Biste arm, kriegste ‘nen Finger in den Hintern

und das ist alles, was die Krankenkasse für die männliche Krebsvorsorge bezahlt. Wurde mir erzählt und ich habe das hoffentlich richtig verstanden. Haste Geld, kannste bessere Untersuchungsmethoden über dich ergehen lassen. In Deutschland. Im Grunde ist es hier ja auch nicht anders, auch wenn ich mich persönlich nicht mit Prostata und so ein Gedöns beschäftige.

Ich habe gerade einen Anruf für einen Termin in der Neurologie bekommen. Erstaunlich schnell und zwar nächste Woche schon. Ob ich denn darauf vorbereitet wäre, dass ich – festhalten – 333 Dollar und ein paar Cents dafür bezahlen müsste – und zwar noch bevor ich einen Arzt oder Ärztin zu Gesicht bekomme? Da hab ich erstmal heimlich geschluckt. Das ist ja nicht wenig Geld. Sie leierte aber munter weiter, dass ich von der Krankenkasse 175 Dollar und 30 Cents wiederbekommen würde. Trotzdem. Ist man arm, kann man mit tauben Fingern rumlaufen oder wie?

Es macht gar keinen Spaß “was zu haben”, wirklich nicht.

5 Antworten zu Biste arm, kriegste ‘nen Finger in den Hintern

  1. Na ja, wie vieles, hat auch das zwei Seiten. In unserem Bekanntenkreis sind – altersmäßig bedingt – viele Aspiranten für die Krebsvorsorge. Nun ist die Sache mit der Prostata angeblich so, daß es ein sog. “harmloser” Krebs ist, der fast nie zum Ausbruch kommt. D ie meisten unserer Freunde sind privatversichert und da wird untersucht, Gewebe entnommen etc. Bisher – Gott sei Dank – bei allen für die Katz, aber zur Freunde der Ärzte und zu Lasten der Kassen und damit der Beitragszahler. Es wird hier auch sehr gern aus finanziellen Gründen übertherapiert und oft ist es für den Patienten eben nicht ersichtlich, ob er ein Opfer des Arztes oder der Krankheit ist.

    Aber die 333 Dollar haben mich doch geschockt. Was machen denn die Leute, die nicht so betucht sind?

    Sag mal, habt Ihr so viele übergewichtige Leutchen oder sind Eure Klos so klein? Unsere Zeitung meldete eine Frau in Melbourne, die eine Woche im Klo festgesteckte.

  2. Arm ab hat dann aber auch keine Finger, die man wo reinstecken könnte ;-)

    Yo, wir haben ausreichend Dicke hier. Gleichzeitig sind die Toilettenräume nicht unbedingt geräumig. Ich habe schon Toilettentüren erlebt, die sich nur mit viel Akrobatik der Benutzerin schließen ließen.
    Also .. Tür öffnen, rechtes Bein voranstellen, halbe Drehung machen, linkes Bein nachziehen u. erst dann in der Lage sein die Tür komplett zu schließen. Als ob einige Zentimeter längere Räume den Bauherren ins Armenhaus geschickt hätten.

  3. Au Backe … da fragste dich heute doch wirklich: Geld ausgeben, um gesund zu bleiben oder lieber sparen für Zeiten, in denen man krank wird …
    Also Deutschland ist ja auch am Abkacken, aber noch freuen wir uns, “nur” ein bisschen zuzahlen zu dürfen. Das hält sich im allgemeinmedizinischen Bereich eher noch in Grenzen, soweit ich weiß (Augen und Zähne mal außen vorgelassen).

  4. Wat ich hier schon an Facharztrechnungen bezahlt habe – ich könnt glatt davon einen Flug nach D. buchen.
    Im Gespräch ist jetzt, dass die normale gesetzliche Krankenversicherung wenigstens Basiszahnarztbesuche bezahlt – naja – man zahlt hier immer und überall was dazu – aber immerhin! Ein Fortschritt, wenn er denn durch kommt. Lass mich nicht lügen, ich glaub diese Art Krankenversicherung, die wir jetzt hier haben, ist erst 1980 eingeführt worden. Kann man mal sehen, wie rückständig man in einem Land sein kann – auch wenn es so westlich orientiert ist. Vorher gabs keine Versicherung und deshalb wundert es mich auch nicht, dass ich manches Mal Leute mit ner absoluten Fehlstellung der Füße herumstrumpeln sehe.

    Ich bin von Deutschland besseres gewohnt und finde es absolut irritierend, wenn Australien in einigen Forschungsbereichen weltführend ist. Wat haben jetzt die normal Kranken und “Kranken” davon???