5:0 für John

Als Mutter ist man im Trott. Aufräumen, waschen, Dinge suchen, drüber nachdenken, wo Dinge von Familienmitgliedern hinterlassen wurden, die einem selbst nicht gehören (ihr wisst, was ich meine) – Chauffeur spielen, beim Sport anfeuern, Selbstvertrauen stärken, Lehrerin sein und Köchin, Lebensberaterin und Finanztante, Philosophin, ungeliebte Autoritätsperson – kurz hegen und pflegen, ohne den Nachwuchs nach wenigen Wochen aus dem Nest zu werfen. So. Krankenschwester hab ich vergessen und Seelsorgerin. Und bestimmt noch vieles mehr.

Nachdem ich seit 21 Jahren Mutter bin, kann ich von all diesen Dingen ein Lied singen. Auch von kranken Kindern, obwohl meine Kinder nicht außergewöhnlich anfällig für Krankheiten sind. Gestern hatte Jaime es geschafft sich gleich 3x ohne Vorwarnung zu übergeben. Zum Glück haben wir ja diesen shinyshinyhalbbrandnew Holzfussboden und zum Glück war ich im Bett und hab das gar nicht mitbekommen. Dementsprechend säuerlich guckte John auch heute morgen, nachdem er dann noch einmal aufwischen durfte. Ich stand nämlich nach dem Sport unter der Dusche und hab wieder nix mitbekommen.Und als Jaime es endlich schaffte das 5. Mal seinen Mageninhalt  in den Eimer zu entleeren, hab ich Haare geföhnt, aber hinterher die Ehre gehabt, den Eimer zu entleeren.  Macht mir aber nix. 21 Jahre sind ne lange Lehrzeit.

Wie ich nach dem duschen einen Salat zubereite und John  frage, ob ich ihm ein paar Gurken für die Arbeit mitschnippeln soll, guckt er mich ganz widerlich an. An Essen konnte er wohl in dem Moment gar nicht denken, was ich ihm nicht unbedingt verübeln kann. Ich bin da etwas abgehärteter, auch wenn so ein Kotzgeruch einen in die Knie gehen lässt.

Wenn ich jetzt so fies wäre und morgen Pasta koche und mir schön viel Parmesan drauf streuen würde, ob er was sagen wird?