Ein Kleid – 365 Tage hintereinander tragen

Der Umwelt zuliebe, als Experiment und als Fundraiser für arme indische Schulkinder, die sich die Pflichtuniform und so nicht leisten können und deshalb für den Rest ihres Lebens zwar nicht zwangsläufig dumm, aber ungebildet bleiben müssten. Für mich stellt sich ja ohnehin immer die Frage, was an einer Schuluniform so prima ist, dass gerade in armen Ländern darauf bestanden wird. Macht letztendlich auch kein Kind intelligenter. Ohnehin bin ich eine große Verfechterin der kostenlosen Bildung für alle Kinder. Hallo? Kinder gleich Zukunft eines Landes. Der Verdacht liegt ja nahe, dass absichtlich dumm gehalten wird, was arm ist. Wer sonst sollte niedere Arbeiten verrichten?

John und ich machen manchmal zusammen Online Quizze. Die Tage hatten wir ein Thema ausgesucht in dem es um uralte Berufe ging, die einen fancy Namen hatten und man konnte aus vier Vorschlägen einen anklicken. Den Ausdruck habe ich jetzt vergessen und so weit ich mich erinnere, hatten wir die Frage auch falsch beantwortet, die Lösung lautete sinngemäß: Jemand der seinem höher geborenen Boss den Hintern abwischte und sonstwie reinigte. Charming, meinte John und ich hab mir vorgestellt, wie so eine arschige Reinigung von Statten gegangen war. Manchmal ist es gar nicht gut Fantasie zu besitzen. Das hat jetzt aber nichts mit Indien zu tun, fällt mir nur gerade ein, weil ich auch mal im TV eine Doku gesehen habe über die schrecklichsten Jobs aller Zeiten. Erzählt wurde darin von modernen Berufen, wie auch mittelalterliche Berufe bzw. Handwerken. In Indien wurde dann der Ohrenreiniger vorgestellt. Da laufen diese Ohrenreiniger herum und prökeln den Leuten für ein paar Rupien die Ohren sauber. Ich hätt bald gekotzt, aber echt. Nicht selten wird einem dabei das Ohr verletzt, aber so ist das, wenn man bettelarm ist und sich keinen Arzt leisten kann. Und was soll so ein Ohrenreiniger, der sein Handwerk von seinem Vater gelernt hat, auch sonst anderes tun, als den Job auszuüben, für den er geboren wurde?

Ich schweife ab. Ein Kleid 365 Tage hintereinander zu tragen und mit täglich wechselnden Accessoires aufpeppen finde ich ein höchstinteressantes Experiment. Die Frau besitzt allerdings 7 identische Kleider – wer würd auch schon permanent stinken wollen?

Als gehirngewaschene Deutsche, die aus einem umweltbewussten Land kommt kann ich ja manches Mal nur über die Übereifrigkeit der Amerikaner und Australiern grinsen – eigentlich eher nicht grinsen – sondern völlig genervt sein – weil diese Länder 30 Jahre später als wir begriffen haben, dass diese Wegwerf-, blas die Schadstoffe lustig in die Atmospähre- und die Wasserverschmutzungsgesellschaft so nicht weiterleben kann. Außer natürlich in armen Ländern, in denen westliche Ware produziert wird. Was keiner sieht passiert sozusagen auch gar nicht und wen kümmert es schon, ob deren schwangere Arbeiterinnen Kinder mit einem oder drei Köpfen zur Welt bringen werden? Die Wegwerfmentalität, wenn es um Menschen geht, ist widerlich. Nur mal kurz erwähnt: Erin Brockovich (erinnert ihr euch an den Film mit Julia Roberts?) ist im Moment in Australien. Hier liegt immer noch so viel im Argen, gerade auch, wenn es um die mining industry geht.

Ich schweife schon wieder ab. Hier der Artikel über das 365-Tage-Kleid. Ich finde es sieht ganz fetzig aus, was die Frau daraus macht.

12 Gedanken zu “Ein Kleid – 365 Tage hintereinander tragen

  1. Erstaunlich, was die Frau aus einem Kleid macht; ABER…. Was für ein mentaler Aufwand jeden Morgen und dann die Unmengen an Accessoires, die sie benötigt. Für was? Dafür kann sie sich doch gleich unterschiedliche Klamotten kaufen, oder? Okay, das machen alle und dann kommt man damit nicht in die Zeitung.

    Ich plädiere allerdings für Schuluniformen, wenn auch etwas halbherzig. Gerade, wenn man pubertierende Mädchen hat (der Kelch ist an Dir ja vorübergegangen), die quakend fragen, was sie denn anziehen sollen. Da kann die Uniform eine Erlösung sein. Das Argument, daß es optisch keinen Unterschied zwischen den reichen und den armen Kindern gibt, glaube ich nicht so recht. Es gibt genügend Möglichkeiten sich abzugrenzen, durch Schuhe, Schmuck, Zubehör, wie Schultaschen, Schreibutensilien etc.

