Wunderbarer Film – na endlich – geht doch

Den wunderbarsten Film der letzten Monate (ohne Mord und Totschlag) habe ich mir heute Nachmittag angesehen. Er ist ja nicht neu, aber für mich war er es. Davon abgesehen bin ich eh keine regelmäßige Kinogängerin und TV gucke ich auch sehr selten. The Upside Of Anger, 2005 mit Kevin Costner – deutscher Titel – An deiner Schulter (wie blöd).

Tragik-Komödie vom Feinsten. Unterhaltung, die nachdenklich macht. Was der eine oder die andere am Film bemängeln mag, sind einige offene Fragen. Ich finde jedoch für die Geschichte, die erzählt wird, sind diese Fragen zum Glück völlig nebensächlich. Aber wie das so ist im Leben – manchmal kommt es einfach auf die eigene Stimmung an.

The Upside of Anger

Hab ich’s nicht immer befürchtet?

Lese ich, dass ein Mann während er sich sein Dinner gekocht hat in Brand geraten ist. Im Nachbarort. Der Arme ist ins Bad gerannt, um sich zu löschen, aber das ist schief gegangen. Nun ist er tot.

Ich musste hier jahrelang mit Gas kochen – nee Danke! Ich hab dann einen kleinen Feuerlöscher angeschafft und eine Feuerdecke. Oder Branddecke, oder wie die heißen. Wenn man aber alleine ist, ist die Panik bestimmt so groß, dass man gar nicht mehr weiß, dass man einen Feuerlöscher zu Hause hat. Ich glaube ich hätte auch versucht in die Dusche zu springen. Furchtbarer Tod.

Seit ca. drei Jahren haben wir von Gas auf Strom umgestellt und ich fühle mich sicherer. Die Alternative wäre nämlich gewesen gar nicht mehr zu kochen und die wäre bei meiner Familie nicht so gut angekommen :-)

Melbourne Writers Festival

Programm liegt mir vor. Nur wenige Namen sind mir ein Begriff. Bernhard Schlink kommt übrigens auch. Nur hat er seinen Auftritt abends und außerdem will ich sowieso nichts mehr von der Schuld der Deutschen hören.

Es ist ganz schön mühsam sich durch das Programm zu wursteln. So wie es bis jetzt aussieht, werde ich am Freitag, 21. August schon morgens in der Stadt aufschlagen müssen. Die gute Nachricht dabei ist nur, dass das Festival am Federation Square stattfindet und das ist gleich gegenüber vom Bahnhof. Gerry Disher, Philip McLaren und Lisa Lutz werden um 10 Uhr auftreten und ich hoffe sehr, dass ich nicht zu träge bin auch hinzufahren. McLarens Bücher kenne ich nicht, Garry Disher habe ich gelesen und Lisa Lutz hab ich in die Tonne gekloppt. Ihre Serie hat mich nicht vom Hocker gerissen, im Gegenteil, ich hab mich fürchterlich gelangweilt. Offensichtlich gibt es aber Leser und das ist gut so. Mich heute noch vom Hocker mit einem Buch zu reißen, ist ohnehin sehr schwierig, deshalb kann man auf meine Meinung nur bedingt etwas geben. Disher interessiert mich halt.

Und man muss auch mal Glück haben, 1.5 Stunden später findet eine Veranstaltung statt, die mich auch interessiert. Auf meiner reading list steht Christos Tsiolkas Buch The Slap (der Mann hat erst kürzlich einen Preis gewonnen). Er liest und bekakelt halt mit anderen Autoren Writing the City. Gut.

Max Barry ist Writer in Residence am 22. August und zum Glück zu einer zivilen Zeit – ab 11 Uhr. Da kann man ihm beim Schreiben an seinem aktuellen Projekt tatsächlich begaffen. Vielleicht fahre ich dann noch mal hin, vielleicht nicht.

Das Festival geht bis zum 29. August und ich weiß jetzt schon, dass ich am Ende irgendwelche Berichte darüber lesen werde und mich ärgere, dass ich dies und jenes nicht doch “mitgenommen” habe. Geht aber nicht. Habe keine Lust dauernd in die Stadt zu fahren und viele der Autorennamen sagen mir eben überhaupt nichts.

Bin mir treu geblieben

und habe heute zum dritten Mal in dieser Woche im Studio geschuftet. Dementsprechend müde bin ich jetzt, dabei ist es erst Mittag. Ich könnte mich ins Bett legen und schlummern, aber wenn ich mich tagsüber hinlege und tatsächlich einschlafe, mag ich nicht mehr aufstehen. Und dann bin ich richtig verdreht. Gar nicht nett bin ich dann.

Ich hab auch den Eindruck, dass zumindest an meinem Ringfinger das Gefühl ein wenig wieder gekommen ist. Ich mache weiterhin ein paar einfache Übungen und muss ohnehin bis mindestens Ende August auf einen Termin in der Neurologie warten. Telefonisch wollten die mir keinen Termin geben. Hat man so was schon gehört? Musste ich meine Überweisung faxen. Naja, wenn ich Glück habe, haben sich meine Nerven bis Ende August ohnehin erholt.

10 Jahre Jaime

Wo ist die Zeit geblieben? Ich weiß, doofe Frage. Wo soll sie geblieben sein? Auf meinem Schreibtisch steht ein Foto von ihm, da ist er 9 Monate alt. Aufgenommen bei meiner Schwester in Deutschland. Er hatte sich immer an dem Stuhl im Flur hochgezogen und die zwei Stoffhasen, die auf dem Stuhl saßen runtergezogen. Mit wachsender Begeisterung.

Gleichzeitig erinnere ich mich daran, dass meine Oma da schon verwirrt war, dabei weiß ich noch, wie schön es manchmal bei meinen Großeltern war. Nervig natürlich auch, meine Erinnerung verklärt sich ja nicht plötzlich. Noch nicht. Mag sich mit  zunehmendem Alter ändern – wer weiß das schon. Jedenfalls war meine Oma knappe zwei Jahre im Heim, bevor sie zu meiner Tante kam. Und als wir Oma besuchten und Jaime mitnahmen, waren – so verwirrt, wie manch eine alte Person auf der Station war – die meisten der alten Leutchen hellauf begeistert, dass ein Baby anwesend war.

Das soll ja auch so sein, wenn ein Hund ins Heim gebracht wird. Wobei ich hier jetzt nicht Babies mit Hunden vergleichen möchte, aber wenn ich mir so einen tristen Alltag in einem Heim vorstelle, lässt es sich ja denken, dass die Menschen sich freuen, mal etwas lebhafteres zu sehen.

Warum wird eigentlich so wenig für alte Menschen getan? Für dies ist kein Geld da, für das nicht. Kürzlich las ich die Überschrift, dass es so und so vielen alten Menschen in Heimen an ordentlicher Pflege fehlt. Den Artikel wollte ich nicht lesen. So was macht mich immer wütend.

Ich will nicht so alt werden, dass ich mal so hilflos werde. Bitte lass mich einfach tot umfallen.

Naja, ihr merkt schon, ich labere. Egal.

Happy Birthday Jaime.