Wer sich mit dem Auto durchs Outback bewegt grüßt in der Regel den entgegenkommenden Autofahrer. Nicht so wie diese Idioten, die am Fernsehstudio in Melbourne vorbeilaufen, realisieren, wo sie grad vorbeilaufen, abrupt stehenbleiben, ins Fenster starren, näher herantreten, beide Hände schützend links und rechts an den Kopf legen (so sieht man mehr) kräftig winken, dem bereits vorlaufenden Partner etwas zurufen – mit passender Handbewegung – Zeigefinger auf das Fenster schießen lässt, noch 1-10 mal kräftig winken, sich beim weiterlaufen doch noch einmal umdrehen und hektisch mit der Hand wedeln – die ich regelmäßig, wenn ich mal Frühstücksfernsehen geguckt habe, sehen konnte.
Nein, so grüßt man nicht. Hektisches wedeln mit einer Hand von rechts nach links vor seinem eigenen Gesicht (Einheimische erkennt man am sehr langsamen wedeln) ist auch kein Gruß. Damit versucht man verzweifelt die Millionen Fliegen von seinem Gesicht fernzuhalten.
Der Outback-Gruß ist so souverän, dass man ihn durchaus bei einer Geschwindigkeit von 110-130 km/h (ich konnte nicht widerstehen und bretterte Streckenweise mit 150 km/h durchs Land) übersehen kann. Man grüßt, indem man lässig den Daumen am Lenkrad lässt, die übrigen Finger jedoch hebt. Nach etlichen Stunden fahren und hin und wieder grüßen, kann der versierte Outbackfahrer durchaus dazu übergehen nur noch lässig den Zeigefinger zu heben.
Während ich also bretterte, saß Jaime auf dem Beifahrersitz und grüßte begeistert fremde Autofahrer. Natürlich blieb es nicht aus, dass der eine oder andere Fahrer (häufig, aber nicht grundsätzlich, alte männliche Touristen) nicht grüßten.
“Der hat nicht zurückgewunken.” “Der konnte nicht, Jaime, der hatte grad den Finger in der Nase.”
Ich weiß nicht, ob manche Leute meinen, das Fahren im Auto mache gleichzeitg unsichtbar. Nasenbohrer sehe ich auch bei hoher Geschwindigkeit. So. Wollte ich nur mal erwähnt haben.
Ertappt?
Norddeutsche?
(wegen “gewunken”)
Für Interessierte ist heute ein netter Artikel über Norddeutsch im Zwiebelfisch bei Spiegel-online.
Mit Leib und Seele Norddeutsche und das lass ich mir von Bastian (?) auch nicht nehmen. Sprache ist was herrliches – vor allem Regionale – luv it.
Ich muss jetzt Jaime aufholen
Ach eigentlich bin ich gar keine richtige Norddeutsche, komme aus dem Nordwesten – mit viel plattdeutschem Einfluss.
Na ja, für mich ist Nordwesten noch Norddeutsch, südlich von Hannover fängt Bayern an. Dachte ich als Kind, der Harz war für mich Voralpenland.
Aber weshalb ich mich nochmals dazu melde, ist, daß der Spiegel viel zu fix ist, heute früh war der Artikel noch rechts in der Spalte “most wanted”, war als ich nachguckte über Eure Hausinsel Philips Island abgelöst. Dieser Beitrag, auf den ich jetzt verweisen wollte ist auch schon wieder weg. Ich habe keine Ahnung, wie man so etwas verlinkt, ich bin schon ein älteres Semester. Aber, wenn man oben in der Suchspalte “Zwiebelfisch” eingibt, kommt man auf den Artikel.
Hab den Artikel gerade gelesen und offensichtlich kommt Bastian auch aus Norddeutschland. Viele der Begriffe, die er aufgelistet hat, sind mir bekannt, einige überhaupt nicht, die werden vermutlich tatsächlich nördlicher benutzt. Das Schöne ist ja, dass jeder einen versteht, egal wie falsch das Deutsch ist und diese plattdeutschen Ausdrücke sind teilweise einfach wunderbar – obwohl ich selbst überhaupt nicht Platt sprechen kann – meine Eltern konnten es auch nicht. Eher verstehen, als sprechen.
Verlinken…wenn du etwas verlinken willst, klickst du in dein Browserfenster und markierst die gesamte Webadresse. Anschließend – sofern du mit Windows Betriebssystem arbeitest, drückst du die Taste Strg. und den Buchstaben C gleichzeitig. Damit wird die Webadresse in den Zwischenspeicher gespeichert. Schreibst du deinen Text, drückst Strg. und Buschstaben V gleichzeitig und schon wird der komplette Link eingesetzt.
Zuerst mal meinen besten Dank für die PC-Nachhilfe. Das klappt ja sogar bei mir. Ha, ich werde ein Profi!
Der Bastian ist aus Holstein, kann man statt zu Süddänemark noch Norddeutschland zurechnen
Bis auf Luschern und Murkel (kannte ich nur aus dem Berliner Raum) war mir alles bekannt. Allerdings kenne ich sein “fiegeliensch” nur in der Bedeutung von pfiffig, gewitzt.
Aber, wo er Recht hat, hat er Recht; ein norddeutsches Schiet ist doch knuffig im Vergleich zu Sch.. und wenn man kleine Schietbüdel zu Hause hat, darf man sie auch als Stinkstiefel liebevoll bezeichnen (was mir hier im Süden Deutschlands schon als Kinderhass ausgelegt wurde).
Stinkstiefel haha – kenne ich eher als Bezeichnung für jemanden, der immer irgendwie was richtig fieses zu mosern hat und Unruhe stiften muss und sich daran erfreut.
In deinem Zusammenhang ist “Stinkstiefel” wohl vergleichbar mit dem engl. Ausdruck…you little shit…du kleiner Scheißer.
PC-Nachhilfe…das klappt auch wunderbar mit ganzen Texten (markieren mit Strg. Buchstabe A für “all”. Man kann das zwar auch über die Menüleiste machen, aber die Buchstabenkombination ist so einfach.
Danke, danke, danke! Werde ich auch gleich mal probieren.
Stinkstiefel – ja und nein – einmal negativ, so wie Du das auch kennst, das andere Stinkstiefel so situationsbedingt liebevoll… “ach, Du mein kleiner Stinkstiefel” Schmatz!