vor mir der riesige tiefhängende Vollmond gegen 17:40 Uhr. Auch interessant zu sehen. Dass die Sonne um eine bestimmte Zeit im Herbst so tief steht, dass man beim Autofahren wenig sieht, ist weniger schön. Fürchterlich viel hin und hergefahren, lauter Kurzstrecken, Kinder abgeholt, Kinder nach Hause gebracht. Kinder hier übernachten gehabt, andere Kinder abgeholt, auf Kinder aufgepasst blabla. Ist besonders in den Ferien immer so hier. Kaum waren meine Backpacker nach Sydney unterwegs, kam die nächste Fuhre Übernachtungsgäste. Drei beinahe 10-jährige – inkl. Jaime – die vom frühen Nachmittag bis sehr spät abends gar nicht mehr aufhörten zu schnäbbeln. Heute kam Brodi mit E-Gitarre und Verstärker – ein Segen, dass wir gerade heute es endlich gebacken bekommen haben, Jaimes Schlagzeug in die Garage zu schleppen. Schön für die Nachbarn. Jaime und Brodi planen ihre Band und so wie es aussieht, spielt sich das Üben bei Madam-Oz ab. Stört mich nicht weiter. Die Nachbarn brauchen jetzt eiserne Nerven. Naja, ich denke mal, mehr als 1x die Woche (falls die Knirpse überhaupt so viel Ausdauer entwickeln) werden sie sich wohl nicht treffen können. Hund verkrümelt sich leicht genervt.
John wollte 40 Tage Schicht durcharbeiten, ich war dagegen. Die Firma ist zum Glück auch dagegen und so werden nicht mehr als 20 Tage am Stück gearbeitet. Ostern also alleine, d. h. unser Besuch kommt ja morgen Abend schon aus Sydney zurück, insofern wirds für mich nicht gar so langweilig. Morgen Abend zu einer Verlobungsfeier – gähn – schon wieder 2 Stunden Autofahren und auch noch abends. Nervig. Manchmal bleibe ich ja bei Familienfeiern alleine zu Hause und so hatte ich John gefragt, ob er was dagegen hätte, wenn ich nicht mitkäme. Zum allerersten Mal in unserer Ehe sagte er doch glatt, er müsse da auch durch, ich soll gefälligst mitkommen. Unverschämtheit, wie ich finde. Unrecht hat er ja nicht und das er sich erst nach einem Jahrzehnt so äußert, muss ich ihm einfach mal fairerweise anrechnen. Nun bin ich aber nicht wirklich uneigennützig, denn ich brauche dringend einen neuen Computer.
Ich habe da diesen schicken touch screen gesehen – oh – ist das ein tolles futuristisches Computerbedienergefühl (ausprobiert im Shop). So wie es aussieht stellt im Moment nur HP und Dell diese Dinger her. Für den deutschen Markt war bis jetzt noch vorhergesagt worden, dass die Deutschen sich mit dieser Art neuer Technik zunächst mal nicht anfreunden können. Ich wohl.
Eines der Konjunkturankurblungspakete der Regierung war 900 $ an Geringverdiener zu bezahlen. Marco, als armer Student und Teilzeitarbeitender hat also mal was geschenkt bekommen. Schön. Er plant ja Europaurlaub, da hilft die Summe schon mal.
Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich noch einen Text versprochen habe, der mir aus mir unerfindlichen Gründen irgendwie schwer fällt. Ich hoffe, es ist nur die ungewohnte Hektik im Haus, die mich etwas blockiert. ABER einen Absatz hab ich schon haha.
Ich spiele seit Wochen Zelda auf Nintendo DS. Dass eine erwachsene Frau in meinem Alter noch mit diesen kleinen Displayspielzeugen spielt kann vermutlich auch nur verstehen, wer selbst Spaß an Technik und elektronische Games hat. Gleichzeitig spekulieren wir – mein Mann und ich – darauf, dass unser Freund Sonny endlich seinen Flipper verkaufen will. Den würden wir sofort kaufen. Man stelle sich vor, der hat das tolle Ding bei seinen Eltern stehen und keine Sau spielt damit. Vor 2 Jahren habe ich schon mal vorsichtig angefragt, aber er wollte nicht verkaufen. Jetzt wo das Schlagzeug aus dem Wohnzimmer weg ist, könnte da ganz gut der Indiana Jones Flipper stehen!
Katharina und Thomas sind gestern Fallschirmspringen gewesen, bin gespannt aufs Video. Ich könnt das ja nicht, mir wird ja schon schlecht, wenn ich mal zügig über nen Huckel mit dem Auto fahre. Kann sein, dass wir Marco zum 21. einen Gutschein fürs Fallschirmspringen kaufen. Dass die hier im Melbournergebiet wesentlich mehr berechnen, als dass, was Kati bezahlt hat, finde ich auch schon wieder unverschämt.
Fernsehen werd ich wohl noch weniger, als sonst an Ostern, mir sträuben sich die Nackenhaare, wenn in den Nachrichten aus aller Welt gezeigt wird, wie Gläubige auf den Knien irgendwohin rutschen oder sich ans Kreuz nageln lassen. Come to think of it…vielleicht doch besser sein verquertes Seelenleben so auszuleben, als Amok zu laufen. Schädigt man niemanden sonst mit – außer mich Staubkörnchen im Universum.
PS Mein shinyshinybrandnewholzboden sieht immer noch klasse aus – trotz einiger Macken, die er in wenigen Wochen erdulden musste. Elaine – das ist eine Frau, die mir neue Sitzbezüge für meine zwei Korbsessel näht, hat auch einen Holzboden. Der ist schon nachgedunkelt und verkratzt. Aber der sieht so richtig toll aus. Wie ich es mir immer vorgestellt habe. Deshalb stelle ich mich nicht mehr ganz so an, möchte aber dennoch nicht wirklich tiefe Riefen drin haben. Riefen. Ist das ein Wort?
PPS Mit meiner Frisur bin ich nicht wirklich zufrieden. Doch wieder etwas wachsen lassen, scheint mir hierfür die richtige Lösung zu sein. Selbstgesträhnt bin ich immer noch nicht. Vielleicht kann Kati mir mal die Strähnen ins Haar bürsten – hab ich wenigstens jemanden, den ich beschuldigen kann, falls ich hinterher wie ein Streifenhörnchen aussehen sollte.