Evil Schweinefleisch

Ich hab Schweinefleisch gegessen *gasp,  paniert *doppelgasp. Jetzt warte ich darauf, dass mir Hörner wachsen vom ach so verpöntem Schweinefleischverzehr.

Warum hier mehr Rind, als Schwein gefuttert wird, weiß ich nicht. Warum Schweinchen einen beinahe schlechten  Ruf genießt (oder ich bilde mir das nur ein), weiß ich auch nicht. Die Tage kam die Deutsche in mir raus und ich habe gleich zwei Schweinekoteletts gekauft, paniert (was ich sonst nie tue – man gewöhnt sich an unpaniertes Fleisch), gefuttert und verdaut und noch am nächsten Tag davon geschwärmt. Vom lecker Essen jetzt, nicht vom verdauen.

Mit Kartoffelsalat – dieses Mal mit Naturjoghurt und weniger Mayonnaise (Merkt ihr was? Ich kann Mayo buchstabieren, ohne wo nachzusehen) – ach man ich hätt ein Erinnerungsfoto von meinem perfekt paniertem pork machen sollen.

Andrew – leitender Angestellter in einer großen Supermarktkette war vor zwei oder drei Jahren mal beruflich in Deutschland. Um mal zu gucken, wie wir so unsere Supermärkte gestalten. Ich glaube er war bitter enttäuscht und auch ein wenig empört. “Ihr kühlt ja gar nicht euer Gemüse im Markt. Und ein bisschen rummelig siehts auch aus, wie ihr das Obst sortiert.”  Stimmt, Andrew. Hier in Oz sortieren Angestellte mehrere Male am Tag das von Kunden durchgewühlte Obstsortiment. Da liegt dann alles visuell ansprechend sortiert. Und auch das Gemüse im Kühlregal wird wenigstens einmal pro Tag mit Wasser abgespritzt. Ich denke bei den sommerlichen Temperaturen hier ist es sinnvoll Gemüse zu kühlen. Aber bei uns in D.? Da kann man ja hinkommen wo man will, von Klimaanlage hat man scheinbar noch nie was gehört, warum sollte man dann noch so frevelhaft sein und Gemüse kühlen?

Andrew meinte auf den Speisekarten in den Lokalen wäre ja enorm viel pork, das wäre gewöhnungsbedürftig, hätt aber ganz lecker geschmeckt. Ja Andrew, von Schweinen und Automotoren verstehen wir was, so wie ihr von chicken.

Ein Kleid – 365 Tage hintereinander tragen

Der Umwelt zuliebe, als Experiment und als Fundraiser für arme indische Schulkinder, die sich die Pflichtuniform und so nicht leisten können und deshalb für den Rest ihres Lebens zwar nicht zwangsläufig dumm, aber ungebildet bleiben müssten. Für mich stellt sich ja ohnehin immer die Frage, was an einer Schuluniform so prima ist, dass gerade in armen Ländern darauf bestanden wird. Macht letztendlich auch kein Kind intelligenter. Ohnehin bin ich eine große Verfechterin der kostenlosen Bildung für alle Kinder. Hallo? Kinder gleich Zukunft eines Landes. Der Verdacht liegt ja nahe, dass absichtlich dumm gehalten wird, was arm ist. Wer sonst sollte niedere Arbeiten verrichten?

