trifft mich heute Morgen mal wieder mit voller Wucht. Meine homepage ist eine Nachrichtenseite und was sehe ich? Ein Röntgenbild von einem Schädel eines ermordeten jungen Asiaten mit 27 nailgun Schüssen kreuz und quer im Kopf. Muss so ein Foto auf der Starseite stehen? Genügt nicht ein Artikel? Vielleicht hätte ich auf den Link zum Artikel geklickt und wäre dann mit so einem Foto konfrontiert worden, was auch nicht schöner gewesen wäre. Will das wirklich jemand sehen?
Und bin ich jetzt nicht genauso ekelig, dass ich darüber schreibe? Sollte man solche Nachrichten nicht einfach ignorieren? Sollte ich mir nicht abgewöhnen hin und wieder solche Artikel aufzugreifen? Bin ich abgestumpfter, als mir lieb ist? Damit muss ich mich tatsächlich intensiver beschäftigen. Nun ist das Leben nicht ein einziger schöner Sommertag, aber diesen Blog führe ich doch im Grunde, um auch hin und wieder tatsächlich über Gepflogenheiten und das Leben hier zu berichten. Nachrichten dieser Art kann der Leser ja überall sonst lesen.
Was mich zu einem Bild im Stern vor ein paar Tagen bringt. Über einen Zeitraum von ein paar Tagen habe ich dieses Foto zur Bildergalerie auf deren Startseite gesehen. Zwei junge Männer – im Augenblick ihres Todes? – die an die Absperrung vor Jahren bei einem Fussballspiel, in England, von einer Menschenmasse gequetscht wurden. Auch hier wieder die Frage: muss das sein? Haben Verletzte, Tote, Hinterbliebene keine Privatspähre? Mich hat das Foto total aufgeregt.
Sollte ich mir schlicht abgwöhnen überhaupt noch Nachrichtenseiten zu lesen? Fernsehen schaue ich ja ohnehin sehr wenig, Nachrichten äußerst selten. Da kann ich doch gut und gerne auch aufs Lesen verzichten. Ich muss nicht alles wissen und vor allem nicht sehen.
Ein 11-jähriges Mädchen, ganz in der Nähe von uns, das auch in Jaimes Schule ging ist gestern bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Als mein Mann mit Jaime ins Klassenzimmer kam, saßen alle Mädchen dort und weinten. Sie hatten schon gehört..
Niemand sollte so jung sterben, niemand sollte ermordet werden.
Es wird Zeit, dass ich mal wieder Abstand gewinne und meine Zeit sinnvoller nutze, als mit Nachrichten lesen.