Der kleine blonde Junge – geschätzte 18 Monate alt – sitzt auf dem Schoß seiner Mutter auf dem Flug von Alice nach Melbourne. Schräg gegenüber von mir. Er zeigt mir seine blitzweißen Milchbeißerchen, er lächelt mich häufiger an. Nicht selbstverständlich, dass fremde Kinder mich anlächeln. Mein Glückstag. Niedlich ist er, sitzt friedlich und mampf. Ein paar Bissen vom Sandwich. Trinkt Saft mit einem Strohhalm aus einem Trinkpäckchen. Könnte, wenn ich die Zähne betrachte durchaus einen Happen Steak zermahlen. Vorsichtig vielleicht, in kleinen Bissen, aber doch ja, dafür sind Zähne ja da. Aber nein, da war doch noch was! Zwischen essen und trinken und trinken und essen – selbstständig hält er beides, greift er alle gefühlten 4 3/4 Minuten in Muttis T-Shirt und kramt ihre Brust heraus. Das sind wahnsinnig viele Kramereien bei einem 2.5 stündigen Flug. Trinkt einen Schluck, Mutti kramt wieder wech, Kind ißt weiter. Obwohl mich das Leben fremder Menschen, die mir unterwegs begegnen, doch eher piep ist, frage ich mich, was treibt eine Mutter an pantry zu spielen, wenn das Kind beinahe schon mit Messer und Gabel hantieren kann?