John und ich machen manchmal zusammen Online Quizze. Die Tage hatten wir ein Thema ausgesucht in dem es um uralte Berufe ging, die einen fancy Namen hatten und man konnte aus vier Vorschlägen einen anklicken. Den Ausdruck habe ich jetzt vergessen und so weit ich mich erinnere, hatten wir die Frage auch falsch beantwortet, die Lösung lautete sinngemäß: Jemand der seinem höher geborenen Boss den Hintern abwischte und sonstwie reinigte. Charming, meinte John und ich hab mir vorgestellt, wie so eine arschige Reinigung von Statten gegangen war. Manchmal ist es gar nicht gut Fantasie zu besitzen. Das hat jetzt aber nichts mit Indien zu tun, fällt mir nur gerade ein, weil ich auch mal im TV eine Doku gesehen habe über die schrecklichsten Jobs aller Zeiten. Erzählt wurde darin von modernen Berufen, wie auch mittelalterliche Berufe bzw. Handwerken. In Indien wurde dann der Ohrenreiniger vorgestellt. Da laufen diese Ohrenreiniger herum und prökeln den Leuten für ein paar Rupien die Ohren sauber. Ich hätt bald gekotzt, aber echt. Nicht selten wird einem dabei das Ohr verletzt, aber so ist das, wenn man bettelarm ist und sich keinen Arzt leisten kann. Und was soll so ein Ohrenreiniger, der sein Handwerk von seinem Vater gelernt hat, auch sonst anderes tun, als den Job auszuüben, für den er geboren wurde?

Ich schweife ab. Ein Kleid 365 Tage hintereinander zu tragen und mit täglich wechselnden Accessoires aufpeppen finde ich ein höchstinteressantes Experiment. Die Frau besitzt allerdings 7 identische Kleider – wer würd auch schon permanent stinken wollen?

Als gehirngewaschene Deutsche, die aus einem umweltbewussten Land kommt kann ich ja manches Mal nur über die Übereifrigkeit der Amerikaner und Australiern grinsen – eigentlich eher nicht grinsen – sondern völlig genervt sein – weil diese Länder 30 Jahre später als wir begriffen haben, dass diese Wegwerf-, blas die Schadstoffe lustig in die Atmospähre- und die Wasserverschmutzungsgesellschaft so nicht weiterleben kann. Außer natürlich in armen Ländern, in denen westliche Ware produziert wird. Was keiner sieht passiert sozusagen auch gar nicht und wen kümmert es schon, ob deren schwangere Arbeiterinnen Kinder mit einem oder drei Köpfen zur Welt bringen werden? Die Wegwerfmentalität, wenn es um Menschen geht, ist widerlich. Nur mal kurz erwähnt: Erin Brockovich (erinnert ihr euch an den Film mit Julia Roberts?) ist im Moment in Australien. Hier liegt immer noch so viel im Argen, gerade auch, wenn es um die mining industry geht.

Ich schweife schon wieder ab. Hier der Artikel über das 365-Tage-Kleid. Ich finde es sieht ganz fetzig aus, was die Frau daraus macht.

Burqini

Was daran “kini” sein soll, weiß der Geier. Vor einigen Jahren hat eine Muslima (ein Mann hätt vermutlich noch ne kleine Gardine vors Gesicht genäht) in Australien den sogenannten burqini erfunden. Jetzt freuen sich alle Muslims, dass Frauen endlich auch Lifesaver (die Fotos mit den gelb-roten Anzügen) werden dürfen oder sich völlig angezogen ins Schwimmbad bzw. an den Strand begeben können. Sieht spitzenmäßig aus, das Teil, ich glaub ich besorg mir auch so einen Anzug für schlappe 160 $. Peanuts, wenn man in Zukunft  am Strand die schlechte Strand-Meerwasser-Frisur vor fremden Blicken schützen kann.  Sieht dich ja niemand mehr, wenn man von dem hellen Fleck im Stoff absieht. Geil. Sollten wir westlichen Huren uns mit unserem  Haut- und Haarfreiheitspleen ein Beispiel dran nehmen. Immerhin sieht nicht jede Frau im Badeanzug schön aus, aber jeder pelzige Mann wirkt in knapper Badehose wahnsinnig maskulin.

Anyway, Frankreich und jetzt auch ein Bürgermeister einer italienischen Stadt hat den burqini verboten. Der Bürgermeister geht so weit in der Argumentation, dass sich insbesondere Kinder über maskierte Frauen erschrecken könnten. Das kann ich mir weniger vorstellen, ich glaube Kinder erschrecken sich eher über fellartige  Männerbrüste, Schultern, Rücken und fette Frauen im Bikini. Wer hat nicht schon mal am Strand gesessen und wurde von fremden Brüsten brüskiert?  Eben!