    Aber den Beruf des Hinternputzers finde ich ganz entzückend. Habe ich noch nie gehört. Weißt Du, wo und in welchem Kulturkreis?

    Ich las einmal (Angaben ohne Gewähr für die Richtigkeit der Übermittlung), daß Prinz Charles beim Abliefern seiner Urinprobe sein royales Pimmelchen von einem Diener halten lies. Ob manuell oder mittels Gerätschaft (wie das wohl heißt oder aussieht, garantiert in Sterlingsilber) wurde allerdings nicht erwähnt. Schade, aber die interessanten Details werden oft verschwiegen.

    Läßt die Tatsache, daß es ein Diener ist, der diese Tätigkeit ausführt, und keine Zofe Rückschlüsse zu?
    Fragen über Fragen.

  2. ops, das war in England – schätze aber den Hinternwiper gabs auch woanders – anyway hab den Link wiedergefunden http://www.funtrivia.com/playquiz/quiz2146701894798.html

    Ich habe auch nichts gegen Schuluniformen, aber wenn es bettelarme Menschen gibt in Indien und sonstwo, frag ich mich, warum müssen Kinder eine Schuluniform haben, um lernen zu dürfen?

    Es kann Unterschiede geben – fängt damit an, das Kinder second oder third hand tragen müssen, weil die Eltern nicht ausreichend Geld haben. In der Regel sind zumindest an High Schools nur schwarze Schuhe zugelassen – keine Turnschuhe.
    Anderer Vorteil, man sieht sofort, wenn sich jemand auf dem Schulhof herumtreibt, der nicht zur Schule gehört.
    Nachteil für die Mädchen – mega häßliche Kleidchen aus dünnem Stoff. Kleinmädchenkleid also, das von voll ausgebildeten jungen Frauen getragen wird – ganz schick!
    Allerdings dürfen die Mädchen an öffentlichen Schulen auch Hosen anziehen, an Privatschulen nicht. Dort tragen sie karierte Faltenröckchen, weiße oder blaue Kniestrümpfe, schwarze Schuhe, helle Bluse mit gebundener Schleife um den Hals und Blazer. Auch ganz schickt.

    Schmuck wird nur in dezenter Form erlaubt und blablabla.
    Die meisten kids haben auch die Schultasche mit dem Logo von der Schule drauf.

    Beginn der High School hat uns damals über 1000 $ gekostet. Schulgebühren, Schuluniform und sämtliche Bücher. Und das war eine öffentliche Schule.

    Ach ich glaub es wird viel Mist über Royals und Promis geschrieben. Mir ist ja piep, wer Segelohr-Charles’s Pimmel anfasst hehe

    Was das 365 Tage Kleid und die Accessoires angeht, steht im Artikel, die sind alle irgendwo vom Trödel undoder sonstwie recycelt.

  3. Verstehe ich Dich richtig, daß in Indien Kinder ohne Uniform nicht die Schule besuchen dürfen?

    Bis auf die dünnen Kleidchen klingt das alles ganz nett. Dann ist bei Euch vieles besser geregelt. Hier gibt es inzwischen auch so halbherzige Ansätze, was sich aber in der Regel nur auf T-Shirts und Jacken bezieht. Der Rest ist dann privat und entsprechend unterschiedlich. Da gibt es dann Aldi-neben Designer-Jeans, Billigschlappen neben Nobel-Sneakern.

    Danke für den Link; hätte man sich ja fast denken können, daß es der berühmt-berüchtigte Heinrich war. Aber der war ziemlich fett, vielleicht w aren seine Arme nicht lang genug und es ging nicht anders?
    Fragen über Fragen.
    Ein königlicher Unterleib kann doch sehr spannend sein.

  4. Das kann ich nicht mit Gewissheit sagen, aber wenn es heißt, dass sie Schuluniformen tragen müssen, dann darf man getrost davon ausgehen.

    Denk doch mal an all diese Worldvision Werbung in denen man aufgefordert wird, ein Kind irgendwo – meist in Afrika – zu sponsern. Die tragen auch alle Uniform. Übrigens sponsert man überhaupt nicht ein einziges Kind, ich hab mal das Kleingedruckte gelesen. Im Grunde geht das Geld an eine bestimmte community, davon profitieren alle dort, was ja gut ist. Aber ich hab das ein wenig als Nepp verstanden und deshalb sponsor ich auch kein niedliches Kind, das fürs Fernsehen so traurig in die Kamera schaut.

    Tja, das mit der Toilette …. tsetse also eine Freundin hat mir mal erzählt, dass sie im Geschichtsunterricht gelernt hat, dass die Adeligen früher alle irgendwo in die Ecken gemacht haben – hatten ja genug Leutchen, die hinter ihnen sauber machten. Ich hab in Geschichte ja nicht viel gelernt und schon mal gar nicht so was spannendes.

