wenn ich es mal mit Häusern unserer Preisklasse – also die, die wir uns locker leisten können, ohne uns das Essen und Leben gänzlich abzugewöhnen – vergleiche. Heute hatte ich es noch einmal gewagt in einem Nachbarort ein Haus zu besichtigen. Der nervige Tag gestern, Lärm, Verkehr, Überbevölkerung gingen mir ja so sehr auf den Keks, dass ich hier weg wollte. Als ich allerdings von der Besichtigung wieder nach Hause kam, habe ich als erstes den Boden geküssst. Echt wahr.
Offensichtlich hat man, wenn man etwas ländlicher hier leben möchte, keinen Anschluss an die Kanalisation, muss sich mit Gasflaschen zum Kochen begnügen und Wasser gibts auch nur aus Regenwassertanks. Zentralheizung kann man sich deshalb gleich abschminken und sich mit ne Elektroheizung zufrieden geben, die so viel Strom zieht, dass vermutlich dauernd ne Sicherung rausfliegt. Gut, ist nicht überall so, wo es ländlicher zugeht, aber in diesem Ort ist es so. Ich habe keine Lust zu frieren. Ich meine, wer lebt denn im Jahre 2009 noch ohne Heizung? Bin ich bescheuert und sitze womöglich mit eiskalter Nasenspitze und Eisklumpenfüßen aufm Sofa? Nee Danke.
Eines hab ich mir jedoch vorgenommen. Sollten wir wirklich unser Haus verkaufen wollen und Leute es besichtigen können – open houses macht man hier immer nur an bestimmten Tagen für genau 30 Minuten und die Besitzer suchen das Weite, während Fremde durchs Haus trampeln – werde ich die paar Fotos, die ich rumstehen habe in die Schublade stecken. In dem Haus, in dem ich heute war, hingen etliche Fotos an einer Wand und wie soll ich es sagen…also ich fühl mich immer noch ein wenig traumatisiert. Mehr sach ich jetzt nicht. Nur noch eins…selbst Jaime hats bemerkt und zeigte natürlich sofort mit dem ausgestreckten Zeigefinger auf zwei der Fotos und mir blieb nix anderes übrig, als schnell weiter durchs Haus zu gehen und jaja zu sagen. So zu tun halt, als würd man so ein Portrait alle Tage sehen. Mehr sach ich jetzt aber wirklich nicht.