10 Jahre Jaime

Wo ist die Zeit geblieben? Ich weiß, doofe Frage. Wo soll sie geblieben sein? Auf meinem Schreibtisch steht ein Foto von ihm, da ist er 9 Monate alt. Aufgenommen bei meiner Schwester in Deutschland. Er hatte sich immer an dem Stuhl im Flur hochgezogen und die zwei Stoffhasen, die auf dem Stuhl saßen runtergezogen. Mit wachsender Begeisterung.

Gleichzeitig erinnere ich mich daran, dass meine Oma da schon verwirrt war, dabei weiß ich noch, wie schön es manchmal bei meinen Großeltern war. Nervig natürlich auch, meine Erinnerung verklärt sich ja nicht plötzlich. Noch nicht. Mag sich mit  zunehmendem Alter ändern – wer weiß das schon. Jedenfalls war meine Oma knappe zwei Jahre im Heim, bevor sie zu meiner Tante kam. Und als wir Oma besuchten und Jaime mitnahmen, waren – so verwirrt, wie manch eine alte Person auf der Station war – die meisten der alten Leutchen hellauf begeistert, dass ein Baby anwesend war.

Das soll ja auch so sein, wenn ein Hund ins Heim gebracht wird. Wobei ich hier jetzt nicht Babies mit Hunden vergleichen möchte, aber wenn ich mir so einen tristen Alltag in einem Heim vorstelle, lässt es sich ja denken, dass die Menschen sich freuen, mal etwas lebhafteres zu sehen.

Warum wird eigentlich so wenig für alte Menschen getan? Für dies ist kein Geld da, für das nicht. Kürzlich las ich die Überschrift, dass es so und so vielen alten Menschen in Heimen an ordentlicher Pflege fehlt. Den Artikel wollte ich nicht lesen. So was macht mich immer wütend.

Ich will nicht so alt werden, dass ich mal so hilflos werde. Bitte lass mich einfach tot umfallen.

Naja, ihr merkt schon, ich labere. Egal.

Happy Birthday Jaime.