Im Land der Badelatsche

Wenn das mal nicht auch ein highlight ist…vor einigen Wochen hatten Katharina und ich ne Videokonferenz und sie zeigte mir ihre neuen Plueschhausschuhe. “Auch haben will”, hatte ich gesagt und gerade eben kam Post von meiner Trinchen. Und vor Monaten zeigte sie mir den Badelatschenschluesselanhaenger, den sie sich in Queensland gekauft hatte. “Auch haben will”, hatte ich auch dazu gesagt. Im Land der Badelatsche, muss man einfach sowas  haben. Naja, ich jedenfalls.

Puschentraum :-)

Puschentraum :-)

Seh dich draußen hinten

Hab eine Nachricht von Kathrinchen bekommen. Sie sind schon da. Sehen wir uns in zwei Tagen im Uluru Resort. Ich freue mich, dass es doch noch dazu kommen wird, dank der Überflutung der Straßen im Outback (Wolfs Creek und so – wet season im Outback) sind einige Strecken unpassierbar, die sie hätten fahren wollen. Deshalb haben sie sich von Perth geradewegs auf den Weg zu Uluru gemacht. Juhu. Bekomme ich nicht nur meine Nichte zu sehen, so haben wir auch die Chance gemeinsame Erinnerungen zu kreieren. Bin auch gespannt, was ihr Freund Thomas von der Farmarbeit zu erzählen hat. Schönes highlight eines montagmorgens für mich, wie ich finde.

Betty Geröllheimer

hätte ganz fabelhaft in der Fellweste, die mir heute beim speed shopping ins Auge gesprungen war – wo sie übrigens in der Erinnerung daran immer noch leichte Sehstörungen bei mir verursacht – ausgesehen. Ich vielleicht auch, wenn ich ein Steinzeitcartoon-Charakter wäre. Da ich nicht glauben konnte, was ich sah, griffelte ich diese cremefarbene Weste an, um festzustellen, ob die etwa noch an die Bluse genäht war, die darunter auf dem Bügel hing. Wie ich kurz, aber heftig griffel, schießt mir ein Gedanke durch den Kopf…ohmegod…wenn mich jetzt jemand sieht, glaubt man noch ich fände diese Ausgeburt an Hässlichkeit schick…peinlich. Deshalb hab ich dann meine Hand ganz schnell zurückgezogen. Im nachhinein war ich doch etwas betrübt, gerne hätte ich gewusst, was das Ding kosten sollte. Und gerne hätte ich eine Kamera dabei gehabt.

Speed Shopping hat ja bei mir den Vorteil, dass ich gar nicht so schnell merke, wieviel Geld ich ausgebe. Gaaanz tolle italienische Schuhe gefunden. Herabgesetzt. Und das mir! Ich find doch selten was im Angebot. Und noch ne Hose und nen Pulli und ne Modeschmuckkette. Öhm…alles in schwarz. Mir fällt es so schwer mir was farbliches auszusuchen. Fliederfarbene Oberteile hab ich gesehen. Graus. Würd ich noch nicht mal anziehen, wenn ich 60 wäre. Rot steht mir so gar nicht. Grün…kommt immer auf den grünton an, blau dito, gelb – ohgott – pink, lila, orange…pink, pink, pink. Hier kann man so viele pinke Sachen kaufen, dass man sich durchaus als Miss Piggy fühlen könnte, würde man diese grausame Farbe tatsächlich tragen wollen.

Ich habe mir – wie immer – mehrere Teile mit in die Umkleidekabine genommen. Auch gemusterte und gar nicht schwarz. Die sehen am Bügel teilweise ganz nett aus. Wenn ich sie dann anziehe, sehe ich nur noch matronenhaft aus. Womit ich mich auch nicht anfreunden kann, sind die knallengen Jeans. Bitte! Ist man dementsprechend schlank, siehts ja noch ganz nett aus. Ich bin dann noch am Juwelierfenster vorbeigeschlichen und hab mir die Lovelinks angesehen. Zum x-male in 12 Monaten oder so. John habe ich bereits gesagt: “Start squirrel away some money for my birthday present.” Seine Antwort: “Oh no!” Hat mich aber gar nicht beeindruckt. Muss mir jetzt nur noch in Ruhe ein Farbschema aussuchen. Schwarz auf keinen Fall.

Was mich richtig gefreut hatte, war die Kollektion der Gummistiefel. Es gab welche mit Kirschen drauf, sahen ganz niedlich aus. Meine Pralinenstiefel gibt es aber dieses Jahr nicht mehr zu kaufen. Und darüber bin ich froh. Man will doch nicht immer tragen, was bei hundert andere Frauen auch im Schuhregal steht. Auch wenn es nur Gummistiefel sind!

Wegen des anstehenden Urlaubes war ich auch noch in einer Drogerie. Was man nicht alles braucht…und was das alles kostet…hätten mir die Plastikgriffe der Tüten nicht so ekelig in die Hände geschnitten, wäre ich vielleicht jetzt noch im Shopping Centre. Wenn man monatelang, so wie ich, rein gar keine Lust hatte nach Klamotten zu stöbern, braucht es so seine Zeit, bis man alles gesehen hat. Andererseits hänge ich an meinem Augenlicht. War gut so, wie es war.

