Pimp mein… – ich hasse den Ausdruck

Immer schon. Die deutsche Krimiautorin Susanne Mischke führt das Lexikon der aussterbenden Wörter/Dinge  und ich will zwar kein Lexikon der beknacktesten  Ausdrücke führen, aber es ist an der Zeit zu erwähnen, dass ich das Wort Pimp auf den Tod nicht leiden kann!

Ge- und benutzt wird es neuerdings häufig von Online Redakteuren, was ich persönlich schon peinlich finde. Pimp mein Auto, mein Schloss, meine weiß der Geier was…heißt so viel wie “aufmotzen”.

Pimp ist aber auch das englische Wort für Zuhälter. Vielleicht liegt’s daran, dass ich es nicht ausstehen kann, vielleicht auch nicht. So genau weiß ich das selbst nicht. Ich gehöre auch nur bedingt der Fraktion Deutsche Wörter den Deutschen an – manche englischen Ausdrücke im deutschen Sprachgebrauch sind durchaus salonfähig und praktisch. PIMP gehört für mich nicht dazu! Aber auf mich hört ja niemand.

Welche Drogen nehmen Sie? Krieg ich was ab?

Ich bekomme ja viel Fanpost und oft werde ich so simple Dinge gefragt wie:

Liebe Oz-Madam, wie kommst du nur immer auf diese tollen Ideen? Meine Standardantwort lautet grundsätzlich: Das Leben, liebe XY, das Leben lässt gar nichts anderes zu. Wer mir besonders schmeichelt, bekommt noch diesen Zusatz: Wer mit offenen Augen durchs Leben geht, erlebt mindestens einen halben Roman täglich. Wer meine Texte weiterempfielt, als genial, brilliant und authentisch bezeichnet bekommt als Dreingabe noch ein schönes Foto von mir.

Spaß beiseite. Ich arbeite an einem Text für den ich einen Produktnamen erfinden musste, aber nicht mein geliebtes Yumna nehmen konnte, weil ich das in meinem Manuskript verarbeitet habe. Und weil es nur ein Yumna geben kann. Ich nehme jetzt den Produktnamen Spirituella, wobei ich mir – nachdem ich mal wieder bei den Esoterikern gestöbert habe – nicht mehr sicher bin, ob Spirituella sein soll, was ich dem Produkt ursprünglich zugedacht habe (was richtig ekeliges) oder es Nichts ist und der Text satirischer wird, als ursprünglich geplant? Immer diese Entscheidungen…

Während meines Exkurses durch die Scheinwelt kam mir wieder etwas unter die Augen, wozu mir als erstes einfiel…welche Drogen nehmen diese Leute und kann ich was davon bekommen? Auch mal energetisch, lichterfüllt quantengeheilt anderen Menschen Therapien für  schrecklich viel schnöden Mammon anbieten wollen (falls das jetzt mit meiner Autorinkarriere nix wird – zweites Standbein sozusagen), um endlich friedlich das LICHT zu sehen.

Beispiele gefälligt? Remote Viewing. Die erlernte Fähigkeit Raum und Zeit zu überwinden und sein Bewusstsein an jedem belieben Ort zu jedem Ereignis oder jeglicher Aktivität in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu projizieren, um von dort Informationen einzuholen. Star Trek lässt grüßen. Tao-Ki energetische Lichtübertragung, Reading= hellsichtiges Intuitiv Sehen, Kristall-Farblicht-Therapie, Raja Yoga beim persönlichen Meister im Allgäu. Allgäu??

Scheint ja jede Menge hinzugekommen zu sein, seitdem ich das letzte Mal recherchiert habe. Ich weiß immer noch nicht, ob mein persönlicher Favourite das “gefrorene Wasser mit Erinnerung” ist oder die Matrix, die für Programme steht, die die Wirklichkeit, in der wir leben erschafft (30 Euro zzgl. Versandkosten aber immerhin mit 8 Mandalas und 13 Matrixbildern!), die universaltensor Einhandrute (lässt sich locker auf 61 cm verlängern) mit anthrazitfarbenem Griff (24 Euro, schwingungsverhalten:  mittel) oder doch lieber die original Ingeborg Reden-Rute (Schwingungsverhalten mittel Schrägstrich mäßig – für besonders extreme Schwingungen geeignet, für nur 133 Euro zzgl. Versandkosten, inkl. MwSt!) . Der zarte Holzgriff wird als besonders angenehm empfunden.

Also, wenn ich das Ding auch als Peitsche für eine devoten Mann einsetzen kann…mmh…der Griff vergoldet wäre und insgesamt alles mit einer garantiert sexuellen Befriedigung kommen würde…mmh aber was ist, wenn das  trotz göttlicher Maße der Ingeborg Reden-Rute nicht klappen sollte – wozu die Rute ja eigentlich gedacht ist…mmh…wozu eigentlich?…gehe ich dann doch lieber in den Sexshop und kauf was handfestes für 34.95 $ oder so. Da weiß man einfach, was man hat.

In fünf Jahren könnte ich Schlagzeilen machen

und zwar in unserem lokalen Käseblatt. Die würde ungefähr so lauten Woman (48) kicks woman over parking dispute mighty in the backside.

