Wer sich mit dem Auto durchs Outback bewegt grüßt in der Regel den entgegenkommenden Autofahrer. Nicht so wie diese Idioten, die am Fernsehstudio in Melbourne vorbeilaufen, realisieren, wo sie grad vorbeilaufen, abrupt stehenbleiben, ins Fenster starren, näher herantreten, beide Hände schützend links und rechts an den Kopf legen (so sieht man mehr) kräftig winken, dem bereits vorlaufenden Partner etwas zurufen – mit passender Handbewegung – Zeigefinger auf das Fenster schießen lässt, noch 1-10 mal kräftig winken, sich beim weiterlaufen doch noch einmal umdrehen und hektisch mit der Hand wedeln – die ich regelmäßig, wenn ich mal Frühstücksfernsehen geguckt habe, sehen konnte.
Nein, so grüßt man nicht. Hektisches wedeln mit einer Hand von rechts nach links vor seinem eigenen Gesicht (Einheimische erkennt man am sehr langsamen wedeln) ist auch kein Gruß. Damit versucht man verzweifelt die Millionen Fliegen von seinem Gesicht fernzuhalten.
Der Outback-Gruß ist so souverän, dass man ihn durchaus bei einer Geschwindigkeit von 110-130 km/h (ich konnte nicht widerstehen und bretterte Streckenweise mit 150 km/h durchs Land) übersehen kann. Man grüßt, indem man lässig den Daumen am Lenkrad lässt, die übrigen Finger jedoch hebt. Nach etlichen Stunden fahren und hin und wieder grüßen, kann der versierte Outbackfahrer durchaus dazu übergehen nur noch lässig den Zeigefinger zu heben.
Während ich also bretterte, saß Jaime auf dem Beifahrersitz und grüßte begeistert fremde Autofahrer. Natürlich blieb es nicht aus, dass der eine oder andere Fahrer (häufig, aber nicht grundsätzlich, alte männliche Touristen) nicht grüßten.
“Der hat nicht zurückgewunken.” “Der konnte nicht, Jaime, der hatte grad den Finger in der Nase.”
Ich weiß nicht, ob manche Leute meinen, das Fahren im Auto mache gleichzeitg unsichtbar. Nasenbohrer sehe ich auch bei hoher Geschwindigkeit. So. Wollte ich nur mal erwähnt haben.