Wer jetzt denkt, ich steh nur auf schwarz, der irrt. Mit zunehmendem Alter entwickel ich einen leichten Hang zu kitschigen Gegenständen. Vereinzelt kaufe ich schon mal was pinkes, siehe Foto. Da mir mein silbernes Schminkköfferchen doch zu sperrig ist, um es ins Gepäck zu stecken, hab ich mir noch diese Täschken im Dreierpack gekauft. Gut, auf das altrosafarbene hätt ich auch verzichten können, aber die kamen nun mal zusammen. PS Das glatzköpfige Kind im Hintergrund ist Jaime mit 8 Monaten. Eins meiner Lieblingsfotos  -   deshalb stehts auch bei mir auf dem Schreibtisch.

taeschchenkitsch

Handtaschen züchten

Yep. Krokodilfarmen sind big business. So ein Täschchen kann bis zu 62000 $ kosten. Problem neuerdings scheint zu sein, dass freilebende Salzwassercrocs sich häufiger in Süßwasser tümmeln. Seit 1960 ist das Jagen und Töten von Krokodilen verboten. Geschätzte 70000 Crocs gibt es deshalb im Northern Territory.  Die Regierung gibt keine Krokodile zum Abschuss frei. Dennoch wissen wir alle, das Mensch sich nicht immer an Gesetze hält und Krokodile sich auch schon mal an Menschen laben.

Wer sich mal wieder eine neue Krokodillederhandtasche gönnen möchte, sollte deshalb auf das Gütesiegel achten: Garantiert ohne menschliche Rückstände. Nur so stellt man die Zukunft der Farmen sicher. Nach einer Flut von Klagewellen in Amerika, gehen Anbieter jetzt allerdings auch hier dazu über diesen Disclaimer hinzuzufügen: Warning! Product may contain human traces.

Kameltour mit Pisspott-Helm

Nee Danke. Hab mal hier geguckt, was man so rund um Alice und Uluru machen kann, außer Stein gucken. Haben sie ohnehin mal wieder geschummelt. Sind auf dem Bild, wenn man die Webseite aufruft, noch Männer mit Hüten auf Kamelen zu sehen, siehts bei dem anderen Bild schon realistischer aus. Pisspott-Helm. Super. Man kanns auch übertreiben mit der Sicherheit. Sollen sie doch jeden Einzelnen einen disclaimer unterschreiben lassen. Ich habe weder Lust extrem bekloppt auszusehen, noch hinterher Helm-Haar zu haben. Für mich ist Helm tragen so schlimm wie mich in einen dunkelblauen knielangen Rock zu stecken, dazu blickdichte Strümpfe und ne Bluse mit gesticktem Schnick-Schnack am Kragen. Und Bommel an den Slippers. Würd mein Selbstbewusstsein augenblicklich schwinden.

Ich weiß, ich kann extrem sein. Ehrlich. Ich weiß. Ich weiß aber auch, dass wenn ich mit Nussschalenhelm auf so einem Kamel hocken würde, mir die Lust am Ausflug und der Landschaft vergehen würde. Ich würde einfach nur mich schämend auf dem Vieh sitzen, auch wenn alle anderen Tourteilnehmer ähnlich bescheuert aussehen. Überhaupt möchte ich auch meinen Mann nicht mit so einem Ding auf dem Kopf sehen. Auch das könnte sich nachträglich negativ auswirken. Muss doch nicht sein.

Tja. Helikoptertour? Ziemlich teuer für 30 Minuten. Wenn zwei meiner Mitreisenden allerdings verzichten, gehts ja. Mal schauen, ob ich sie davon überzeugen kann, das ich und nicht sie sich den Flug gönnen sollten :-)

Normales Kindheitstrauma

Helgas Kommentar zum letzten Artikel hat mich natürlich gleich in die Vergangenheit versetzt.

Mein Kindheitstrauma sind kratzige Strumpfhosen, eine -  O-Ton Mutter – entzückende (kratzige) weiße Wintermütze mit rotem “Entenschnabel” Schirm. Wobei der “Schnabel” keiner war, wie man vielleicht heute die Kindermützen verhunzt a la Hofnarr  & Co. Und die Super 8 Filmerei von meinem Opa. Grundsätzlich wurde gemampft und die Kamera schön lange auf Gesichter gezoomt. Und wenn wir durchs Gartentor kamen und Opa war noch nicht so weit, mussten wir noch mal zurücklaufen und so tun, als wären wir gerade erst angekommen. Erinnerte mich später immer an “Ein Klavier, ein Klavier” von Loriot.

Dann kann ich noch mit bärtigen und barfüßigen Lehrern in den 80ern in “Jesuslatschen” oder Birkenstocksandalen dienen. Oder mit einem Lehrer Referendar, der die ganze Woche lang den gleichen Pulli trug und lange schwarze fettige Haare hatte. Yuck. Gut, da war ich kein Kind mehr, aber es ist mir dennoch ins Hirn  gebrannt bzw. auf meine Retina. Gott, ich seh die Typen heut noch vor mir, wenn ich die Augen schließe.

Dann die Frage: “Du isst keinen Kuchen? Bist du auf Diät?” Arrg! Ich hab Kuchen gehasst. Außer Erdbeertortenboden mit Sahne oder gefüllten Bienenstich. Bienenstich. Was für ein doofer Name für Kuchen! Fällt mir jetzt erst auf. Ach ja und die Besuche beim Friseur als Jugendliche. Wie oft ich da völlig beknackt aussehend wieder nach Hause gekommen bin, weil ich mich nicht getraut hatte zu sagen…nee so doch wohl nicht.

Jetzt muss ich an meine Schwester denken und an ihr Trauma. Aber das soll sie mal selbst erzählen hehe.

Und was sind eure Erinnerungen?