Ich sage ein herzliches Danke für die beste Erfindung since sliced bread und drücke den Frauen in den von bärtigen bewaffneten Männern regierten Ländern die Daumen, dass auch sie jetzt ihr Leben zwischen Küche und Wochenbett lustiger gestalten können, indem sie sich mal kurz den ollen Wüstenstaub im Meer abspülen, bevor es wieder ans Brot backen für 23 Familienmitglieder geht.

Beine vermisst?

Mit Blumentattoo am linken Fuß? Fundort:  Strand auf Phillip Island, rechtes Bein von Passagieren einer Fähre von oder nach Sorrento im Meer gesichtet worden.

Die grausamsten Geschichten scheint das wirkliche Leben zu schreiben. Das erste Bein war von einem Spaziergänger, der seinen Hund ausführte, am Strand entdeckt worden. Ob man so einen Anblick jemals vergisst?

Wird dir beim tanken dösig

befindest du dich aller Wahrscheinlichkeit nach in good old Australia. Denn hier hat man es aus Sicherheitsgründen vor Jahren abgeschafft, dass man den – meine Herren, wie heißt das Ding?? – also das Ding, beim volltanken, feststellen kann und zum Beispiel während man wartet seine Kindheit im Geiste verarbeitet.

Vor mir stand einmal ein Nissan Patrol oder ähnliches, gefahren von einem weiblichen Zwerg und die tankte und tankte und tankte. Die hat bestimmt hinterher Muskelkater gehabt, weil sie den nozzle so blödsinnig hochhalten musste. Ich hab dann mal heimlich aus dem Fenster gesehen, ob die ein Loch im Tank hatte, aber nein, die muss wohl einen Zusatztank eingebaut gehabt haben. 160 $ konnte ich auf der Säulenanzeige lesen. Ob die Frau inzwischen an Krebs erkrankt ist, weiß ich nicht.

Danke Regierung, dass ich beim tanken wohlriechende und völlig ungefährliche  Stoffe einatmen darf.

Und Danke auch an die Oma, die heute vor mir stand und ne geschlagene Stunde nach dem Einsteigen davonfuhr, um Platz für mich zu machen. Ich konnte die Wartezeit nutzen und ein Buch schreiben.

Lego Männeken sucht Job

Dass es Leute gibt, die Lego-Videos drehen hab ich auch gestern erst erfahren. Ich musste leider etwas Lustiges finden, um Jaime von seinem  Schreck abzulenken, den er bekommen hat, als er sich das Ghost Car Video ohne mein Wissen angesehen hat. Tja, man muss ja nicht alles checken, was man auf dem Schulhof hört, oder? Ratet mal, wo Jaime gestern die Nacht verbracht hat? :-)

Ein wenig doof, ein wenig schlau

ist mein Hund. Gehe ich frühmorgens auf die Veranda, steht sie bereits dicht vor der Tür (draußen) und guckt als Erstes auf die Füße, um festzustellen, ob und welche Schuhe man trägt. Mit Schlappen anne Füße kommt ein zaghaftes Schwanzwedeln und irritiertes nochmaliges gucken auf die beschlappten Füße, bei Boots freut sie sich wie doof. Schlafanzüge erkennt sie allerdings nicht :-)

Sprechen kann sie auch nicht. Nur mit Augen und Körpersprache, aber das ist ja schon mehr, als Loriots sprechender Hund.

Will man sie morgens aus dem Korb werfen und nach draußen schicken und es ist ihr noch zu früh, guckt sie einen überhaupt nicht an und man kann förmlich sehen, wie sie sich versucht kleiner zusammenzuringeln. Denkt vermutlich, dass man sie dann nicht sehen kann.