  5. Ich glaube, es war Lieselotte von der Pfalz, die in ihren Briefe von der Pupserei in den Schlössern berichtete.

    Bei einer Besichtigung eines Herrensitzes in England gab es wunderschöne Deckel- Gefäße auf den Sideboards zu besichtigen. Wir wurden aufgeklärt, daß man während der lange währenden Diners diese Gefäße benutzte…

    Dabei fällt mir gleichzeitig ein, daß bei einem Besuch von Osborne
    -House auf der Isle of Wight, dem Sommersitz von Queen Victoria, ein, wenn auch kleines, aber doch voll ausgestattetes Badezimmer zu besichtigen war. Alles hübsch englisch, mahagoni-umbrämt, eine hohe Badewanne und eine Dusche mit einem riesigen Duschkopf. Ich erwähne das deshalb, weil ich gerade erst eine Biografie über Kaiser Wilhelm II gelesen habe. Seine Mutter Vicky, Tochter der alten Queen berichtet, als sie nach Berlin kam, gab es im Schloß keinen Abfluß, kein Wasser kein WC. In einem großen leeren Raum befnden sich100 von Fledermäusen, Hunderte von Wanzen. Die Dienerschaft ging mit Kleidern und Stiefeln ins Bett, wuschen sich nie.
    Kaiser Wilhelm hatte in seinem Berliner Schloß später auch kein richtiges Bad. Er ging zum Baden ins Hotel Adlon.

    Ach, was bin ich dankbar für die Gnade der späten Geburt.

    Die spannenden Sachen haben wir natürlich auch nicht in der Schule gelernt. Ich schockte als Kind mal meine Lehrer, als ich erzählte, man könne in Amsterdam Mädchen kaufen, die würden in Schaufenstern ausgestellt…

  6. Ach, bei den Fledermäusen ist mir eine O und ein -ende abgefallen. Dein Kommentarkästchen ist so winzig und die Schrift so eng, was bei mir gern zu Tippfehlern etc. führt. Sorry…

  7. Du könntest auch in Word schreiben und hier reinkopieren hehe. Aber was soll der Aufwand – Tippfehler sind doch süß.

    Wenn ich so drüber nachdenke, habe ich im Biounterricht auch nichts gelernt. Als wir einmal ein halbes Jahr lang Wasserkäfer durchgenommen haben, habe ich abgeschaltet und mich nie wieder eingeschaltet.
    Grausam. Ach ja, Schule war so öde. Jetzt weiß ich auch wovon Jaime diese Unlust hat.

    Ja, man Geschichte ist wirklich interessant. Ich glaube ich besorge mir mal ordentliche Bücher. Uns haben sie mit dem D. Reich gequält und vorher mit irgendeinem anderen Mist. Ich bin Geschichts- und Biodoof. Hilfe.

  8. Mit dem Reich wurden wir in meiner Generation verschont, weil alle Lehrer es mitgemacht hatten. Die scheuten das Thema wie der Teufel das Weihwasser.

    Wenn Dir meine Fehler nichts ausmachen, dann erspare ich mir das Reinkopieren. Ich bin nicht gerade der PC-Experte und mir ist schon ein paar der Text weggewesen. Mein Lappi hat so ein empfindliches Feld, schwupps – und das war’s.

  9. Kenne ich, deshalb strg. A strg. C zwischendurch bei längeren Texten, damit nicht alles verschwunden ist. Falls doch mal, kannste den Text halt mit strg. V wieder ins Feld kopieren.

  10. Das Kleid gefällt mir gut.3mal klasse aufgepeppt. Aber bei mir würde es höchstens heissen: Ein Kleid für einen Monat. Wenn man jede Variation 10 Tage trägt,muss was neues her.Ich kann nicht für das Elend auf dieser Welt. Lange genug haben auch wir Armut gehabt. Und von nichts ,kommt nichts. Haben hart gearbeitet,um da zu stehen,wo wir jetzt sind.In Geschichte gehts mir ähnlich wie dir. Das 3.Reich und danach ist ein bischen bei mir kleben geblieben. Aber ganz leise kann ich mich noch an andere Themen erinnern,von denen aber kaum mehr was hängen geblieben ist. Erstens war ich da noch sehr klein,und zweitens war ich eine Tagträumerin.Später hab ich als junge Frau mir ein paar Bücher besorgt(z.B. von Katherina die Grosse), fand sie auch spannend,aber bis heute habe ich schon wieder alles vergessen. Müsste mein Wissen durch erneutes Lesen auffrischen

  11. Womit wir wieder beim königliche Unterleib wären… Ui ui ui, das war ja ein ganz schlimmer Finger, diese Dame!

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