Klobürstengespräche

liegen mir nicht unbedingt, empfinde ich als unappetitlich und müssen in meiner Familie eigentlich nicht mehr erörtert werden. Die Zeiten der eindeutigen Spuren in Toiletten und der gequirlten Sch…. in Klobürsten liegt seit der Kleinkinderzeit meiner Kinder hinter mir. Nun bin ich zwar einigermaßen abgehärtet – wer nicht, wenn er Kinder hat? – aber ich erwarte von meinen Besuchern entweder zu Hause zu kacken oder die Bürste zu benutzen. Ja, soll ich da noch hinterher schrubben? Eine echte Zumutung so was.

So baute ich mich gestern vor zwei knapp 10-Jährigen auf und fragte wer die Toilette schmutzig hinterlassen hatte. Ich wusste ganz genau, wer das gewesen war, wollte aber dem Täter Gelegenheit geben zu seinem mess zu stehen. Nä stimmt gar nicht, ich wollte dem Täter eine nette Lektion erteilen, denn 1x hatte ich ihm das schon durchgehen lassen. Der Freund meines Sohnes sagte dann auch wahrheitsgemäß, dass er das gewesen sei und ich zeigte mit einem Tramperdaumen Richtung Badezimmer. Die Geste scheint universal zu sein. Klo wurde gereinigt, sich entschuldigt und nun darf ich gespannt sein, ob der Junge sich das in meinem Haus noch einmal erlaubt. Ich würde nämlich wirklich sehr sehr ungern das Thema bei seinen Eltern anschneiden – so gerne rede ich nicht über Klobürsten – und ich bin really really nicht scharf darauf Toiletten kontrollieren zu müssen.

Vergesslichkeits- und Stammelphase

geht jetzt in die “Ich kann mich nicht entscheiden Phase” über. Böse Männer behaupten ja, Frauen könnten sich ohnehin nicht gut oder nicht schnell genug für was auch immer entscheiden – alles Käse – wie ich meine. Meinte, müssste es heißen. War ich bislang recht entscheidungsfreudig, weiß ich im Moment nicht, was ich lieber tun möchte. Oder als erstes tun möchte. Ob ich was kaufen möchte oder nicht. Aus dem Haus gehen möchte oder nicht…usw. Komme mir vor wie ein kleines Kind, dass alles gleichzeitig angrabbelt, alles anfängt und nichts wirklich zu Ende bringt. Super. Gaaanz klasse. Vor allem war gestern richtig doof, dass ich mich entschieden hatte mit zum Football Training zu fahren, obwohl John zu Hause war und dann mit Jaime hinfährt. Dachte ich mir, nimm doch mal die Kamera mit, gibt ja häufig einen tollen Sonnenuntergang während des Trainings. Yep. Betonung liegt hier auf häufig. Es wurde einfach so langweilig dunkel. Unerhört.Und wieso der Verkehr weniger stark war, als an den Tagen, an denen ich fahren muss, kann ich mir auch nicht erklären. Ab Bahnübergang ist es immer besonders nervig. Die ganzen Schilder und die zwei neuen Ampeln, die zwei anderen Ampel, auf den nächsten 200 Metern – es leuchtet und blinkt, ständig gibt es einen Rückstau, dass ich mich fürchterlich konzentrieren muss, nicht eine rote Ampel zu übersehen oder dem Vordermann in die Karre zu fahren, weil der plötzlich stoppen muss, da die Rechtsabbiegerspur verstopft ist. Irgendwie sieht alles so rödelig aus. Auch im Dorf – wobei man auf dem Foto nur die Hälfte der Straße sieht.

Nachdem ich mit dem Hund meine Runde gelaufen war und mich auf einer Bank niedergelassen hatte, kamen drei kleine Mädchen zu mir. Die redeten alle gleichzeitig auf mich ein und fummelten ganz hektisch am Hund herum. Die Kleinste von ihnen hatte ich nach ihrem Alter gefragt. Hielt sie einen Moment in ihrem Redeschwall inne, guckte mich an, zuckte mit den Schultern, sagte: I don’t know mit einer Betonung, die mir sagte…es gibt wichtigeres im Leben, als das zu wissen und redete weiter. Sehr animiert übrigens. Beneidenswert nicht zu wissen, wie alt man ist. Ich kenne jetzt auch die halbe Familiengeschichte mir gänzlich fremder Menschen. Nach gefühlten drei Tagen haben sie dann doch das Interesse an mir und dem Hund verloren und rannten die Stufen zum Trainingsplatz hinunter.

Ach nee, war schon niedlich, wie freundlich  und aufgeschlossen die Kinder waren. Auch wenn ich ständig aufpassen musste, dass Sharny, die Jüngste von ihnen, dem Hund nicht unbeabsichtigt vor lauter Streichelbegeisterung die Ohren vom Kopf drehte oder den Schwanz als Kurbel benutzte.