Ich hoffe nicht, dass ich alternsintolerante Schlagzeilen machen werde, aber boh war ich grad geladen. Habe ich einige Erledigungen am Abend zu machen, parke auf dem Supermarktparkplatz (neben mir noch ein Parkplatz frei) und bevor ich aussteigen kann, kommt so ein 4×4 Ungetüm mit dicker Mutti hinterm Lenkrad angeschlichen und quält sich in die Parklücke. Mal abgesehen davon, dass es woanders noch reichlich Platz gab und diese dumme Schnepfe nur zu faul war (wie so viele Leute hier) auch nur einen Meter zu viel zu laufen – konnte ich nur mit Mühe aus meinem Auto aussteigen. Ganz ehrlich? Wäre ich weniger schlank (alles relativ höhö) würd ich jetzt noch in meinem Auto hocken. Schön aber, das an ihrer Seite noch ausreichend Platz war. Unverschämt finde ich solche Leute. Das nächste Mal ramme ich der meine Autotür in ihren Lack. Bescheuerte Nuss!

Ausgesprochen hinreißend

sah ich heute Morgen nach dem mühevollen Aufstehen (spät ins Bett gegangen und komische Sachen geträumt) aus. Ich kann ja recht mühelos früh aufstehen, wenn – ja wenn – ich keinen Termin habe. Aber wehe ich muss pünktlich wo sein!

Ich weiß nicht, was mich mehr geschockt hat. Die Schlaffalte (die ich schon lange nicht mehr hatte) auf der linken Wange oder meine entzückende Frisur. Linke Seite platt, rechte  Seite, da gestuft, Pippi Langstrumpf mäßig nach Außen abstehend und keine Zeit unter die Dusche zu springen und die Haare zu waschen. Ich muss zugeben, in Deutschland hätte ich mich halb zu Tode gegrämt so aus dem Haus gehen zu müssen, aber hier…nö. Nicht mehr so eitel, wie ich mal war.

Gut, ich gebs zu. Das hat auch was damit zu tun gehabt, dass ich zwar Jaime zum Football bringen musste, aber gar nicht aus dem Auto steigen musste, weil hier die Sportplätze so großzügig angelegt sind, dass man als Zuschauer direkt bis an den Zaun fahren kann. Richtig frauenfreundlich und praktisch, diese Aussies.

Deutsche sind ja so was von unhöflich

Klar, wenn man deren Sprache nicht ausreichend spricht. Mir fällt grad ein, dass ich vor Monaten mal einen lustigen Forumsbeitrag gelesen habe.

Ein junger Amerikaner (? weiß nicht mehr, meinetwegen auch Engländer oder Kanadier…) war nach Bayern gezogen und arbeitete in einer Kneipe oder einem Gasthof. Nachdem er längst wieder zu Hause war, erwähnte er seiner ebenfalls englischsprachigen Cousine gegenüber, die seit längerem in Deutschland lebte, dass er die Deutschen extrem, gar nervenaufreibend unhöflich findet. Nach einem Beispiel gefragt, meinte er…die kommen rein und verlangen gleich Service (also Bedienung).

Meinte die Cousine, da hast du wohl nicht richtig hingehört. Die sagen in Bayern Servus als Gruß. Kann ich heut noch drüber lachen. So entstehen falsche Eindrücke, die dann munter erzählt werden, bis man, wie in diesem Fall, seinen zwar durchaus verständlichen  – aber dennoch irgendwie peinlichen Fehler – einräumen kann.

Ist es nicht interessant, wie schnell man seine Vorurteile (Abneigung?)vertiefen kann, wenn man zu träge ist, nachzufragen?

Wenn doch alle nur so perfekt wären wie ich

wäre das Leben herrlich. Vor einigen Jahren haben wir alle Türen im Haus plus Türknaufe ausgetauscht. Mit diesen Türknaufen konnte ich mich nie so richtig anfreunden und schön sehen sie auch nicht aus. Jetzt haben wir Türklinken, die von meinem Mann beim Öffnen einer Tür dermaßen runtergeramscht werden – grad so als wollte er Armwrestling machen – dass mindestens drei der Klinken grundsätzlich auf “Halbmast” stehen. Mich regt das auf. Dieses Geramsche. Wieso ist der Mann nicht in der Lage eine Türklinke normal zu bedienen? Und wer mir jetzt mit dem Unterschied zum Türknauf kommt, der irrt. Das hat er mit den Dingern auch schon so gemacht. Das Nervigste – sofern es da überhaupt noch einen Unterschied gibt – ist, dass auch Jaime sich das angewöhnt hat. Ist die Tür meines Arbeitszimmers geschlossen, ramscht er die Türklinke herunter, dass ich bald vor Schreck vom Stuhl falle. Beide reißen die Türen  auf, als gelte es einem Massenmörder zu entkommen, dass ich mir jedes Mal denke – meine Herren, es geht hier nicht um Leben oder Tod  - und je nach Hormonspiegel nix sage oder ausraste.

Muss das sein?

Es gibt bestimmt einige – wenige – kaum der redenswerten Eigenschaften meinerseits, die meine Familienmitglieder in den Wahnsinn treiben. Und das sage ich jetzt auch nur, um eine Art Ausgewogenheit aufkommen zu lassen. Perfekt wie ich bin, gibts so eigentlich nichts zu meckern. Dass ich häufig die Bettdecke klaue, meine ich, muss ein Mann einfach abkönnen. Was haben die auch eine riesige Bettdecke für zwei Personen? Dumme Sitte!