Steintafel Buch

Der neue Kindle (ebook reader v. Amazon) erinnert mich an eine Steintafel. Wer will eigentlich ein so steifes Ding zum lesen in der Hand halten. Ist es nicht gerade schön sich auf dem Sofa zu lümmeln und ein biegsames Buch in Händen zu halten? Was habe ich davon, wenn ich tausende von Büchern darauf speichern kann? Will ich überhaupt nicht. Dieses verhohnepipeln von Büchern treibt mir die Tränen in die Augen.

Auch Tageszeitungen denken drüber nach in Ebook-Form zu erscheinen – sicherlich ein Versuch im Geschäft zu bleiben, da immer weniger Leser eine Printausgabe kaufen. Ich sehe allerdings – mal abgesehen von Arbeitsplatzverlusten – noch mehr Menschen in sozialer Isolation.

Ganz ehrlich? Ich will in einen Buchladen gehen und die Ware anfassen können. Ich will in eine Bücherei gehen. Am Kiosk eine Zeitung kaufen. Ich will nicht sofort etwas herunterladen können, wozu Autoren Monate gebraucht haben, um es herzustellen. Muss denn verdammt noch mal alles elektronisch sein?

Und dieses Gelabere von wahnsinns Speicherkapazitäten geht mir ja schon beim iPod auf den Senkel. So what? 1000 Songs drauf – ja – und? Die Fernsehwerbung für das iPhone nervt auch. Ein Gerät, was alles kann, dich nur nicht in den Arm nehmen. Ich will kein Gerät haben, dass alles speichert, von dem ich meine, es wäre wichtig für mein Leben. Ich hab noch ein Gehirn, dass trainiert werden will. Man stelle sich jemanden vor, der alles, aber auch alles an privaten Daten im Telefon gespeichert hat und es verliert.

Ich frage mich gerade, ob ich irgendwie altmodisch bin – herrje, so alt bin ich schließlich noch nicht – oder ob ich einfach mit weniger technischem Schnickschnack zufrieden bin, weil ich auch nicht glaube, dass ich oder mein Leben so wichtig ist, dass ich a) mit allen technischen Neuerungen schritthalten muss und b) mein Leben als solches eher bescheiden lebe, auch wenn ich mir mehr leisten könnte. Vielleicht ist es gerade das Wissen darum, dass man im Grunde ständig andere Menschen reich macht, wollte man mit jedem Trend mithalten. Ich hab mein Geld ganz gerne in meiner Tasche, statt auf dem Konto anderer Leute.