Zankende Koalas

und ein entfleuchtes Roo gab es im Wildlifepark ums Eck. Ab dem 2. Urlaubstag gab es beinahe ununterbrochen 3 Tage Regen. Kein Nieselregen, kein Regen, der mal ne Stunde oder so andauert, nein – es hat gegossen und hörte auch nachts nicht auf. Kurz davor hysterisch zu werden und mittlerweile jedes Staubkorn im Appartement kennend, gab es am 3. Tag morgens für ca. 2 Stunden keinen Regen. Nix wie hin zum Stadtbus, ab in den Wildlife Park für den ich ja große Pläne hatte. Hatte ich nicht angekündigt, dass ich mit dem flying fox übers Krokodilgehege düsen wollte? Yep. Hatte ich. Geschlossen wegen Winter oder wegen des Dauerregens oder was weiß ich. Hatte eh keine Lust mehr dazu, weil schon triefend nass. Die meisten Tiere hatten sich versteckt, nur wir doofen Touristen eierten im Park herum. Klitschnass. Da waren doch die zankenden Koalas eine nette Abwechslung.

Sie hockten auf niedrigen Bäumen im Gehege, frische Eukalyptuszweige mampfend. Niedlich. Ein Koala hatte ein Junges und wenn man diese Tiere so im Baum hocken, hängen, pennen, sieht, möchte man sie am liebsten knuddeln. Ein Koala hing an einem Baum mit absolut kahlen Ästen. Er schwang sich auf einen anderen Baum, in dem schon zwei Koals saßen. Kaum griff er nach einem Eukalyptuszweig, fauchte einer der beiden Koalas gemein und zack – haute ihm auf den Kopf. Ein zweiter Versuch wenig später misslang ebenfalls. Dabei war genug Futter für alle da. Irgendwie wie bei den Menschen. PS: Der Koala heißt nicht Koalabär, weder im englischen, noch im deutschen. Der heißt schlicht und ergreifend Koala, was in der Aboriginalsprache übrigens no drink bedeutet. Was auch nicht ganz korrekt ist, denn er trinkt schon mal, allerdings sehr selten bzw. eher wenig. Flüssigkeitszufuhr kommt aus den Eukalyptusblättern, die das Tier ununterbrochen – außer wenn es in einer Astgabel hängt und schläft – zu sich nimmt.

Wie das Roo entfleucht ist, ist mir schleierhaft, aber es hüpfte unverdrossen und triefend nass – warum soll es ihm auch besser gehen, als uns zahlenden Gästen? – herum.

Wie ich heut so im Flugzeug sitze

denke ich mir:  Das Leben ist schön. Zweiter Gedanke: Warum ist der Flug nach Europa nicht nur 1 Stunde und 55 Minuten? Dritter Gedanke: Fuck ich hab Herzschmerzen. Sofort umkehren und Notarzt bereitstellen! Mentale Notiz: Unbedingt einen Arzttermin machen! Fragt man sich natürlich, was Jacko als letztes gedacht hat. Ich muss sagen, auf seine Musik – bis auf wenige Ausnahmen – stehe ich eher nicht, aber tanzen konnte der Mann. Beinahe fühle ich mich betrogen, dass er gestorben ist. Popstar der 80er in denen ich jung war. Der Mann gehörte einfach dazu. Von den heutigen sogenannten Popstars kenne ich kaum jemanden. Elvis war ja wech, als ich noch Kind war, was ich immer sehr bedauert habe. Ich bin klammheimlicher Elvisfan. Jawohl! So richtig verziehen hab ich ihm auch nicht, dass er nicht nur viel zu früh, sondern auch noch so doof gestorben ist. Da ist so ein massiver Herzinfarkt doch weniger peinlich.

Am Flughafen hab ich dann noch einen dermaßenen modischen Griff ins Klo gesehen, dass ich mir gleich Notizen gemacht habe. Von hinten sah die Frau aus wie ein Teenager – dürr, längere blonde verstrohte Haare, von Vorne verlebt. Knallenge schottenrock-karierte Leggins über Extrem-X-Beine, mittelgroße  Silber-Blink-Kitsch-Handtasche, Halbstiefel. Das mit den Stiefeln kapier ich ohnehin nicht. Die stecken hier alle im Winter ihre Buxen inne Stiefel. Sieht voll scheiße aus.

Und hab ich nichts positiveres zu berichten? Doch. Kommt noch :-)