Strickmuster – Klischees

Lese ich die einestages Serie im Spiegel über Filmklischees. Ja. Ich gehöre auch zu den Zuschauern, die manche Klischees zu schätzen wissen. Wo bleibt denn die Spannung, wenn man nicht vorhersehen kann, was passiert? Eben! Manche Klischees empfinde ich so ausgelutscht, dass man nur noch gähnen kann.Wenn Spannung dadurch erzeugt werden soll, dass jemand in letzter Sekunde vor der Katastrophe oder was noch seine Schildkröte retten will oder die Tage im Buch die Polizistin ! sich keine Zeit mehr genommen hatte, doch noch backup per Handy zu rufen – aber dazu hätte sie dann das Fabrikgebäude verlassen müssen – und das geht nun wirklich nicht – empfinde ich überhaupt keine Spannung. Dann kann ich meine Gabe in die Zukunft zu sehen nutzen und erzählen, wie es weitergeht.

Ich habe schon viele Leute gefragt, warum Polizisten (vorzugsweise in den CSI Serien?) Taschenlampen so seltsam in den Händen halten. Nicht so hausfrauenlaienhaft wie unser Einer, nämlich Daumen oben. Nein, sie umschließen Lampe mit allen vier Fingern, Daumen unten und leuchten von oben nach unten. Sieht so unbequem aus. Ich wäre schon längst tot oder sehe die Umgebung umgekehrt – von unten nach oben.  Niemand konnte mir eine ausreichend logische Antwort darauf geben. Ich – als trainierte Polizistin und Selbstverteidigungs Expertin – denke mir, das machen die, damit sie im Notfall schneller reagieren können.

Der kurz vor der Pensionierung stehende totkranke Polizist wurde auch noch im Artikel erwähnt. Ich habe noch ein Klischee. Der Bulle ist grundsätzlich geschieden und hat ein Magengeschwür – merkt man daran, dass er immer direkt aus der Arzneimittelflasche süppelt. Zwei Kollegen haben grundsätzlich ne Beziehung gehabt, die so dysfunktional war, dass sie jetzt nur noch gute Freunde sind. Der verletzte Polizist oder kürzlich Lilly Rush – bleiben grundsätzlich nicht zur Beobachtung im Krankenhaus, sondern schleppen sich pflichtbewusst und obsessed weiter durch die Handlung und stellen selbstverständlich den Bösewicht. Die Kollegen nicken wortlos ihre Anerkennung, dann fällt Held oder Heldin vor Erschöpfung um.

Ach, ich sehe jetzt erst, dass zum Artikel auch jede Menge Kommentare zu lesen sind. Bei manchen habe ich beinahe Tränen gelacht. Die Taschenlampe wurde auch erwähnt und siehe da, Madam hat richtig gedacht. Witzig fand ich auch den Kommentar, der da besagt, dass der Polizist seine Ex immer noch liebt, selbst wenn sie ihn vor 30 Jahren verlassen hat.

2 Antworten zu Strickmuster – Klischees

  1. Upsi, erwischt! Ich habe auch einen geschiedenen Polizisten erfunden. Aber immerhin ist er nicht so depressiv wie die anderen alle, das kann ich nämlich nicht leiden. Finde es grässlich, wenn die Hauptfigur über sämtliche Folgen hinweg schwermütig ist.

  2. Meiner ist auch geschieden hehe. Irgendwas müssen sie ja sein, aber bloß nicht dauerdepressiv, da geb ich dir recht.