich auch, liegt bestimmt daran, dass wir uns hier im Aborigineland bewegen”..zwinker zwinker. Tatsache ist, bei uns sieht man eher selten Ureinwohner und wenn, dann eher hellhäutigere First Australians. Ich kann Jaime schon verstehen. In der Theorie etwas zu wissen oder in der Schule zu lernen, ist eben nicht mit der eigenen Erfahrung vergleichbar. Und als Kind sieht man die Welt einfach noch mit anderen Augen. Wir haben regelmäßig Aborigines am Motel vorbeilaufen sehen. Was sage ich…vorbeischlendern sehen. Diese Menschen liefen mit einer Gemächlichkeit, die ich zwar irgendwie bewundert habe, aber dennoch nicht nachahmen kann. Es war so heiß, dass ich schnellen Schrittes von A nach B laufen wollte, schlendern kam da so gar nicht für mich in Frage. Vorm Motel gab es den Todd River, der seit über 20 Jahren ein völlig ausgetrocknetes Flußbett hat, in dem all die Leute vor unserem Motelhinterfenster vorbeiliefen. Grad heute Morgen haben wir noch gesehen, wie ein Dingowelpe einen Vogel jagte und auch tatsächlich gefangen hatte. Hätte ich nicht unbedingt sehen müssen. Der Dingo war übrigens kein wilder, sondern ein Hausdingo. Kurze Zeit später kam der Besitzer mit ihm an der Leine wieder vorbeigelaufen. Drei Falken kreisten schon über dem trockenem Tatort – sollten wohl auf den Vogel warten, der bestimmt nicht vom Dingo verspeist worden war.
Der schwere Vorhang im Motelzimmer war natürlich zugezogen, als wir reinkamen und ich – Tageslicht liebend (kann man auch nur sein, wenn man von Hitze keine Ahnung hat) – gleich hin und Vorhang aufgezogen. Mädchenhaft kreischend wieder zurückgesprungen, als ich nur drei Zentimeter geöffnet hatte, weil ein dunkles Etwas in Windeseile am Vorhang davon flitzte. Ein kleiner Lizard. Ach, wie niedlich. Und noch einer. Naja, dachte mir die waren vor uns da und kümmern sich um eventuelle Insekten im Zimmer. Was soll ich sagen…sie sind unserem Zimmer treu geblieben. Mückenstiche hatte ich auch nicht. Die Außenwand war von der Nachmittagshitze dermaßen aufgeheizt, dass sie immer noch enorme Wärme ausstrahlte, wenn wir zu Bett gingen. Ein Hoch auf Klimaanlagen. Wenn sie doch nur leiser wären. Hundertmal nachts aufgewacht und von einer Seite auf die andere gewälzt. Zwischendurch ausgeschaltet, dann aber wegen enormer Hitze im Raum aufgewacht. Wie man es macht…John und ich fühlen uns überhaupt nicht erholt, irgendwie sind wir der Meinung, wir sind jetzt erst recht urlaubsreif. Die knorkeharten Matratzen haben ihr übriges getan.
Die hügeligen Landschaftsfotos sind der An- bzw. Ausblick in der Motelanlage. Schön, oder? Das kleine graue Tier ist ein Rock Wallabie. Wenn mich nicht alles täuscht, die kleinste Känguruart. Sie kamen immer in der Abenddämmerung zum Motel.














Wenn ich Alice Springs lese, dann muss ich sofort an meine Lieblingsserie “Die fliegenden Ärzte” denken. Schade, dass die nicht weitergeführt wurde.
Die Sendung habe ich früher auch gesehen. Fand sie auch schön. Fragt man sich im nachhinein, ob die in irgendeiner Form was mit der Realität zu tun hatte oder eher der Abenteuerromantik diente. Keine Ahnung. Skippy das Buschkänguru lief ja früher auch im Fernsehen. Bestimmt wollten Millionen Kinder ein Känguru, genauso wie Millionen einen “Flipper” haben wollten. Ich ja nicht, wir hätten eh kein Platz dafür gehabt
Huch, mir kommen die Eidechsen ziemlich groß vor, kann das angehen?
Ich finde sie auch ziemlich groß. Und die liefen tatsächlich in der Nacht in dem Zimmer herum? Möglicherweise über eure Körper?! Ekelig! So kenne ich dich ja gar nicht.
Geschätzte max 7 cm, die waren richtig klein und dünn und flink. Ja, hab mich selbst übertroffen keinen Ekel zu empfinden haha.
Hatten wir auf den Kanaren auch . Aber sie kommen den Menschen nicht zu nahe. Ich fand sie irgentwie niedlich. Im dunkelem sassen sie immer im inneren von beleuchteten Gartenlampen. Habe mich manchmal gefragt, wie sie da reingekommen sind.